Baugeschichte der historischen Stadtbefestigung

Aus Historisches Lexikon Wasserburg
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Autor: Gerald Dobler/Autor: Redaktion

Baugeschichte der historischen Stadtbefestigung[1]

Einführung

Anlass der Untersuchungen waren geplante Instandsetzungsmaßnahmen an dem noch aufrechtstehenden Teil der Stadtmauer im Bereich des Altstadtfriedhofs. Ziele der Untersuchungen waren u. a. eine Übersicht über die Geschichte und Baugeschichte der historischen Befestigungen der Stadt Wasserburg (Archivalienforschung) sowie über die Materialität und Bauabfolge der Ringmauer westlich des Roten Tors und der inneren Zwerchmauer (Bauforschung).[2] Die Burg wurde nur insoweit einbezogen, als deren Befestigungen zugleich auch als Stadtmauern/Stadttore bezeichnet werden können. Eine erschöpfende Bearbeitung der einzelnen Bestandteile der Befestigungen war im Rahmen der Archivalienforschung weder angestrebt noch möglich.

Zur Terminologie: Die eigentliche, bis in die Spätromanik zurückreichende Stadtmauer um den Stadtkern wird im Folgenden als Ringmauer bezeichnet, die drei zusätzlichen Quermauern von Osten nach Westen als innere, mittlere und äußere Zwerchmauer. Die Mauer entlang des Inns südlich der Burg ist die Zwingermauer der Burg. Die drei größeren Torbauten im Bereich der Burg, die den Zugang zur Stadt von Westen sicherten, werden als äußeres, mittleres und unteres Burgtor bezeichnet. Die übrigen Tore und Türme, deren Namen häufiger wechselten, werden mit dem geläufigen oder dem ältesten Namen bezeichnet.

Stadtplan von Tobias Volckmer d. J. von 1615 mit Hervorhebung der Befestigungsanlagen.

Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse

Die Geschichte und Baugeschichte der Befestigungen

Die Befestigung des 12./13. Jahrhunderts - die Ringmauer

Zumindest die Burg dürfte spätestens um 1085/88 bestanden haben.[3] Hallgraf Engelbert verlegte wohl im ersten Drittel des 12. Jahrhunderts seinen Sitz aus dem nahen Limburg in die Wasserburg und siedelte die Einwohner von Limburg bei dieser an. Die Vollendung der ersten Stadtmauer ist in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts anzunehmen, nach Steffan einer unbelegten Tradition zufolge zwischen 1160 und 1220.[4] Dehio vermutet als erste Ansiedlung des 12. Jahrhunderts im Bereich des Marienplatzes eine vermutlich runde romanische Siedlungsanlage, deren Grenzen wohl die Fletzingergasse und das Nagelschmiedgässchen bildeten.[5] In der Denkmalliste heißt es:

Von der romanischen Stadt Wasserburg nimmt man an, sie sei eine Rundstadt gewesen. Im Osten blieb die Ausdehnung dieser Siedlung im Verlauf des Nagelschmiedgäßchens erkennbar, auch die Fletzingergasse zeichnet wohl eine Verlaufslinie dieser Stadt nach. Ebenso könnte in den als ‚Hinter den Mauern‘ bezeichneten Resten eines ehemaligen Wehrgürtels, der später verstärkt wurde, der ursprüngliche Verlauf der romanischen Anlage sichtbar sein.

Problematisch erscheint jeweils, dass zwischen der Fletzingergasse und der Nagelschmiedgasse ein starker Versprung vorhanden ist. Die Fortsetzung der Fletzingergasse wäre vielleicht eher in der Sedelmeiergasse zu sehen. In der Denkmalliste sind für mehrere Häuser in der Fletzingergasse verbaute Stadtmauerreste angegeben. Armin Göttler, ortsansässiger Restaurator und langjähriger Kenner der Altstadt, bezweifelt diese Angabe, da ihm zufolge in den Häusern keine entsprechend starken Mauern vorhanden sind.[6] An der Nordseite der Sedelmeiergasse konnten von Göttler zwei nebeneinanderliegende, turmähnliche Strukturen beobachtet werden, die aber offenbar nicht in Zusammenhang mit der ersten Befestigung stehen.

