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	<title>Gerichtswesen - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Historisches Lexikon Wasserburg</subtitle>
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		<title>Wmetzner: /* Verbrechen, Vergehen und Strafen in der Stadt Wasserburg am Inn */</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span dir=&quot;auto&quot;&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Verbrechen, Vergehen und Strafen in der Stadt Wasserburg am Inn&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
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		<author><name>Wmetzner</name></author>
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		<title>Wmetzner: /* Der Wasserburger Stadtrichter */</title>
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		<updated>2026-07-08T09:43:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span dir=&quot;auto&quot;&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Der Wasserburger Stadtrichter&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
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Auf deren Amtsführung sollte er besonders achten, um in der Vergangenheit eingetretene Missstände bei der Behandlung der Gefangenen zu verhindern (&amp;#039;&amp;#039;damit sy alle gefanngene, insonderheit aber die malefizpersohnen, in guetter verwahrung versorgen unnd nit, wie ein zeit hero beschechen, so liederlich darmit umbgehe&amp;#039;&amp;#039;). Zusätzlich hatte er die Meldezettel bei den Gastwirten einzufordern. Personen, die eines mit der Todesstrafe bedrohten Verbrechens beschuldigt wurden (&amp;#039;&amp;#039;ain malefiz verdechtliche persohn&amp;#039;&amp;#039;), hatte er zu verhören (&amp;#039;&amp;#039;examiniern&amp;#039;&amp;#039;), aber nicht peinlich zu befragen oder zu foltern. Die Viztumwändel hatte er gewissenhaft zu verzeichnen, damit der Rentmeister auf seinen jährlichen Umritten nichts beanstanden konnte. Ausführlich widmet sich die Instruktion dem Rumor, einem Vergehen, das von einer Prügelei bis zum Landfriedensbruch reichen konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Heydenreuter, Kriminalgeschichte Bayerns|Heydenreuter, Kriminalgeschichte Bayerns]], 133f&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;.&lt;/del&gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hier zeigt sich die Bedeutung der Aufrechterhaltung der inneren Sicherheit in der Stadt. Interessant ist, dass einzelne Handwerker, nämlich die Gastwirte, Bäcker und Metzger, eine eigene Gerichtsbarkeit bei Streitigkeiten (&amp;#039;&amp;#039;greinhändel&amp;#039;&amp;#039;) hatten, wofür sie einen gewissen Betrag an den Stadtrichter zu entrichten hatten. Auch für Pfändungen war der Stadtrichter zuständig. Eine weitere Aufgabe war die Aufsicht über Maße und Gewichte. Strafzahlungen gingen an die Stadt, nur bei &amp;#039;&amp;#039;rumor unnd iniuri hanndlungen&amp;#039;&amp;#039; (Prügeleien und Beleidigungen) erhielt sie der Richter. Strafzahlungen von Bürgern gingen immer an die Stadt. Allerdings stand dem Stadtrichter von allen Strafzahlungen ein Drittel &amp;#039;&amp;#039;vermög seiner bestahlung&amp;#039;&amp;#039; zu. Die Rechtsprechung erfolgte nach &amp;#039;&amp;#039;Puechsag&amp;#039;&amp;#039;, d.h. nach dem Landrechtsbuch Kaiser Ludwigs des Bayern von 1335/46.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Sagstetter, Hoch- und Niedergerichtsbarkeit im spätmittelalterlichen Herzogtum Bayern|Sagstetter, Hoch- und Niedergerichtsbarkeit im spätmittelalterlichen Herzogtum Bayern]], 200.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Stadtrichter wurde auch an ordentliche Verfahren &amp;#039;&amp;#039;ohne allen lenngern verschub&amp;#039;&amp;#039;, ermahnt. Eine Folge aus der Causa Martin Schrag?