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	<title>Gerichtswesen - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Historisches Lexikon Wasserburg</subtitle>
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		<title>Wmetzner: /* Gerichtsbarkeiten und Zuständigkeiten in der Stadt Wasserburg am Inn */</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span dir=&quot;auto&quot;&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Gerichtsbarkeiten und Zuständigkeiten in der Stadt Wasserburg am Inn&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
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Als Stadtrichter sollte die Stadt eine &amp;#039;&amp;#039;sonnderbare, steethe, taugliche, qualificierte persoh&amp;#039;&amp;#039; auswählen. Der auserkorene Stadtrichter musste dem Herzog in München präsentiert und von diesem bestätigt werden. Dabei erhielt er auch den &amp;#039;&amp;#039;pluetpan&amp;#039;&amp;#039;. Bezahlt wurde er jedoch von der Stadt. In besonders schwierigen Fällen durfte der Stadtrichter einzelne Ratsmitglieder oder den ganzen Rat in die Rechtsfindung einbeziehen. Der Stadtrichter war auch zu Folter und peinlicher Befragung (&amp;#039;&amp;#039;gichtigung&amp;#039;&amp;#039;) befugt und dies nicht nur bei Personen, die in Stadt und Burgfrieden lebten, sondern auch bei Personen aus dem Landgericht Wasserburg, wie dies bisher &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;„brauch gewesen“&lt;/del&gt;. Eingeschränkt blieben die Befugnisse des Stadtrichters lediglich bei landesherrlichen &amp;#039;&amp;#039;officieren und diener(n)&amp;#039;&amp;#039; &amp;lt;ref&amp;gt;Beispiele dafür sind [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Paulus, Augsburg, Reichsstadt|Paulus, Augsburg, Reichsstadt]], [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Specker, Ulm, Reichsstadt|Specker, Ulm, Reichsstadt]],  [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Sponsel, Nördlingen, Reichsstadt|Sponsel, Nördlingen, Reichsstadt]], [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Petz, Kempten, Reichsstadt|Petz, Kempten, Reichsstadt]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Tertulina Burkard bezieht sich wohl auf diese Urkunde, wenn sie schreibt: &amp;#039;&amp;#039;1585 billigte Herzog Wilhelm V. (1579-1597) die Behandlung städtischer – wohl niedergerichtlicher – Rechtssachen durch einen Stadtrichter.&amp;#039;&amp;#039; Sie verweist zuvor auf häufige Unstimmigkeiten zwischen Stadt und Landesherr (&amp;quot;Staat&amp;quot;) aufgrund der &amp;#039;&amp;#039;Doppelstellung des Richters als eines herzoglichen Beamten einerseits und eines Organs der Stadtgemeinde andererseits.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Burkard, Die Landgerichte Wasserburg und Kling|Burkard, Die Landgerichte Wasserburg und Kling]], 173.&amp;lt;/ref&amp;gt; Offenbar hatte der Wasserburger Stadtrichter sowohl städtische als auch landesherrliche Aufgaben zu erfüllen, was wenig überraschend zu Problemen in der Abgrenzung führte. Die Urkunde vom 31. Juli 1585 muss vor diesem Hintergrund gesehen werden. Der Herzog versuchte eine klare Regelung zu finden und dabei auch zwischen Hoch- und Niedergerichtsbarkeit zu unterscheiden. Gerade die Regelung zur Niedergerichtsbarkeit ist interessant. Diese war wohl zuvor von Pfleger (= herzoglicher Beamter) und Stadtrichter gemeinsam ausgeübt worden und wird nun der Stadt Wasserburg in alleiniger Zuständigkeit übertragen. Wie bereits oben erwähnt wurde dem Stadtrichter auch der Blutbann verliehen, was 30 Jahre später erneut erfolgte. Die Urkunde von 1585 ist nicht nur ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur dauerhaften Verleihung der Niedergerichtsbarkeit an die Stadt Wasserburg im Jahr 1615, sondern auch ein gutes Beispiel für die verschiedenen Gerichtsbarkeiten und Zuständigkeiten sowie die Kompetenzstreitigkeiten zwischen deren Inhabern. Das bereits erwähnte Privileg von 1615 bezieht sich in der Arenga sogar auf den Streit und die Regelung von 1585 und bestätigt (teilweise wortgleich) die damaligen Regelungen. Die größten Änderungen stellten die Erhöhung der jährlichen Zahlung der Stadt Wasserburg an den Herzog von 130 auf 300 fl sowie der Wegfall der Folter dar. Warum dem Stadtrichter 1615 zwar der Blutbann, aber nicht das Recht der peinlichen Befragung verliehen wurde, lässt sich aus den Quellen leider nicht erschließen. Möglicherweise wollte der Herzog damit klarstellen, dass die Stadt Wasserburg kein Hochgericht war und somit die Abgrenzung vom Landgericht betonen. Solange jedoch zu dieser Frage keine Quellen auftauchen, bleibt dies Spekulation.