1247 wurde Wasserburg durch Herzog Ludwig von Bayern belagert, die Einnahme gelang erst nach mehr als 4 Monaten (17 Wochen).[7] Dehio gibt für die Zeit nach der Übernahme der Stadt durch die Wittelsbacher eine planmäßige Neuanlage mit breitem Stadtplatz und rechtwinkligen Längs- und Querstraßen an.[8] Es ist zu fragen, ob eine solche Neuanlage nicht auch erst nach dem verheerenden Stadtbrand von 1339 erfolgt sein kann.

Die vorhandene Ringmauer besteht im östlichen und nördlichen Teil der Bauforschung zufolge bis max. ca. 3-3,5 m Höhe aus Bachkieseln und Lesesteinen in horizontaler Schichtung mit gegenläufigen Lagen aus schräg gestellten Steinen und dazwischen Lagen aus größeren Steinen (sogenanntes Fischgrätmauerwerk). Das Mauerwerk ist von ungewöhnlich guter Qualität, die Mauer reicht über 3 m unter das Bodenniveau hinab und ist ca. 1,7 m dick. Sie wurde vermutlich in einem Zug vor 1300 errichtet, vielleicht sogar noch vor Mitte des 13. Jahrhunderts. Auf der Mauerkrone ist ein offener Wehrgang zu rekonstruieren, Türme fehlen.[9] Bei dieser Mauer könnte es sich somit um die erste Befestigung Wasserburgs vom Ende des 12. oder dem Anfang des 13. Jahrhunderts handeln oder aber um eine Neubefestigung nach der Übernahme der Stadt durch die Wittelsbacher 1247.[10]

1338 datiert die erste Erwähnung der Innbrücke, damit ist wohl vom Vorhandensein des Brucktors auszugehen.[11]

1339 gab es einen Stadtbrand, der angeblich die fast vollständige Zerstörung der Stadt mit sich brachte.[12]

1366 wurde die Stadt erneut belagert.[13]

1374 erfolgte ein Neubau des Brucktors (Denkmalliste).

Die Errichtung der inneren Zwerchmauer noch vor 1415

Noch vor dem Ausbau der Befestigungen ab 1415 wurde der Bauforschung zufolge die innere Zwerchmauer errichtet, als Schutz für die Vorstadt "Auf dem Gries", die etwa ab Mitte des 14. Jahrhunderts auf neuem Schwemmland entstand. Die Mauer ist ca. 1,1 m dick, das Mauerwerk besteht wiederum aus Bachkieseln und Lesesteinen, ist jedoch weniger sorgfältig gemauert und enthält Ziegelstücke zum Auszwicken. Möglicherweise war sie verputzt. Ebenso dürfte auch das in die Vorstadt führende Rote Tor in dieser Zeit eingebaut worden sein.[14]

Der Ausbau der Befestigung ab 1415

In den Jahren ab 1415 (wohl bereits bis 1416 oder bis 1422, dem Jahr der erfolglosen Belagerung durch Herzog Heinrich von Bayern-Landshut, weitestgehend abgeschlossen) erfolgte unter Herzog Ludwig VII. dem Gebarteten von Bayern-Ingolstadt (* 1368, Herzog ab 1413, † 1447) der Ausbau der Befestigungen. Dem Gedenkstein am Chor der Stadtpfarrkirche St. Jakob zufolge werden nach Steffan

u. a. die Mauer und der Turm über dem Hals vor der äußeren Veste errichtet und beidseits bis zum Innufer verlängert, ferner der obere Berg (= wohl der Burgberg selbst) mit einer Mauer umgeben und [die Burg mittels Zwerchmauern zum Inn mit] einem Zwinger versehen. Mit diesen Zwerch- oder Stichmauern wurde das Schwemmland im Norden und Westen der Stadt in leichter zu verteidigende Abschnitte gegliedert. Türme an besonders wichtigen Punkten, wo z. B. die Ringmauer einen Knick machte oder Zwerchmauern endeten, sicherten diese Abschnitte zusätzlich. So scheinen die beiden Zwerchmauern gen Norden, ausgehend vom ‚Äußersten Tor‘ (auch Äußere Veste, jetzt Rottmoser-Keller genannt - die Mauer wird im weiteren als äußere Zwerchmauer bezeichnet) und vom Weberzipfl aus (die Mauer wird fortan innere Zwerchmauer genannt [hier als mittlere Zwerchmauer bezeichnet]) ebenso von Anfang an mit einem Turm bewehrt gewesen zu sein [...] wie die Zwerchmauer vom Roten Turm [hier als innere Zwerchmauer bezeichnet] aus.[15]
Ansicht des westlichen Teils Wasserburgs von Süden von 1580/85.