&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Gampert, Tuchraub|Gampert, Tuchraub]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;abzustellen und zu verhindern hatte. Gemeinsam mit den &amp;#039;&amp;#039;ambtleiten&amp;#039;&amp;#039; hatte er bei Hochzeiten und Feiertagen auf den Gassen&amp;#039;&amp;#039;zucht&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;fridt&amp;#039;&amp;#039; zu überwachen. Der Stadtrichter hatte auch die Aufsicht über die Gefängnisse und die dafür zuständigen Amtleute. Auf deren Amtsführung sollte er besonders achten, um in der Vergangenheit eingetretene Missstände bei der Behandlung der Gefangenen zu verhindern (&amp;#039;&amp;#039;damit sy alle gefanngene, insonderheit aber die malefizpersohnen, in guetter verwahrung versorgen unnd nit, wie ein zeit hero beschechen, so liederlich darmit umbgehe&amp;#039;&amp;#039;). Zusätzlich hatte er die Meldezettel bei den Gastwirten einzufordern. Personen, die eines mit der Todesstrafe bedrohten Verbrechens beschuldigt wurden (&amp;#039;&amp;#039;ain malefiz verdechtliche persohn&amp;#039;&amp;#039;), hatte er zu verhören (&amp;#039;&amp;#039;examiniern&amp;#039;&amp;#039;), aber nicht peinlich zu befragen oder zu foltern. Die Viztumwändel hatte er gewissenhaft zu verzeichnen, damit der Rentmeister auf seinen jährlichen Umritten nichts beanstanden konnte. Ausführlich widmet sich die Instruktion dem Rumor, einem Vergehen, das von einer Prügelei bis zum Landfriedensbruch reichen konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Heydenreuter, Kriminalgeschichte Bayerns|Heydenreuter, Kriminalgeschichte Bayerns]], 133f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hier zeigt sich die Bedeutung der Aufrechterhaltung der inneren Sicherheit in der Stadt. Interessant ist, dass einzelne Handwerker, nämlich die Gastwirte, Bäcker und Metzger, eine eigene Gerichtsbarkeit bei Streitigkeiten (&amp;#039;&amp;#039;greinhändel&amp;#039;&amp;#039;) hatten, wofür sie einen gewissen Betrag an den Stadtrichter zu entrichten hatten. Auch für Pfändungen war der Stadtrichter zuständig. Eine weitere Aufgabe war die Aufsicht über Maße und Gewichte. Strafzahlungen gingen an die Stadt, nur bei &amp;#039;&amp;#039;rumor unnd iniuri hanndlungen&amp;#039;&amp;#039; (Prügeleien und Beleidigungen) erhielt sie der Richter. Strafzahlungen von Bürgern gingen immer an die Stadt. Allerdings stand dem Stadtrichter von allen Strafzahlungen ein Drittel &amp;#039;&amp;#039;vermög seiner bestahlung&amp;#039;&amp;#039; zu. Die Rechtsprechung erfolgte nach &amp;#039;&amp;#039;Puechsag&amp;#039;&amp;#039;, d.h. nach dem Landrechtsbuch Kaiser Ludwigs des Bayern von 1335/46.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Sagstetter, Hoch- und Niedergerichtsbarkeit im spätmittelalterlichen Herzogtum Bayern|Sagstetter, Hoch- und Niedergerichtsbarkeit im spätmittelalterlichen Herzogtum Bayern]], 200.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Stadtrichter wurde auch an ordentliche Verfahren &amp;#039;&amp;#039;ohne allen lenngern verschub&amp;#039;&amp;#039;, ermahnt. Eine Folge aus der Causa Martin Schrag?&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Gampert, Tuchraub|Gampert, Tuchraub]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<title>Wmetzner: /* Der Wasserburger Stadtrichter */</title>