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Im Jahr 1585 musste ein Streit zwischen der Stadt Wasserburg und dem Wasserburger Pfleger Hilpold Neuhauser von Herzog Wilhelm V. geschlichtet werden. Dies geschah durch eine Urkunde vom 31. Juli 1585.&amp;lt;ref&amp;gt;Urkunde Herzog Wilhelms V. von Bayern, München, 31.07.1585 ([[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#StadtA Wasserburg a. Inn, I1b684|StadtA Wasserburg a. Inn, I1b684]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Viztumwändel sollten wie bisher durch den Rentmeister abgestraft werden und die Stadt von den Geldern nichts erhalten. Die Niedergerichtsbarkeit, welche bisher der Pfleger und der Stadtrichter gemeinsam ausgeübt hatten, wurde – allerdings auf Widerruf – der Stadt Wasserburg übertragen. Als Stadtrichter sollte die Stadt eine &amp;#039;&amp;#039;sonnderbare, steethe, taugliche, qualificierte persoh&amp;#039;&amp;#039; auswählen. Der auserkorene Stadtrichter musste dem Herzog in München präsentiert und von diesem bestätigt werden. Dabei erhielt er auch den &amp;#039;&amp;#039;pluetpan&amp;#039;&amp;#039;. Bezahlt wurde er jedoch von der Stadt. 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(1579-1597) die Behandlung städtischer – wohl niedergerichtlicher – Rechtssachen durch einen Stadtrichter.&amp;#039;&amp;#039; Sie verweist zuvor auf häufige Unstimmigkeiten zwischen Stadt und Landesherr (&amp;quot;Staat&amp;quot;) aufgrund der &amp;#039;&amp;#039;Doppelstellung des Richters als eines herzoglichen Beamten einerseits und eines Organs der Stadtgemeinde andererseits.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Burkard, Die Landgerichte Wasserburg und Kling|Burkard, Die Landgerichte Wasserburg und Kling]], 173.&amp;lt;/ref&amp;gt; Offenbar hatte der Wasserburger Stadtrichter sowohl städtische als auch landesherrliche Aufgaben zu erfüllen, was wenig überraschend zu Problemen in der Abgrenzung führte. Die Urkunde vom 31. Juli 1585 muss vor diesem Hintergrund gesehen werden. Der Herzog versuchte eine klare Regelung zu finden und dabei auch zwischen Hoch- und Niedergerichtsbarkeit zu unterscheiden. Gerade die Regelung zur Niedergerichtsbarkeit ist interessant. Diese war wohl zuvor von Pfleger (= herzoglicher Beamter) und Stadtrichter gemeinsam ausgeübt worden und wird nun der Stadt Wasserburg in alleiniger Zuständigkeit übertragen. Wie bereits oben erwähnt wurde dem Stadtrichter auch der Blutbann verliehen, was 30 Jahre später erneut erfolgte. Die Urkunde von 1585 ist nicht nur ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur dauerhaften Verleihung der Niedergerichtsbarkeit an die Stadt Wasserburg im Jahr 1615, sondern auch ein gutes Beispiel für die verschiedenen Gerichtsbarkeiten und Zuständigkeiten sowie die Kompetenzstreitigkeiten zwischen deren Inhabern. Das bereits erwähnte Privileg von 1615 bezieht sich in der Arenga sogar auf den Streit und die Regelung von 1585 und bestätigt (teilweise wortgleich) die damaligen Regelungen. Die größten Änderungen stellten die Erhöhung der jährlichen Zahlung der Stadt Wasserburg an den Herzog von 130 auf 300 fl sowie der Wegfall der Folter dar. Warum dem Stadtrichter 1615 zwar der Blutbann, aber nicht das Recht der peinlichen Befragung verliehen wurde, lässt sich aus den Quellen leider nicht erschließen. Möglicherweise wollte der Herzog damit klarstellen, dass die Stadt Wasserburg kein Hochgericht war und somit die Abgrenzung vom Landgericht betonen. Solange jedoch zu dieser Frage keine Quellen auftauchen, bleibt dies Spekulation.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Wmetzner</name></author>
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		<title>Wmetzner: /* Verbrechen, Vergehen und Strafen in der Stadt Wasserburg am Inn */</title>
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[[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Haupt, Frühneuzeitliches Strafjustizwesen in Wasserburg|Haupt, Frühneuzeitliches Strafjustizwesen in Wasserburg]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Es werden ausschließlich die &amp;#039;&amp;#039;&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;maleficante&lt;/del&gt;&amp;#039;&amp;#039; verzeichnet, d.h. Personen, die eines todeswürdigen Verbrechens verdächtigt waren und die somit nicht in die Zuständigkeit des Stadtrichters fielen. Der Grund für die Anlage des Verzeichnisses dürfte dementsprechend in der Nachweispflicht gegenüber dem landesherrlichen Landrichter gelegen sein. Wie oben bereits dargestellt, war der Stadtrichter verpflichtet, für eine ordentliche und angemessene Unterbringung der Gefangenen zu sorgen und konnte diese auch verhören. Dies wird bei einzelnen Einträgen explizit vermerkt, z.B.: &amp;#039;&amp;#039;Ist ein soldat, Nicolaus Cannzlman genannt, in verhafft khommen unnd examinirt worden.