In der Inschrift wird außerdem die Erhöhung der Ringmauer, die Errichtung überdachter Wehrgänge und von Türmen an derselben erwähnt.

Ein Eintrag im Kopialbuch der Stadt Wasserburg (StadtA Wasserburg a. Inn, I1c1), der sich offensichtlich auf dieselbe Baumaßnahme bezieht, beschreibt den Anteil der Stadt an den Baumaßnahmen, im Uhrzeigersinn von der Innbrücke aus: genannt wird die Neuerrichtung der offenbar durch Hochwasser zerstörten Ringmauer von der Brücke (Spital, westlich der Brücke) bis zur Burg,[16] dann wohl von der Burg aus in Richtung Norden

die slacht vnd berch hinauf von dem graben vnndter des […] Lewt(e)n [Leiten] bis an die mawr von dem Tuern(n), die slacht vnd werich vnndter dem Büssübl herab [Wasserbauten an der Südseite des Burgbergs?], von dem Althauß herab bis zu der Zbirchmaw(er) vnd den Turrn(n) bej der spitall müll [Mühlturm im Haag, erwähnt 1590? Später Pulverturm an der mittleren Zwerchmauer?][17] zu sambt der Zwirchmaw(er) vnd auch den Turrn(n) dorInne daselbs oben in der maw(er) [Irlacher Turm?], von der Zwirchmawr bis zu dem Roten Turrn(n) vnd den Turrn(n) bej dem Ine do yetz der pfemitter auf sitzet [Pfändnerturm], von dem Roten Turn(n) bis zu dem Trencktor vnd mit sambt dem(m) Trennkturn(n), von dem Trennckturn(n) die maw(er) bis zu der prugkhen, den Turr(n)n bej dem fleischauß [Brucktor].

Das Schmidtor zwischen Rotem Tor und Tränktor wird nicht erwähnt und könnte somit erst später entstanden sein. Ansonsten belegen die beiden Textquellen, dass die bekannten Befestigungen Wasserburgs mit Ausnahme der (nicht obertägig erhaltenen) neuzeitlichen Festungswerke im Westen und kleinerer Erneuerungen und Ergänzungen sämtlich auf die Jahre ab 1415, im Bereich der Ringmauer zum Teil noch weiter zurückgehen. Der Bauforschung zufolge wurde im Zuge des Ausbaus neben der Ringmauer auch die innere Zwerchmauer erhöht. Auf der Ringmauer erfolgte die Erhöhung außenseitig in einer Stärke von ca. 0,9 m um ca. 3 m. Darüber ist noch der Wehrgang zu rekonstruieren. Die Erhöhung besteht aus Mischmauerwerk, die Mauern waren verputzt.[18] Die Tore und Türme des frühen 15. Jahrhunderts sind quadratisch mit Zinnenkranz, vermutlich nachträgliche Bauten des späteren 15. Jahrhunderts wie das Schmidtor, der Turm an der Zwingermauer der Burg und ein Turm an der äußeren Zwerchmauer zeigen eine halbrunde Form. Eine Ausnahme ist der ebenfalls vielleicht bereits ab 1415 entstandene Pulverturm an der mittleren Zwerchmauer, der offenbar eine leicht spitze Form zeigte. Neben den bereits 1415 und in den folgenden Jahren genannten Toren und Türmen bestanden offenbar zwei quadratische Türme an der Innfront und drei quadratische bzw. rechteckige Türme an der äußeren Zwerchmauer (Stadtplan von 1615). Das mittlere und das äußere Burgtor stellten in der ausgebauten Form (früheste Darstellungen Ende 16. Jahrhundert) jeweils Komplexe aus mehreren Gebäuden und Türmen dar. Die Mauern, Tore und Türme waren wohl weitestgehend aus Feldsteinen und Bachkieseln errichtet, in Teilen jedoch auch aus Ziegeln (z. B. der obere Teil der Ringmauer im Bereich des Fletzinger-Areals, oder der Wehrgangbereich der inneren Zwerchmauer, mit abwechselnden großen segmentbogigen Öffnungen und Schlitz- / Schlüsselscharten. Die Mauern besaßen, wie bereits erwähnt, überdachte Wehrgänge (bildlich dargestellt erstmals 1644).[19]