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Inn, I1b75|StadtA Wasserburg a. Inn, I1b75]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Bürgermeister und Rat wählten den Stadtrichter selbst aus und besoldeten ihn auch. Gleichzeitig wurde dem Stadtrichter auch der Blutbann übertragen, was ihm den Titel &amp;#039;&amp;#039;Stadt- und Bannrichte&amp;#039;&amp;#039; einbrachte. Zu einem Hochgericht wurde das Stadtgericht dadurch jedoch nicht. Ende des 18. Jahrhunderts wurde der Stadt Wasserburg zunächst die Gerichtsbarkeit genommen und einem kurfürstlichen Pflegsbeamten übertragen. Doch schon 1787 durfte die Stadt wieder einen Stadt- und Bannrichter vorschlagen, der danach vom Kurfürsten bestätigt wurde. Anfang des 19. Jahrhunderts erfolgte dann jedoch eine komplette Neuorganisation des Gerichtswesens und der Verwaltung in Bayern, in deren Zuge 1809 das Stadtgericht aufgehoben wurde und die Stadtgerichtsbarkeit dem königlichen Landgericht übertragen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Burkard, Die Landgerichte Wasserburg und Kling|Burkard, Die Landgerichte Wasserburg und Kling]], 168-176. Zur Neuorganisation Anfang des 19. Jahrhunderts siehe [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Bachmann, Justiz(19./20. Jahrhundert)|Bachmann, Justiz(19./20. 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Inn, I1b75|StadtA Wasserburg a. Inn, I1b75]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Bürgermeister und Rat wählten den Stadtrichter selbst aus und besoldeten ihn auch. Gleichzeitig wurde dem Stadtrichter auch der Blutbann übertragen, was ihm den Titel &amp;#039;&amp;#039;Stadt- und Bannrichte&amp;#039;&amp;#039; einbrachte. Zu einem Hochgericht wurde das Stadtgericht dadurch jedoch nicht. Ende des 18. Jahrhunderts wurde der Stadt Wasserburg zunächst die Gerichtsbarkeit genommen und einem kurfürstlichen Pflegsbeamten übertragen. Doch schon 1787 durfte die Stadt wieder einen Stadt- und Bannrichter vorschlagen, der danach vom Kurfürsten bestätigt wurde. Anfang des 19. Jahrhunderts erfolgte dann jedoch eine komplette Neuorganisation des Gerichtswesens und der Verwaltung in Bayern, in deren Zuge 1809 das Stadtgericht aufgehoben wurde und die Stadtgerichtsbarkeit dem königlichen Landgericht übertragen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Burkard, Die Landgerichte Wasserburg und Kling|Burkard, Die Landgerichte Wasserburg und Kling]], 168-176. Zur Neuorganisation Anfang des 19. Jahrhunderts siehe [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Bachmann, Justiz(19./20. Jahrhundert)|Bachmann, Justiz(19./20. 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		<author><name>Wmetzner</name></author>
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		<title>Wmetzner: /* Landgericht und Stadtgericht */</title>
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		<author><name>Wmetzner</name></author>
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		<title>Wmetzner: /* Hoch- und Niedergerichtsbarkeit */</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span dir=&quot;auto&quot;&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Hoch- und Niedergerichtsbarkeit&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
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Niedergerichte waren deutlich zahlreicher: &amp;#039;&amp;#039;Weltliche und geistliche Herrschaften und Hofmarken, Städte, Märkte und Urbarsgerichte.&amp;#039;&amp;#039;  &amp;#039;&amp;#039;Der Umfang der Niedergerichtsbarkeit wurde erstmals im Jahre 1311 umrissen, als Herzog Otto von Niederbayern zur Bestreitung der ihm aus seiner ungarischen Königspolitik entstandenen Kosten dem Adel, den Prälaten, d.h. den Vorstehern der geistlichen Stifte und Klöster, sowie Städten und Märkten die Hofmarksgerichtsbarkeit zum Kaufe anbot.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Hiereth, Die bayerische Gerichts- und Verwaltungsorganisation|Hiereth, Die bayerische Gerichts- und Verwaltungsorganisation]], 8f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Urkunde verlieh allen geistlichen und weltlichen Herren, die dem Herzog eine Steuer bewilligten, die Gerichtsbarkeit auf ihren Gütern mit Ausnahme der Malefizfälle (Diebstahl bzw. Straßenraub, Totschlag und Notzucht).