&amp;#039;&amp;#039; In manchen Einträgen werden auch Körperstrafen, wie Auspeitschen oder auf dem Pranger stehen, erwähnt. Teilweise geht das Verzeichnis auch über das Erwartete hinaus, wenn z.B. festgehalten wurde, dass ein Akt als Abschrift an den Landrichter von Haag geschickt wurde oder dass wegen einer Gefangenen Schriftverkehr mit dem Bistum Salzburg gehalten wurde. Der Fall eines Soldaten, der die Bäcker mit Geldwechseln betrogen hatte, wurde als anstrengend charakterisiert: &amp;#039;&amp;#039;des lanngwirigen verhafft erlassen worden, mit welchem man vil müehe, auch hin und widerschreyben, seinetwegen gehabt.&amp;#039;&amp;#039; Auch der Selbstmord eines Pferdediebs in der Haft wird entsprechend gewertet: &amp;#039;&amp;#039;hierdurch vil müehe gemacht.&amp;#039;&amp;#039; Erwähnt werden auch Ermittlungen auf Ansinnen des Pflegers von Mörmoosen bei den hiesigen Goldschmieden wegen eines Kirchenraubs in Polling sowie aus eigenem Antrieb wegen Verdachts auf Ehebruch. Auch Hinrichtungen werden erwähnt, z.B. von zwei Dieben oder einem Totschläger mit dem Schwert. Am Ende des Akts folgt noch eine Statistik über die im Gefängnis gewesenen und vom Stadtrichter behandelten Personen.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Abschließend wollen wir kurz betrachten, welche Verbrechen und Vergehen in der Stadt Wasserburg begangen und welche Strafen dafür verhängt wurden. Hierzu liegt mit einem Gefangenenverzeichnis aus den Jahren 1612 bis 1619&amp;lt;ref&amp;gt;[[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#StadtA Wasserburg a. Inn, I1b115|StadtA Wasserburg a. Inn, I1b115]].&amp;lt;/ref&amp;gt; eine interessante Quelle vor, die vor einigen Jahren bereits als „Archivalie des Monats“ behandelt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Stadtarchiv Wasserburg a. Inn, Frühneuzeitliches Strafjustizwesen in Wasserburg|Stadtarchiv Wasserburg a. Inn, Frühneuzeitliches Strafjustizwesen in Wasserburg]] bzw. [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Haupt, Frühneuzeitliches Strafjustizwesen in Wasserburg|Haupt, Frühneuzeitliches Strafjustizwesen in Wasserburg]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Es werden ausschließlich die &amp;#039;&amp;#039;&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;maleficanten&lt;/ins&gt;&amp;#039;&amp;#039; verzeichnet, d.h. Personen, die eines todeswürdigen Verbrechens verdächtigt waren und die somit nicht in die Zuständigkeit des Stadtrichters fielen. Der Grund für die Anlage des Verzeichnisses dürfte dementsprechend in der Nachweispflicht gegenüber dem landesherrlichen Landrichter gelegen sein. Wie oben bereits dargestellt, war der Stadtrichter verpflichtet, für eine ordentliche und angemessene Unterbringung der Gefangenen zu sorgen und konnte diese auch verhören. Dies wird bei einzelnen Einträgen explizit vermerkt, z.B.: &amp;#039;&amp;#039;Ist ein soldat, Nicolaus Cannzlman genannt, in verhafft khommen unnd examinirt worden.&amp;#039;&amp;#039; In manchen Einträgen werden auch Körperstrafen, wie Auspeitschen oder auf dem Pranger stehen, erwähnt. Teilweise geht das Verzeichnis auch über das Erwartete hinaus, wenn z.B. festgehalten wurde, dass ein Akt als Abschrift an den Landrichter von Haag geschickt wurde oder dass wegen einer Gefangenen Schriftverkehr mit dem Bistum Salzburg gehalten wurde. Der Fall eines Soldaten, der die Bäcker mit Geldwechseln betrogen hatte, wurde als anstrengend charakterisiert: &amp;#039;&amp;#039;des lanngwirigen verhafft erlassen worden, mit welchem man vil müehe, auch hin und widerschreyben, seinetwegen gehabt.&amp;#039;&amp;#039; Auch der Selbstmord eines Pferdediebs in der Haft wird entsprechend gewertet: &amp;#039;&amp;#039;hierdurch vil müehe gemacht.&amp;#039;&amp;#039; Erwähnt werden auch Ermittlungen auf Ansinnen des Pflegers von Mörmoosen bei den hiesigen Goldschmieden wegen eines Kirchenraubs in Polling sowie aus eigenem Antrieb wegen Verdachts auf Ehebruch. Auch Hinrichtungen werden erwähnt, z.B. von zwei Dieben oder einem Totschläger mit dem Schwert. Am Ende des Akts folgt noch eine Statistik über die im Gefängnis gewesenen und vom Stadtrichter behandelten Personen.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Wmetzner</name></author>
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		<title>Wmetzner am 15. Juli 2026 um 15:55 Uhr</title>
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		<title>Wmetzner: /* Gerichtsbarkeiten und Zuständigkeiten in der Stadt Wasserburg am Inn */</title>