Ansicht der Stadt von Süden, Stich von Wening 1701.
Freigelegte innere Zwerchmauer 2009. Unterer Teil (Bachkieselmauerwerk) vor 1415, mittlerer Teil (Mischmauerwerk) 1415ff., oberer Teil (Wehrgang aus Ziegeln) 1415ff. oder 1590?

1422 belagerte Herzog Heinrich von Bayern-Landshut die Stadt ohne Erfolg.[20]

1439 erhielt die Stadt von Herzog Ludwig den Salzscheibenpfennig, um die Einnahmen, nach Rat vnsers Pflegers zu Wasserburg an vnser Stat daselbs Torn vnd Mawrn [zu] verpawen.

1456 wird eine kleine Türe in der Ringmauer bei Vns(e)r Frawn Pad [...] hinter des Chunrad Hueters vnd des B[e]n[ann]tt[e]n Lienhart Mülperg(er) Häuser genannt.

1470/71 erfolgte der Neubau des Brucktors durch Meister Wolfgang [Wiser] und Meister Steffan, Stadtmeister, Zimmermann (Stadtkammerrechnung 1470).

1494 erhielt die Stadt von Herzog Georg die Aufforderung, sich für Krieg zu rüsten.[21]

Um 1504/1508 kam es im Landshuter Erbfolgekrieg zu einer zeitweisen Besetzung durch pfälzische Truppen unter Ruprecht von der Pfalz.

1544 erfolgte die Anlage des Friedhofs an der Nordseite der Ringmauer.[22]

1546 waren offenbar bereits viele Häuser im Bereich der Ringmauer, wo diese unmittelbar am Inn verlief (östlich und westlich der Innbrücke), zur Ringmauer hin erweitert und an diese angebaut worden, überwiegend mit Ställen. Für diese Erweiterungen waren in die Ringmauer Fenster und Türen eingebrochen worden, deren Sicherheit nun (und in späteren Jahren) überprüft wurde.

1568 erfolgte eine Renovierung des Brucktores (Malereien an der Südfassade).[23]

1580/85 sind auf dem Köbinger Berg und in der Burgau offenbar noch keine Befestigungen vorhanden.

Ab dem späten 16. Jahrhundert Errichtung zusätzlicher Festungswerke

1588 erhielt die Stadt den landesfürstlichen Auftrag, sich für den Kriegsfall zu rüsten.[24] Im folgenden Jahr werden Arbeiten am Werch vorm Obern Thor [Äußeres oder mittleres Burgtor] genannt, der Pfändnerturm wird neu gedeckt. Die bis zum Anfang des 18. Jahrhundert ausgebauten Festungswerke bestanden weitestgehend aus Erde mit Pfahlverstärkungen. 1590 wurde die Ringmauer erhöht (wo?) und der Friedhof erweitert. In diesem Jahr wurden Arbeiten am Werch vnnderm Spital, am Werch im Haag, am Milthurn im Haag und am Werch vorm Obernthor durchgeführt.

1615 ist am Köbinger Berg eine ‚Bergbastei‘ eingezeichnet.