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Heydenreuter, Kriminalgeschichte Bayerns|Heydenreuter, Kriminalgeschichte Bayerns]], 41f&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;.&lt;/del&gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit diesem als „Ottonische Handfeste“ bekannt gewordenen Freiheitsbrief für den niederbayerischen Landesteil sowie dem Hofmarkenprivileg Kaiser Ludwigs IV., des Bayern, von 1330 für den oberbayerischen Landesteil wurde die Formel von den drei Fällen weit verbreitet. Gleichzeitig stellte dies den Durchbruch für die neue Grenze zwischen Hoch- und Niedergerichtsbarkeit dar.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Sagstetter, Hoch- und Niedergerichtsbarkeit im spätmittelalterlichen Herzogtum Bayern|Sagstetter, Hoch- und Niedergerichtsbarkeit im spätmittelalterlichen Herzogtum Bayern]], S. 50. Zur Ottonischen Handfeste siehe ausführlich [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Hiereth, Ottonische Handfeste von 1311|Hiereth, Ottonische Handfeste von 1311]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Alle geringeren Vergehen fielen in die Niedergerichtsbarkeit. Bayerische Gerichte waren Hochgerichtsbezirke und wurden Landgericht genannt. Wenn im Landgericht eine Herrschaft lag, die den Blutbann besaß, war der herzogliche Landrichter nicht der einzige Hochrichter. 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Dieses Recht der Strafumwandlung wurde in Vertretung des Landesherrn durch den Viztum bzw. in dessen Nachfolge durch den Rentmeister ausgeübt.&amp;#039;&amp;#039; Der Viztum entschied, ob der Täter peinlich bestraft oder mit einer Geldbuße belegt wurde. Die Geldbußen erhielten so den Namen „Viztumswändel“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Sagstetter, Hoch- und Niedergerichtsbarkeit im spätmittelalterlichen Herzogtum Bayern|Sagstetter, Hoch- und Niedergerichtsbarkeit im spätmittelalterlichen Herzogtum Bayern]], 243.&amp;lt;/ref&amp;gt;, wahrscheinlich weil der Viztum die Strafe in eine Geldbuße (um)wandelte. Ein Zeugnis davon sind die Wendel-Bücher im Stadtarchiv Wasserburg, welche sich in den Verifikationen zur Stadtkammerrechnung erhalten haben. I.d.R. wurde pro Quartal ein Buch geführt, so dass pro Jahr vier Wendel-Bücher existieren. Die einzelnen kurz gehaltenen Einträge nennen das Datum, Namen und Beruf des Täters, die Tat und den bezahlten Geldbetrag.&amp;lt;ref&amp;gt;Beispielweise [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#StadtA Wasserburg a. Inn, I1c329|StadtA Wasserburg a. Inn, I1c329]], &amp;#039;&amp;#039;Außzaig der angefahlenen stattgerichtswändln der churfürstlichen statt Wasserburg im ersten quarthall 1760&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Entstehung und Entwicklung der Viztumhändel spielte sich im niederbayerischen Landesteil ab, wo der Begriff Mitte des 15. Jahrhundert &amp;#039;&amp;#039;„allgemein geläufig“ &amp;#039;&amp;#039; gewesen sei. Interessanterweise umfasste der Katalog der Viztumhändel nicht nur die bereits bekannten drei todeswürdigen Verbrechen, sondern bis zu 28 Tatbestände.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Sagstetter, Hoch- und Niedergerichtsbarkeit im spätmittelalterlichen Herzogtum Bayern|Sagstetter, Hoch- und Niedergerichtsbarkeit im spätmittelalterlichen Herzogtum Bayern]], 246-249.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;1508, drei Jahre nach der Wiedervereinigung von Ober- und Niederbayern, wurden die Viztumdelikte erstmals für das gesamte bayerische Herzogtum definiert.