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Als Stadtrichter sollte die Stadt eine &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;„sonnderbare&lt;/del&gt;, steethe, taugliche, qualificierte &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;persohn“ &lt;/del&gt;auswählen. Der auserkorene Stadtrichter musste dem Herzog in München präsentiert und von diesem bestätigt werden. Dabei erhielt er auch den &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;„pluetpan“&lt;/del&gt;. Bezahlt wurde er jedoch von der Stadt. In besonders schwierigen Fällen durfte der Stadtrichter einzelne Ratsmitglieder oder den ganzen Rat in die Rechtsfindung einbeziehen. Der Stadtrichter war auch zu Folter und peinlicher Befragung (&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;„gichtigung“&lt;/del&gt;) befugt und dies nicht nur bei Personen, die in Stadt und Burgfrieden lebten, sondern auch bei Personen aus dem Landgericht Wasserburg, wie dies bisher „brauch gewesen“. Eingeschränkt blieben die Befugnisse des Stadtrichters lediglich bei landesherrlichen &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;„officieren &lt;/del&gt;und diener(n)&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;“. Für die Einrichtung dieses Stadtgerichts musste die Stadt Wasserburg dem Herzog jährlich 130 fl zahlen. Die bereits erwähnten Zahlungen der Gastwirte, Bäcker und Metzger an das Stadtgericht blieben bestehen, kamen nun aber der Stadt Wasserburg zugute. Letztlich scheint die Urkunde eine Mischung aus Bestätigung und Neuverleihung zu sein. Einerseits werden bereits bestehende Rechte bestätigt, andererseits neue Rechte verliehen. Auf diese Weise konnten Städte schrittweise ihre Rechtsstellung erweitern und landesherrliche Macht zurückdrängen. Diese Entwicklung kann man bei den Reichsstädten im Großen beobachten und die Landstädte nahmen sich dies sicher zum Vorbild.&lt;/del&gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Gute &lt;/del&gt;Beispiele dafür sind [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Paulus, Augsburg, Reichsstadt|Paulus, Augsburg, Reichsstadt]], [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Specker, Ulm, Reichsstadt|Specker, Ulm, Reichsstadt]],  [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Sponsel, Nördlingen, Reichsstadt|Sponsel, Nördlingen, Reichsstadt]], [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Petz, Kempten, Reichsstadt|Petz, Kempten, Reichsstadt]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Tertulina Burkard bezieht sich wohl auf diese Urkunde, wenn sie schreibt: &amp;#039;&amp;#039;1585 billigte Herzog Wilhelm V. (1579-1597) die Behandlung städtischer – wohl niedergerichtlicher – Rechtssachen durch einen Stadtrichter.&amp;#039;&amp;#039; Sie verweist zuvor auf häufige Unstimmigkeiten zwischen Stadt und Landesherr (&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&amp;#039;&amp;#039;&lt;/del&gt;Staat&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&amp;#039;&amp;#039;&lt;/del&gt;) aufgrund der &amp;#039;&amp;#039;Doppelstellung des Richters als eines herzoglichen Beamten einerseits und eines Organs der Stadtgemeinde andererseits.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Burkard, Die Landgerichte Wasserburg und Kling|Burkard, Die Landgerichte Wasserburg und Kling]], 173.&amp;lt;/ref&amp;gt; Offenbar hatte der Wasserburger Stadtrichter sowohl städtische als auch landesherrliche Aufgaben zu erfüllen, was wenig überraschend zu Problemen in der Abgrenzung führte. Die Urkunde vom 31. Juli 1585 muss vor diesem Hintergrund gesehen werden. Der Herzog versuchte eine klare Regelung zu finden und dabei auch zwischen Hoch- und Niedergerichtsbarkeit zu unterscheiden. Gerade die Regelung zur Niedergerichtsbarkeit ist interessant. Diese war wohl zuvor von Pfleger (= herzoglicher Beamter) und Stadtrichter gemeinsam ausgeübt worden und wird nun der Stadt Wasserburg in alleiniger Zuständigkeit übertragen. Wie bereits oben erwähnt wurde dem Stadtrichter auch der Blutbann verliehen, was 30 Jahre später erneut erfolgte. Die Urkunde von 1585 ist nicht nur ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur dauerhaften Verleihung der Niedergerichtsbarkeit an die Stadt Wasserburg im Jahr 1615, sondern auch ein gutes Beispiel für die verschiedenen Gerichtsbarkeiten und Zuständigkeiten sowie die Kompetenzstreitigkeiten zwischen deren Inhabern. Das bereits erwähnte Privileg von 1615 bezieht sich in der Arenga sogar auf den Streit und die Regelung von 1585 und bestätigt (teilweise wortgleich) die damaligen Regelungen. Die größten Änderungen stellten die Erhöhung der jährlichen Zahlung der Stadt Wasserburg an den Herzog von 130 auf 300 fl sowie der Wegfall der Folter dar. Warum dem Stadtrichter 1615 zwar der Blutbann, aber nicht das Recht der peinlichen Befragung verliehen wurde, lässt sich aus den Quellen leider nicht erschließen. Möglicherweise wollte der Herzog damit klarstellen, dass die Stadt Wasserburg kein Hochgericht war und somit die Abgrenzung vom Landgericht betonen. Solange jedoch zu dieser Frage keine Quellen auftauchen, bleibt dies Spekulation.