Der Ausbau der Festungswerke im Dreißigjährigen Krieg

Im Frühjahr 1632 erhielt die Stadt den Befehl, die Befestigungsanlagen zu verstärken. In der Burgau wurden Schanzarbeiten durchgeführt, an denen zum Teil täglich 1.000 Personen und 120 Pferde beteiligt waren.[25] Im Frühjahr 1633 wurden die Schanzarbeiten fortgesetzt. Überliefert sind Arbeiten am Äußeren Tor der Burg.[26] Die durchgeführten Arbeiten sind offenbar in einem Plan überliefert, der auf unbekannter Grundlage in das Jahr 1632 datiert wird. Der Grundriss zeigt neben der Bergbastei (hier Blockhaus auf dem Berg) Schanzen und Gräben vor dem mittleren und dem äußeren Burgtor und ein neues, aber zum Teil schon wieder baufälliges Hornwerk mit Graben und Wachhaus am Ostrand der Burgau. Von dem Hornwerk verlaufen in Richtung Süden Palisaden bis zum Inn, ebenso sind Palisaden zwischen mittlerer und äußerer Zwerchmauer eingezeichnet, am nördlichen Ufer zum Inn. 1634 wurden erneut Schanzarbeiten in der Burgau durchgeführt.[27] Das Werk vor der mittleren Zwerchmauer wurde einem Plan aus der Zeit nach 1647 oder nach 1680 zufolge unter dem bayerischen Obristleutnant Hans Jakob von Fendt erbaut, der 1632 bis 1633 Kommandant in Wasserburg war.

1646 zog sich Herzog Maximilian vor den französischen und schwedischen Truppen für sieben Monate nach Wasserburg zurück, ein Beleg für die zeitgenössische Wertschätzung der Wasserburger Befestigungen.[28] Im Juli 1647 explodierte der Pulverturm am nördlichen Ende der mittleren Zwerchmauer infolge Blitzschlags, dabei stürzten auch die benachbarten Teile der Ringmauern ein.[29] Durch die Explosion wurden sogar die Fenster der Stadtpfarrkirche zerstört. Vom 5. bis 8. Juni 1648 fand eine erfolglose Belagerung Wasserburgs durch schwedische und französische Truppen statt.[30] Bis Ende dieses Jahres errichtete man anstelle des zerstörten Pulverturms eine Geschützbastion (‚Rondell‘) mit Schindeldach und brach in dessen Nähe eine Ausfalltüre in die Ringmauer ein.

1654/55 datiert der Wiederaufbau eines eingefallenen Teils der Ringmauer, unter anderem mit Erstellung von ‚Wasserbürsten‘, und offenbar unter Verwendung des alten Steinmaterials, da für den Bau nur zugekauftes Holz als Material genannt wird.

1674 wurden die überdachten Wehrgänge am Gottsackher bey der Thür vnd hinterm Vischer Preu[31] erneuert.

1677 wird eine Ausfalltüre im Weberzipfel, vnder der Stattmauer im Zipfel in Herrn Eders garten genannt, vermutlich die 1648 eingebrochene Türe.

Am 18. Juli 1680 wurde auch die 1648 errichtete Bastion (Geschützturm) am Ende der mittleren nördlichen Zwerchmauer, die erneut auch als Pulverturm diente, durch Explosion infolge Blitzschlags gesprengt. Durch die Explosion wurden neben dem Turm die überdachten Wehrgänge auf der mittleren Zwerchmauer und auf der Ringmauer von der Friedhofstüre bis zum Weberzipfel zerstört. Die halbrunde Bastion und die zerstörten Mauern wurden offensichtlich bald darauf wieder erneuert, da sie auf dem Grundriss von 1703 zu erkennen sind. In diesem Grundriss ist erstmals der heute noch erhaltene Turm (Am Pulverturm 2) in der äußeren Zwerchmauer als weiterer Pulverturm bezeichnet. Er wurde offenbar erst nach 1680 in der bestehenden Form errichtet. Zuvor bestand nur eine flache rechteckige Mauerauskragung mit Schießscharten, wie Baufugen in der Nord- und Südwand zeigen.[32] Dargestellt ist die ältere Mauerauskragung vermutlich bereits auf dem Stadtplan von 1615.

1683 wird der Durchgang vom Marienplatz (Marktplatz) zum Inn erwähnt (Guhrn oder Durchgang bei herrn Kherrn). Der Durchgang ist bereits auf dem Stadtplan von 1615 verzeichnet.