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Sagstetter, Hoch- und Niedergerichtsbarkeit im spätmittelalterlichen Herzogtum Bayern|Sagstetter, Hoch- und Niedergerichtsbarkeit im spätmittelalterlichen Herzogtum Bayern]], 275.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Fassung blieb für das 16. und 17. Jahrhundert maßgebend. Für Heydenreuter stellt die Liste der Viztumhändel die Weiterschreibung der Ottonischen Handfeste dar.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Heydenreuter, Kriminalgeschichte Bayerns|Heydenreuter, Kriminalgeschichte Bayerns]], 42.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Unterscheidung zwischen Hoch- und Niedergerichtsbarkeit blieb bis zum Ende des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation und somit auch für die gerichtlichen Zuständigkeiten in der Stadt Wasserburg maßgeblich.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;In diesem Kontext entwickelte sich im 15. Jahrhundert der Begriff der „Viztumhändel“.&amp;lt;ref&amp;gt;Zu den Viztumhändeln siehe ausführlich [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Sagstetter, Hoch- und Niedergerichtsbarkeit im spätmittelalterlichen Herzogtum Bayern|Sagstetter, Hoch- und Niedergerichtsbarkeit im spätmittelalterlichen Herzogtum Bayern]], 243.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Begriff fasst &amp;#039;&amp;#039;eine über die drei bzw. vier klassischen Blutfälle hinausgehende Reihe von hochgerichtlichen Delikten zusammen, bei denen die verwirkte peinliche (an Leib oder Leben zu vollziehende) Strafe im Gnadenweg in eine Vermögensstrafe umgewandelt werden konnte. Dieses Recht der Strafumwandlung wurde in Vertretung des Landesherrn durch den Viztum bzw. in dessen Nachfolge durch den Rentmeister ausgeübt.&amp;#039;&amp;#039; Der Viztum entschied, ob der Täter peinlich bestraft oder mit einer Geldbuße belegt wurde. Die Geldbußen erhielten so den Namen „Viztumswändel“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Sagstetter, Hoch- und Niedergerichtsbarkeit im spätmittelalterlichen Herzogtum Bayern|Sagstetter, Hoch- und Niedergerichtsbarkeit im spätmittelalterlichen Herzogtum Bayern]], 243.&amp;lt;/ref&amp;gt;, wahrscheinlich weil der Viztum die Strafe in eine Geldbuße (um)wandelte. Ein Zeugnis davon sind die Wendel-Bücher im Stadtarchiv Wasserburg, welche sich in den Verifikationen zur Stadtkammerrechnung erhalten haben. I.d.R. wurde pro Quartal ein Buch geführt, so dass pro Jahr vier Wendel-Bücher existieren. Die einzelnen kurz gehaltenen Einträge nennen das Datum, Namen und Beruf des Täters, die Tat und den bezahlten Geldbetrag.&amp;lt;ref&amp;gt;Beispielweise [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#StadtA Wasserburg a. Inn, I1c329|StadtA Wasserburg a. 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Interessanterweise umfasste der Katalog der Viztumhändel nicht nur die bereits bekannten drei todeswürdigen Verbrechen, sondern bis zu 28 Tatbestände.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Sagstetter, Hoch- und Niedergerichtsbarkeit im spätmittelalterlichen Herzogtum Bayern|Sagstetter, Hoch- und Niedergerichtsbarkeit im spätmittelalterlichen Herzogtum Bayern]], 246-249.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;1508, drei Jahre nach der Wiedervereinigung von Ober- und Niederbayern, wurden die Viztumdelikte erstmals für das gesamte bayerische Herzogtum definiert.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Sagstetter, Hoch- und Niedergerichtsbarkeit im spätmittelalterlichen Herzogtum Bayern|Sagstetter, Hoch- und Niedergerichtsbarkeit im spätmittelalterlichen Herzogtum Bayern]], 275.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Fassung blieb für das 16. und 17. Jahrhundert maßgebend. Für Heydenreuter stellt die Liste der Viztumhändel die Weiterschreibung der Ottonischen Handfeste dar.