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Im Jahr 1585 musste ein Streit zwischen der Stadt Wasserburg und dem Wasserburger Pfleger Hilpold Neuhauser von Herzog Wilhelm V. geschlichtet werden. Dies geschah durch eine Urkunde vom 31. Juli 1585.&amp;lt;ref&amp;gt;Urkunde Herzog Wilhelms V. von Bayern, München, 31.07.1585 ([[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#StadtA Wasserburg a. Inn, I1b684|StadtA Wasserburg a. Inn, I1b684]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Viztumwändel sollten wie bisher durch den Rentmeister abgestraft werden und die Stadt von den Geldern nichts erhalten. Die Niedergerichtsbarkeit, welche bisher der Pfleger und der Stadtrichter gemeinsam ausgeübt hatten, wurde – allerdings auf Widerruf – der Stadt Wasserburg übertragen. Als Stadtrichter sollte die Stadt eine &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&amp;#039;&amp;#039;sonnderbare&lt;/ins&gt;, steethe, taugliche, qualificierte &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;persoh&amp;#039;&amp;#039; &lt;/ins&gt;auswählen. Der auserkorene Stadtrichter musste dem Herzog in München präsentiert und von diesem bestätigt werden. Dabei erhielt er auch den &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&amp;#039;&amp;#039;pluetpan&amp;#039;&amp;#039;&lt;/ins&gt;. Bezahlt wurde er jedoch von der Stadt. In besonders schwierigen Fällen durfte der Stadtrichter einzelne Ratsmitglieder oder den ganzen Rat in die Rechtsfindung einbeziehen. Der Stadtrichter war auch zu Folter und peinlicher Befragung (&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&amp;#039;&amp;#039;gichtigung&amp;#039;&amp;#039;&lt;/ins&gt;) befugt und dies nicht nur bei Personen, die in Stadt und Burgfrieden lebten, sondern auch bei Personen aus dem Landgericht Wasserburg, wie dies bisher „brauch gewesen“. Eingeschränkt blieben die Befugnisse des Stadtrichters lediglich bei landesherrlichen &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&amp;#039;&amp;#039;officieren &lt;/ins&gt;und diener(n)&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&amp;#039;&amp;#039; &lt;/ins&gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Beispiele dafür sind [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Paulus, Augsburg, Reichsstadt|Paulus, Augsburg, Reichsstadt]], [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Specker, Ulm, Reichsstadt|Specker, Ulm, Reichsstadt]],  [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Sponsel, Nördlingen, Reichsstadt|Sponsel, Nördlingen, Reichsstadt]], [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Petz, Kempten, Reichsstadt|Petz, Kempten, Reichsstadt]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Tertulina Burkard bezieht sich wohl auf diese Urkunde, wenn sie schreibt: &amp;#039;&amp;#039;1585 billigte Herzog Wilhelm V. (1579-1597) die Behandlung städtischer – wohl niedergerichtlicher – Rechtssachen durch einen Stadtrichter.&amp;#039;&amp;#039; Sie verweist zuvor auf häufige Unstimmigkeiten zwischen Stadt und Landesherr (&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&amp;quot;&lt;/ins&gt;Staat&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&amp;quot;&lt;/ins&gt;) aufgrund der &amp;#039;&amp;#039;Doppelstellung des Richters als eines herzoglichen Beamten einerseits und eines Organs der Stadtgemeinde andererseits.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Burkard, Die Landgerichte Wasserburg und Kling|Burkard, Die Landgerichte Wasserburg und Kling]], 173.&amp;lt;/ref&amp;gt; Offenbar hatte der Wasserburger Stadtrichter sowohl städtische als auch landesherrliche Aufgaben zu erfüllen, was wenig überraschend zu Problemen in der Abgrenzung führte. Die Urkunde vom 31. Juli 1585 muss vor diesem Hintergrund gesehen werden. Der Herzog versuchte eine klare Regelung zu finden und dabei auch zwischen Hoch- und Niedergerichtsbarkeit zu unterscheiden. Gerade die Regelung zur Niedergerichtsbarkeit ist interessant. Diese war wohl zuvor von Pfleger (= herzoglicher Beamter) und Stadtrichter gemeinsam ausgeübt worden und wird nun der Stadt Wasserburg in alleiniger Zuständigkeit übertragen. Wie bereits oben erwähnt wurde dem Stadtrichter auch der Blutbann verliehen, was 30 Jahre später erneut erfolgte. Die Urkunde von 1585 ist nicht nur ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur dauerhaften Verleihung der Niedergerichtsbarkeit an die Stadt Wasserburg im Jahr 1615, sondern auch ein gutes Beispiel für die verschiedenen Gerichtsbarkeiten und Zuständigkeiten sowie die Kompetenzstreitigkeiten