Zwischen 1615 und 1703 wurde ein Tor in der inneren Zwerchmauer im Bereich der heutigen Straße im Hag angelegt, ein großflächiger Aufbruch der Mauer erfolgte nach 1753 (Stadtplan 1753 noch mit Angabe einer Toröffnung).

Um 1700 Höhepunkt im Ausbau der Festungswerke

Den Höhepunkt im Ausbau der Festungswerke zeigt ein Bestandsplan von 1703, der neben den Vorwerken vor der mittleren und äußeren Zwerchmauer drei gestaffelte Werke in der Burgau sowie jeweils zwei Werke entlang des Inns zuseiten des Köbinger Bergs und der Burgau zeigt. Vor der mittleren Zwerchmauer war ein neues symmetrisches Werk geplant.

Übersichtsplan der Befestigungen der Stadt, 1703.

Im Rahmen des Spanischen Erbfolgekriegs von 1701 bis 1714 kam es ab 1703 angeblich mehrfach zu Belagerungen,[33] die jedoch offenbar keine größeren Dimensionen erreichten.

1708 erfolgten Reparaturen an den Ringmauern, am mittleren und äußeren Burgtor und am Pulverturm (an der mittleren oder an der äußeren Zwerchmauer oder an beiden Türmen?). Außerdem wurden ein neues Blockhaus errichtet und neue Palisaden und Spanische Reiter gesetzt. Die Gesamtkosten betrugen 213 Gulden 37 kr. Bei gleichzeitigen Schanzarbeiten an den Festungswerken waren zahlreiche Scharwerksleistungen erforderlich, was auf einen größeren Umfang der Arbeiten schließen lässt.

Schanzen waren vielleicht auch südlich und östlich des Inns vorhanden, so etwa auf dem Pallinger- oder Pollingerberg direkt südöstlich der Innbrücke[34] und auf dem Magdalena-Angerberg.[35]

Vor 1753 wurde die Bastion (der alte Pulverturm) an der mittleren Zwerchmauer abgebrochen.

Etwa in der Mitte des 18. Jh. erfolgte ein Durchstich durch den Hals und der Bau eines Kanals mit einer Sägemühle.[36]

In der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts Beginn des Abbruchs der Befestigungen

1767 baute man die Münchner Straße neu (Denkmalliste), womit offenbar die Demolierung der Äußeren Veste einherging. 1785 ist anstelle des äußeren Burgtors nur noch ein Sommerhaus vorhanden. Die mittlere und die äußere Zwerchmauer sind noch vorhanden, jedoch sind zwei Straßen, eine ‚Einfahrt‘ zur Sägemühle und der ‚Neuweg‘, durch die Mauern gebrochen.

Das Jahr 1786 brachte ein verheerendes Hochwasser mit sich,[37] so dass größere Beschädigungen an den Mauern vermutet werden können.

1793 kam es vielleicht zu einer Renovierung des Brucktors (Jahreszahl an der Nordseite).[38]

Während der Napoleonischen Kriege erfolgte 1800 die Wiederherstellung der Schanzen ober dem Kobinger Berg.[39]

Im 19. Jahrhundert Abbruch des größten Teils der Befestigungen

1802 beschloß die Stadt Wasserburg den Verkauf der Ringmauer vom Roten Tor bis zum Schmidtor an die Besitzer der angrenzenden Häuser und, zur Verschönerung der Stadt, den Abbruch der übrigen Teile der Ringmauer. Der Zustand der Mauern wurde als schlecht beschrieben. Noch im selben Jahr wurde das Rote Tor an Privat verkauft, 1807 auch das Schmidtor.

1809-11 wurde zur Erweiterung der Straße das mittlere Burgtor abgebrochen. Das Tor nördlich der Kernburg und das untere Burgtor folgten wohl bald nach 1813. Die Seitenwände des mittleren Burgtors wurden erst 1815 beseitigt.

1810 wurde das Tränktor an Privat verkauft. Im folgenden Jahr ließ der neue Besitzer anstelle des alten oberen Abschlusses einen französischen Dachstuhl aufsetzen.