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Heydenreuter, Kriminalgeschichte Bayerns|Heydenreuter, Kriminalgeschichte Bayerns]], 42.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Unterscheidung zwischen Hoch- und Niedergerichtsbarkeit blieb bis zum Ende des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation und somit auch für die gerichtlichen Zuständigkeiten in der Stadt Wasserburg maßgeblich.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<title>Wmetzner: /* Hoch- und Niedergerichtsbarkeit */</title>
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Niedergerichte waren deutlich zahlreicher: &amp;#039;&amp;#039;Weltliche und geistliche Herrschaften und Hofmarken, Städte, Märkte und Urbarsgerichte.&amp;#039;&amp;#039;  &amp;#039;&amp;#039;Der Umfang der Niedergerichtsbarkeit wurde erstmals im Jahre 1311 umrissen, als Herzog Otto von Niederbayern zur Bestreitung der ihm aus seiner ungarischen Königspolitik entstandenen Kosten dem Adel, den Prälaten, d.h. den Vorstehern der geistlichen Stifte und Klöster, sowie Städten und Märkten die Hofmarksgerichtsbarkeit zum Kaufe anbot.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Hiereth, Die bayerische Gerichts- und Verwaltungsorganisation|Hiereth, Die bayerische Gerichts- und Verwaltungsorganisation]], 8f&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;.&lt;/del&gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Urkunde verlieh allen geistlichen und weltlichen Herren, die dem Herzog eine Steuer bewilligten, die Gerichtsbarkeit auf ihren Gütern mit Ausnahme der Malefizfälle (Diebstahl bzw. Straßenraub, Totschlag und Notzucht).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Heydenreuter, Kriminalgeschichte Bayerns|Heydenreuter, Kriminalgeschichte Bayerns]], 41f..&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit diesem als „Ottonische Handfeste“ bekannt gewordenen Freiheitsbrief für den niederbayerischen Landesteil sowie dem Hofmarkenprivileg Kaiser Ludwigs IV., des Bayern, von 1330 für den oberbayerischen Landesteil wurde die Formel von den drei Fällen weit verbreitet. Gleichzeitig stellte dies den Durchbruch für die neue Grenze zwischen Hoch- und Niedergerichtsbarkeit dar.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Sagstetter, Hoch- und Niedergerichtsbarkeit im spätmittelalterlichen Herzogtum Bayern|Sagstetter, Hoch- und Niedergerichtsbarkeit im spätmittelalterlichen Herzogtum Bayern]], S. 50. Zur Ottonischen Handfeste siehe ausführlich [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Hiereth, Ottonische Handfeste von 1311|Hiereth, Ottonische Handfeste von 1311]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Alle geringeren Vergehen fielen in die Niedergerichtsbarkeit. Bayerische Gerichte waren Hochgerichtsbezirke und wurden Landgericht genannt. Wenn im Landgericht eine Herrschaft lag, die den Blutbann besaß, war der herzogliche Landrichter nicht der einzige Hochrichter. 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Dieses Recht der Strafumwandlung wurde in Vertretung des Landesherrn durch den Viztum bzw. in dessen Nachfolge durch den Rentmeister ausgeübt.&amp;#039;&amp;#039; Der Viztum entschied, ob der Täter peinlich bestraft oder mit einer Geldbuße belegt wurde. Die Geldbußen erhielten so den Namen „Viztumswändel“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Sagstetter, Hoch- und Niedergerichtsbarkeit im spätmittelalterlichen Herzogtum Bayern|Sagstetter, Hoch- und Niedergerichtsbarkeit im spätmittelalterlichen Herzogtum Bayern]], 243.