zwischen deren Inhabern. Das bereits erwähnte Privileg von 1615 bezieht sich in der Arenga sogar auf den Streit und die Regelung von 1585 und bestätigt (teilweise wortgleich) die damaligen Regelungen. Die größten Änderungen stellten die Erhöhung der jährlichen Zahlung der Stadt Wasserburg an den Herzog von 130 auf 300 fl sowie der Wegfall der Folter dar. Warum dem Stadtrichter 1615 zwar der Blutbann, aber nicht das Recht der peinlichen Befragung verliehen wurde, lässt sich aus den Quellen leider nicht erschließen. Möglicherweise wollte der Herzog damit klarstellen, dass die Stadt Wasserburg kein Hochgericht war und somit die Abgrenzung vom Landgericht betonen. Solange jedoch zu dieser Frage keine Quellen auftauchen, bleibt dies Spekulation.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Wmetzner</name></author>
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		<title>Wmetzner: /* Der Wasserburger Stadtrichter */</title>
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Inn, I1b75|StadtA Wasserburg a. Inn, I1b75]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Bürgermeister und Rat wählten den Stadtrichter selbst aus und besoldeten ihn auch. Gleichzeitig wurde dem Stadtrichter auch der Blutbann übertragen, was ihm den Titel &amp;#039;&amp;#039;Stadt- und &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Bannrichte&lt;/del&gt;&amp;#039;&amp;#039; einbrachte. Zu einem Hochgericht wurde das Stadtgericht dadurch jedoch nicht. Ende des 18. Jahrhunderts wurde der Stadt Wasserburg zunächst die Gerichtsbarkeit genommen und einem kurfürstlichen Pflegsbeamten übertragen. Doch schon 1787 durfte die Stadt wieder einen Stadt- und Bannrichter vorschlagen, der danach vom Kurfürsten bestätigt wurde. Anfang des 19. Jahrhunderts erfolgte dann jedoch eine komplette Neuorganisation des Gerichtswesens und der Verwaltung in Bayern, in deren Zuge 1809 das Stadtgericht aufgehoben wurde und die Stadtgerichtsbarkeit dem königlichen Landgericht übertragen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Burkard, Die Landgerichte Wasserburg und Kling|Burkard, Die Landgerichte Wasserburg und Kling]], 168-176. Zur Neuorganisation Anfang des 19. Jahrhunderts siehe [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Bachmann, Justiz(19./20. Jahrhundert)|Bachmann, Justiz(19./20. Jahrhundert)]], 318-320.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Ein Wasserburger Stadtrichter wird urkundlich erstmals 1323 erwähnt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Burkard, Die Landgerichte Wasserburg und Kling|Burkard, Die Landgerichte Wasserburg und Kling]], 172.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Stadtrechtserneuerung der Herzöge Stephan II. und seiner Söhne Friedrich und Johann II. aus dem Jahr 1374 bestätigte das Stadtgericht.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Burkard, Die Landgerichte Wasserburg und Kling|Burkard, Die Landgerichte Wasserburg und Kling]], 168f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Um 1600 erfolgte die formelle Trennung zwischen landesherrlicher und städtischer Gerichtsbarkeit: einerseits der landesfürstliche Pfleger, andererseits der Stadtrichter.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Burkard, Die Landgerichte Wasserburg und Kling|Burkard, Die Landgerichte Wasserburg und Kling]], 137f.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mit einem herzoglichen Privileg von 1615 wurde der Stadt Wasserburg gegen eine jährliche Zahlung von 300 Gulden die Niedergerichtsbarkeit über Bürger, Einwohner und Ausländer übertragen.&amp;lt;ref&amp;gt;Urkunde Herzog Maximilians I, München, 10.07.1615 [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#StadtA Wasserburg a. 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		<author><name>Wmetzner</name></author>
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		<title>Wmetzner: /* Verbrechen, Vergehen und Strafen in der Stadt Wasserburg am Inn */</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span dir=&quot;auto&quot;&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Verbrechen, Vergehen und Strafen in der Stadt Wasserburg am Inn&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