1818/19 wurde der verfallene Pulverturm an der äußeren Zwerchmauer für 215 Gulden 52 kr. instandgesetzt und bis mindestens 1860 wieder zur Aufbewahrung von Pulver und Munition des Militärs und von Pulvervorräten der Wasserburger Kaufleute genutzt.

Nach 1819 erfolgte der Umbau eines Vorwerkturms der Äußeren Veste [des Sommerhauses des 18. Jahrhunderts] zu einer Schenke mit untergebautem Sommerkeller, dem sogenannten Rottmoserkeller.[40]

Vor 1821 verschwanden der nördliche Teil der mittleren Zwerchmauer und die äußere Zwerchmauer mit Ausnahme des Pulverturms.

1826 verbot der bayerische König Ludwig I. die Demolierung oder Veränderung vorhandener Stadtbefestigungen durch gewaltsame Beschädigungen, Abbrechen der Mauern oder Thürme und Einfühlung der Gräben.

1827 wurde das Brucktor renoviert. Dabei wurde die Durchfahrt erweitert und erhöht und das gotische Gewölbe durch ein neues flaches Kuppelgewölbe ersetzt.

1839 wurde das Verbot des Abbruchs oder der Veränderung der Stadtbefestigungen von 1826 dahingehend modifiziert, dass davon Bauten ausgenommen wurden, die vor dem Erlass in Privateigentum übergegangen waren.

Im selben Jahr erwarb die Stadt das Rote Tor zurück und ließ im Jahr darauf die Durchfahrt erweitern und erhöhen und das Innere des Turmes umgestalten.

1841 wurde neben dem Tränktor ein Nebeneingang angelegt.[41]

1846 brach man die Ringmauer im Bereich der neu angelegten Neustraße vom Weberzipfel zur Straße nach München ab.

1852 folgte der Einbau einer einfachen Tor- oder Türöffnung vom untersten Weberzipfel zur Schopperstätte [in der Ringmauer östlich des Totengräberturms], des sogenannten Hopfentors.

1854 wurde eine einfache Tor- oder Türöffnung in dem Salzstadl an der Ringmauer [zwischen Schmid- und Tränktor] eingebrochen.

Vermessungsplan von 1854.

1855/56 erfolgte die Herstellung des Friedhofsportals aus Ziegeln mit eingebauten Epitaphien, verbunden mit der Anbringung von zwei ‚kolossalen‘ Figuren der Heiligen Rupert und Augustinus von der Klosterkirche Baumburg.[42]

1856 wurde die Innbrücke für die Innschiffahrt um 5 Fuß (ca. 1,50 m) erhöht und der Boden der Durchfahrt angehoben.[43]

Im Winter 1857/58? erfolgte die Auffüllung des Zwingers vor dem inneren Burgtor.[44]

1864 erhöhte man den äußeren Bogen des Tränktors.[45]

1874 kam es infolge des Stadtbrands im Bereich des Marienplatzes zum Abbruch des stark beschädigten Tränktors[46] um 1878 zum Abbruch des Schmidtors.[47]

Tränktor 1874.

1885 brach ein Stadtbrand im Bereich Bäckerzeile zwischen Tränktor und Schmidtor aus.[48] Durch den Brand wurde die Ringmauer in größerem Umfang freigelegt und in der Folge abgebrochen.

Die weitestgehend aus Erde errichteten Festungswerke außerhalb der Stadtmauern verschwanden im Verlauf des frühen und mittleren 19. Jahrhunderts, vermutlich in erster Linie durch natürlichen Verfall. Auf dem Vermessungsplan von 1813 zeichnen sich die Werke vor der mittleren Zwerchmauer offenbar noch leicht ab, die Werke in der Burgau sind noch in Vermessungsplänen des mittleren 19. Jahrhunderts teilweise zu erkennen (Bayernatlas). Von diesen Werken könnte noch die Quadermauer an der Nordseite der Köbingerbergstraße stammen (in dem steilen Abschnitt unterhalb Köbingerbergstraße 4).