&amp;lt;/ref&amp;gt;, wahrscheinlich weil der Viztum die Strafe in eine Geldbuße (um)wandelte. Ein Zeugnis davon sind die Wendel-Bücher im Stadtarchiv Wasserburg, welche sich in den Verifikationen zur Stadtkammerrechnung erhalten haben. I.d.R. wurde pro Quartal ein Buch geführt, so dass pro Jahr vier Wendel-Bücher existieren. Die einzelnen kurz gehaltenen Einträge nennen das Datum, Namen und Beruf des Täters, die Tat und den bezahlten Geldbetrag.&amp;lt;ref&amp;gt;Beispielweise [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#StadtA Wasserburg a. Inn, I1c329|StadtA Wasserburg a. Inn, I1c329]], &amp;#039;&amp;#039;Außzaig der angefahlenen stattgerichtswändln der churfürstlichen statt Wasserburg im ersten quarthall 1760&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Entstehung und Entwicklung der Viztumhändel spielte sich im niederbayerischen Landesteil ab, wo der Begriff Mitte des 15. Jahrhundert &amp;#039;&amp;#039;„allgemein geläufig“ &amp;#039;&amp;#039; gewesen sei. 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		<title>Wmetzner: /* Der Wasserburger Stadtrichter */</title>
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Auf deren Amtsführung sollte er besonders achten, um in der Vergangenheit eingetretene Missstände bei der Behandlung der Gefangenen zu verhindern (&amp;#039;&amp;#039;damit sy alle gefanngene, insonderheit aber die malefizpersohnen, in guetter verwahrung versorgen unnd nit, wie ein zeit hero beschechen, so liederlich darmit umbgehe&amp;#039;&amp;#039;). Zusätzlich hatte er die Meldezettel bei den Gastwirten einzufordern. Personen, die eines mit der Todesstrafe bedrohten Verbrechens beschuldigt wurden (&amp;#039;&amp;#039;ain malefiz verdechtliche persohn&amp;#039;&amp;#039;), hatte er zu verhören (&amp;#039;&amp;#039;examiniern&amp;#039;&amp;#039;), aber nicht peinlich zu befragen oder zu foltern. Die Viztumwändel hatte er gewissenhaft zu verzeichnen, damit der Rentmeister auf seinen jährlichen Umritten nichts beanstanden konnte. Ausführlich widmet sich die Instruktion dem Rumor, einem Vergehen, das von einer Prügelei bis zum Landfriedensbruch reichen konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Heydenreuter, Kriminalgeschichte Bayerns|Heydenreuter, Kriminalgeschichte Bayerns]], 133f..&amp;lt;/ref&amp;gt; Hier zeigt sich die Bedeutung der Aufrechterhaltung der inneren Sicherheit in der Stadt. Interessant ist, dass einzelne Handwerker, nämlich die Gastwirte, Bäcker und Metzger, eine eigene Gerichtsbarkeit bei Streitigkeiten (&amp;#039;&amp;#039;greinhändel&amp;#039;&amp;#039;) hatten, wofür sie einen gewissen Betrag an den Stadtrichter zu entrichten hatten. Auch für Pfändungen war der Stadtrichter zuständig. Eine weitere Aufgabe war die Aufsicht über Maße und Gewichte. Strafzahlungen gingen an die Stadt, nur bei &amp;#039;&amp;#039;rumor unnd iniuri hanndlungen&amp;#039;&amp;#039; (Prügeleien und Beleidigungen) erhielt sie der Richter. Strafzahlungen von Bürgern gingen immer an die Stadt. Allerdings stand dem Stadtrichter von allen Strafzahlungen ein Drittel &amp;#039;&amp;#039;vermög seiner bestahlung&amp;#039;&amp;#039; zu. Die Rechtsprechung erfolgte nach &amp;#039;&amp;#039;Puechsag&amp;#039;&amp;#039;, d.h. nach dem Landrechtsbuch Kaiser Ludwigs des Bayern von 1335/46.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Sagstetter, Hoch- und Niedergerichtsbarkeit im spätmittelalterlichen Herzogtum Bayern|Sagstetter, Hoch- und Niedergerichtsbarkeit im spätmittelalterlichen Herzogtum Bayern]], 200.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Stadtrichter wurde auch an ordentliche Verfahren &amp;#039;&amp;#039;ohne allen lenngern verschub&amp;#039;&amp;#039;, ermahnt. Eine Folge aus der Causa Martin Schrag?