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Personen, die eines todeswürdigen Verbrechens verdächtigt waren und die somit nicht in die Zuständigkeit des Stadtrichters fielen. Der Grund für die Anlage des Verzeichnisses dürfte dementsprechend in der Nachweispflicht gegenüber dem landesherrlichen Landrichter gelegen sein. Wie oben bereits dargestellt, war der Stadtrichter verpflichtet, für eine ordentliche und angemessene Unterbringung der Gefangenen zu sorgen und konnte diese auch verhören. Dies wird bei einzelnen Einträgen explizit vermerkt, z.B.: &amp;#039;&amp;#039;Ist ein soldat, Nicolaus Cannzlman genannt, in verhafft khommen unnd examinirt worden.&amp;#039;&amp;#039; In manchen Einträgen werden auch Körperstrafen, wie Auspeitschen oder auf dem Pranger stehen, erwähnt. Teilweise geht das Verzeichnis auch über das Erwartete hinaus, wenn z.B. festgehalten wurde, dass ein Akt als Abschrift an den Landrichter von Haag geschickt wurde oder dass wegen einer Gefangenen Schriftverkehr mit dem Bistum Salzburg gehalten wurde. Der Fall eines Soldaten, der die Bäcker mit Geldwechseln betrogen hatte, wurde als anstrengend charakterisiert: &amp;#039;&amp;#039;des lanngwirigen verhafft erlassen worden, mit welchem man vil müehe, auch hin und widerschreyben, seinetwegen gehabt.&amp;#039;&amp;#039; Auch der Selbstmord eines Pferdediebs in der Haft wird entsprechend gewertet: &amp;#039;&amp;#039;hierdurch vil müehe gemacht.&amp;#039;&amp;#039; Erwähnt werden auch Ermittlungen auf Ansinnen des Pflegers von Mörmoosen bei den hiesigen Goldschmieden wegen eines Kirchenraubs in Polling sowie aus eigenem Antrieb wegen Verdachts auf Ehebruch. Auch Hinrichtungen werden erwähnt, z.B. von zwei Dieben oder einem Totschläger mit dem Schwert. Am Ende des Akts folgt noch eine Statistik über die im Gefängnis gewesenen und vom Stadtrichter behandelten Personen.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Abschließend wollen wir kurz betrachten, welche Verbrechen und Vergehen in der Stadt Wasserburg begangen und welche Strafen dafür verhängt wurden. Hierzu liegt mit einem Gefangenenverzeichnis aus den Jahren 1612 bis 1619&amp;lt;ref&amp;gt;[[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#StadtA Wasserburg a. Inn, I1b115|StadtA Wasserburg a. 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Dies wird bei einzelnen Einträgen explizit vermerkt, z.B.: &amp;#039;&amp;#039;Ist ein soldat, Nicolaus Cannzlman genannt, in verhafft khommen unnd examinirt worden.&amp;#039;&amp;#039; In manchen Einträgen werden auch Körperstrafen, wie Auspeitschen oder auf dem Pranger stehen, erwähnt. Teilweise geht das Verzeichnis auch über das Erwartete hinaus, wenn z.B. festgehalten wurde, dass ein Akt als Abschrift an den Landrichter von Haag geschickt wurde oder dass wegen einer Gefangenen Schriftverkehr mit dem Bistum Salzburg gehalten wurde. Der Fall eines Soldaten, der die Bäcker mit Geldwechseln betrogen hatte, wurde als anstrengend charakterisiert: &amp;#039;&amp;#039;des lanngwirigen verhafft erlassen worden, mit welchem man vil müehe, auch hin und widerschreyben, seinetwegen gehabt.&amp;#039;&amp;#039; Auch der Selbstmord eines Pferdediebs in der Haft wird entsprechend gewertet: &amp;#039;&amp;#039;hierdurch vil müehe gemacht.&amp;#039;&amp;#039; Erwähnt werden auch Ermittlungen auf Ansinnen des Pflegers von Mörmoosen bei den hiesigen Goldschmieden wegen eines Kirchenraubs in Polling sowie aus eigenem Antrieb wegen Verdachts auf Ehebruch. Auch Hinrichtungen werden erwähnt, z.B. von zwei Dieben oder einem Totschläger mit dem Schwert. Am Ende des Akts folgt noch eine Statistik über die im Gefängnis gewesenen und vom Stadtrichter behandelten Personen.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Wmetzner</name></author>
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		<title>Wmetzner: /* Verbrechen, Vergehen und Strafen in der Stadt Wasserburg am Inn */</title>
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		<author><name>Wmetzner</name></author>
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		<title>Wmetzner: /* Verbrechen, Vergehen und Strafen in der Stadt Wasserburg am Inn */</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span dir=&quot;auto&quot;&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Verbrechen, Vergehen und Strafen in der Stadt Wasserburg am Inn&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
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Dies wird bei einzelnen Einträgen explizit vermerkt, z.B.: &amp;#039;&amp;#039;Ist ein soldat, Nicolaus Cannzlman genannt, in verhafft khommen unnd examinirt worden.&amp;#039;&amp;#039; In manchen Einträgen werden auch Körperstrafen, wie Auspeitschen oder auf dem Pranger stehen, erwähnt. Teilweise geht das Verzeichnis auch über das Erwartete hinaus, wenn z.B. festgehalten wurde, dass ein Akt als Abschrift an den Landrichter von Haag geschickt wurde oder dass wegen einer Gefangenen Schriftverkehr mit dem Bistum Salzburg gehalten wurde. Der Fall eines Soldaten, der die Bäcker mit Geldwechseln betrogen hatte, wurde als anstrengend charakterisiert: &amp;#039;&amp;#039;des lanngwirigen verhafft erlassen worden, mit welchem man vil müehe, auch hin und widerschreyben, seinetwegen gehabt.