&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Gampert, Tuchraub|Gampert, Tuchraub]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;abzustellen und zu verhindern hatte. Gemeinsam mit den &amp;#039;&amp;#039;&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;ambtleiten&lt;/ins&gt;&amp;#039;&amp;#039; hatte er bei Hochzeiten und Feiertagen auf den Gassen&amp;#039;&amp;#039;zucht&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;fridt&amp;#039;&amp;#039; zu überwachen. Der Stadtrichter hatte auch die Aufsicht über die Gefängnisse und die dafür zuständigen Amtleute. 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		<author><name>Wmetzner</name></author>
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		<title>Wmetzner: /* Der Wasserburger Stadtrichter */</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span dir=&quot;auto&quot;&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Der Wasserburger Stadtrichter&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
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Der Blutbann scheint ihm nicht übertragen worden zu sein, da er Hochrichter (&amp;#039;&amp;#039;richter des pluotpan&amp;#039;&amp;#039;) aus München auf eigene Kosten empfangen musste. Der Stadtrichter erhielt eine jährliche Besoldung von 100 fl und war zusätzlich von Steuern und anderen Bürgerpflichten befreit (&amp;#039;&amp;#039;steur auch annderer burgerlichen purden frey&amp;#039;&amp;#039;). Daneben erhielt er auch einen Anteil an den Gerichtsstrafen und -kosten. In diesem Zusammenhang wurde ihm auch die Führung der Wendel-Bücher und deren Übergabe an die Stadtkammer aufgetragen. Eine ausführliche, vom gleichen Tag datierende Instruktion für Tobias Graf, die in 18 Punkten seine Aufgaben als Stadtrichter niederschreibt, folgt auf die Bestallung. Neben den üblichen Ermahnungen, sich gehorsam gegenüber dem Rat zu zeigen sowie Satzung und Ordnung der Stadt zu wahren, folgen schon im zweiten Punkt detaillierte Ausführungen, die typisch für frühneuzeitliche &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&amp;#039;&amp;#039;&lt;/del&gt;Polizeyordnungen&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&amp;#039;&amp;#039;&lt;/del&gt;&amp;lt;ref&amp;gt; Siehe hierzu allgemein [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Wüst, Policeyordnungen|Wüst, Policeyordnungen]].&amp;lt;/ref&amp;gt; sind. Diese befassten sich weniger mit Themen und Aufgaben, die wir heute mit der Polizei verbinden (Gefahrenabwehr, Strafverfolgung, öffentliche Sicherheit), sondern vielmehr mit der Sorge um die guten Sitten der Bürger bzw. Untertanen im Sinne einer Sozialdisziplinierung und der Aufrechterhaltung der guten (im Sinne von moralisch korrekten) Ordnung des Gemeinwesens.&amp;lt;ref&amp;gt;Als Beispiel sei eine bayerische Policeyordnung von 1557 genannt (&amp;#039;&amp;#039;„zu sonder fürderung gemaines nutz / erhaltung erbern christlichen lebens und wandels / auch zu abstellung allerley eingerißner unordnungen / mängel und gebrechen“ &amp;#039;&amp;#039;), welche u.a. Bestimmungen zu Siegelgeld, Handel und Handwerk oder Hochzeitsfeiern enthält: Declaration und erleuterung etlicher in jüngst bayerischer auffgerichteter policeyordnung begrieffner articul im 1557.jar außgangen, München 1557 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek).&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Direkt im Anschluss an das Privileg von 1615 stellte die Stadt Wasserburg zum 1. Januar 1616 einen Stadtrichter namens Tobias Graf an.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#StadtA Wasserburg a. Inn, I1b684|StadtA Wasserburg a. Inn, I1b684]].&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Bestallungsurkunde wurden auch die Aufgaben des Stadtrichters kurz beschrieben. 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