&amp;#039;&amp;#039; Auch der Selbstmord eines Pferdediebs in der Haft wird entsprechend gewertet: &amp;#039;&amp;#039;hierdurch vil müehe gemacht.&amp;#039;&amp;#039; Erwähnt werden auch Ermittlungen auf Ansinnen des Pflegers von Mörmoosen bei den hiesigen Goldschmieden wegen eines Kirchenraubs in Polling sowie aus eigenem Antrieb wegen Verdachts auf Ehebruch. Auch Hinrichtungen werden erwähnt, z.B. von zwei Dieben oder einem Totschläger mit dem Schwert. 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Der Fall eines Soldaten, der die Bäcker mit Geldwechseln betrogen hatte, wurde als anstrengend charakterisiert: &amp;#039;&amp;#039;des lanngwirigen verhafft erlassen worden, mit welchem man vil müehe, auch hin und widerschreyben, seinetwegen gehabt.&amp;#039;&amp;#039; Auch der Selbstmord eines Pferdediebs in der Haft wird entsprechend gewertet: &amp;#039;&amp;#039;hierdurch vil müehe gemacht.&amp;#039;&amp;#039; Erwähnt werden auch Ermittlungen auf Ansinnen des Pflegers von Mörmoosen bei den hiesigen Goldschmieden wegen eines Kirchenraubs in Polling sowie aus eigenem Antrieb wegen Verdachts auf Ehebruch. Auch Hinrichtungen werden erwähnt, z.B. von zwei Dieben oder einem Totschläger mit dem Schwert. Am Ende des Akts folgt noch eine Statistik über die im Gefängnis gewesenen und vom Stadtrichter behandelten Personen.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Die erwähnten Straftaten bzw. Vergehen zeigen das gesamte Panorama des frühneuzeitlichen Strafrechts. Neben Tatbeständen, die auch noch heute noch strafbar sind (Mord, Totschlag&amp;lt;ref&amp;gt;Zu den frühneuzeitlichen Straftatbeständen Mord und Todschlag siehe [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Heydenreuter, Kriminalgeschichte Bayerns|Heydenreuter, Kriminalgeschichte Bayerns]], 78-83.&amp;lt;/ref&amp;gt;, Körperverletzung&amp;lt;ref&amp;gt;Zum frühneuzeitlichen Strafttatbestand Körperverletzung siehe [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Heydenreuter, Kriminalgeschichte Bayerns|Heydenreuter, Kriminalgeschichte Bayerns]], 85.&amp;lt;/ref&amp;gt;, Diebstahl&amp;lt;ref&amp;gt;Zu den frühneuzeitlichen Eigentumsdelikten siehe [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Heydenreuter, Kriminalgeschichte Bayerns|Heydenreuter, Kriminalgeschichte Bayerns]], 85-93.&amp;lt;/ref&amp;gt; Betrug, Beleidigung), finden sich auch Sittlichkeitsdelikte (Leichtfertigkeit, Ehebruch, Kuppelei, Konkubinat)&amp;lt;ref&amp;gt;Zu den frühneuzeitlichen Sittlichkeitsdelikten siehe [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Heydenreuter, Kriminalgeschichte Bayerns|Heydenreuter, Kriminalgeschichte Bayerns]], 97-109.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Zauberei&amp;lt;ref&amp;gt;Zum frühneuzeitlichen Strafttatbestand Zauberei und Hexerei siehe [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Heydenreuter, Kriminalgeschichte Bayerns|Heydenreuter, Kriminalgeschichte Bayerns]], 112-129.&amp;lt;/ref&amp;gt;.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Die erwähnten Straftaten bzw. Vergehen zeigen das gesamte Panorama des frühneuzeitlichen Strafrechts. Neben Tatbeständen, die auch noch heute noch strafbar sind (Mord, Totschlag&amp;lt;ref&amp;gt;Zu den frühneuzeitlichen Straftatbeständen Mord und Todschlag siehe [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Heydenreuter, Kriminalgeschichte Bayerns|Heydenreuter, Kriminalgeschichte Bayerns]], 78-83.&amp;lt;/ref&amp;gt;, Körperverletzung&amp;lt;ref&amp;gt;Zum frühneuzeitlichen Strafttatbestand Körperverletzung siehe [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Heydenreuter, Kriminalgeschichte Bayerns|Heydenreuter, Kriminalgeschichte Bayerns]], 85.&amp;lt;/ref&amp;gt;, Diebstahl&amp;lt;ref&amp;gt;Zu den frühneuzeitlichen Eigentumsdelikten siehe [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Heydenreuter, Kriminalgeschichte Bayerns|Heydenreuter, Kriminalgeschichte Bayerns]], 85-93.&amp;lt;/ref&amp;gt; Betrug, Beleidigung), finden sich auch Sittlichkeitsdelikte (Leichtfertigkeit, Ehebruch, Kuppelei, Konkubinat)&amp;lt;ref&amp;gt;Zu den frühneuzeitlichen Sittlichkeitsdelikten siehe [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Heydenreuter, Kriminalgeschichte Bayerns|Heydenreuter, Kriminalgeschichte Bayerns]], 97-109.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Zauberei&amp;lt;ref&amp;gt;Zum frühneuzeitlichen Strafttatbestand Zauberei und Hexerei siehe [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Heydenreuter, Kriminalgeschichte Bayerns|Heydenreuter, Kriminalgeschichte Bayerns]], 112-129.&amp;lt;/ref&amp;gt;.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>Wmetzner</name></author>
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