Ab dem späten 19. Jahrhundert weitere kleinere Verluste, sporadische Instandsetzungen

Ab 1886 wurden mehrere Türöffnungen in die Ringmauer westlich des Friedhofs zu den dahinterliegenden Grundstücken eingebrochen.

1890 restaurierte bzw. erneuerte der Wasserburger Maler Heinrich Dendl die Malereien an der Südseite des Brucktors. Zwei abgenommene Köpfe der alten Fresken wurden in das städtische Museum verbracht.[49]

1902 wird die Höhe der erhaltenen Ringmauer im Bereich des Friedhofs mit noch ca. 7,5 m (ohne Wehrgang) angegeben.[50]

1904 erfolgte der Durchbruch durch die Ringmauer im Bereich des heutigen Eichhornwegs westlich des Altstadtfriedhofs. Unmittelbar östlich bestand bereits ein kleiner Durchbruch.

1921 wurde das Stadtwappen von 1793 an der Nordseite des Brucktors durch Malermeister Breit erneuert.

1926 fanden Ausbesserungen der Ringmauer statt, die sich insbesondere am Eck beim Grein-Pachtgarten (vielleicht im Bereich östlich des Altstadtfriedhofs) in schlechtem Zustand befand, mit einem haushaltsmäßigen Maximalbetrag von 60 Mark.

1929 erweiterte man im Zuge der Erneuerung der Innbrücke die Tordurchfahrt nach 1827 ein weiteres Mal, außerdem legte man die seitlichen Fußgängerdurchgänge an.

2009 wurde durch den Abbruch des Schlachthauses von 1816 die innere Zwerchmauer im Anschluss an das Rote Tor teilweise freigelegt und fotografisch dokumentiert.

2010 wurde am Roten Tor eine Außenrenovierung durchgeführt.[51]

2013 wurden zuletzt bei Ausgrabungen im Bereich des Fletzinger-Areals Reste der Stadtmauer freigelegt.

Die heute (2019) noch vorhandenen Teile der Befestigungen

Von den Toren und Türmen der Ringmauer sind heute noch vorhanden das Brucktor, das Rote Tor, der Pfändnerturm an der inneren und der Pulverturm in der ehemaligen äußeren Zwerchmauer. Reste des Totengräberturms stecken noch im Haus Bahnhofsplatz 3, Teile des äußeren Burgtors vermutlich noch im Gebäude des früheren Rottmoserkellers (Unter der Schanz 2). Von der Ringmauer selbst ist östlich des Roten Tors im Bereich zwischen Nagelschmidgasse und Hinter den Mauern ein Abschnitt wohl noch inklusive des Wehrgangs in den Häusern erhalten.[52] Westlich des Roten Tors verläuft ein längerer, jedoch im oberen Teil abgebrochener Abschnitt der Ringmauer bis fast an den Bahnhofsplatz. Direkt neben dem Roten Tor dürfte die Mauer noch bis knapp unter den Wehrgang erhalten sein, nach Westen wird die Mauer stetig niedriger, bis sie zuletzt nur noch 2-3 m Höhe mißt. Zu nennen ist weiterhin ein ähnlich niedriges Stück der Ringmauer nördlich der Neustraße. Bekannt sind schließlich in den Häusern verbaute Mauerabschnitte im Bereich direkt nördlich des Max-Emanuel-Platzes (bis 1. OG) und zwischen Tränkgasse und Zirnweg (im EG).[53] Schließlich sind noch die innere Zwerchmauer, im Anschluss an das Rote Tor mit Teilen des Wehrgangs, sowie der südliche Teil der mittleren Zwerchmauer und die Zwingermauer der Burg in größerem Umfang erhalten geblieben, an letzterer außerdem der runde Turm an der südöstlichen Ecke.

Die einzelnen Bestandteile der Stadtmauer

Mauerabschnitte

Die Ringmauer entstand wohl bereits in romanischer Zeit, die innere Zwerchmauer noch vor 1415. Beide wurden in den Jahren ab 1415 erhöht. Die beiden übrigen Zwerchmauern datieren im Kern in die Jahre ab 1415.

Tore und Türme (von den Burgtoren gegen den Uhrzeigersinn)

  • Burgtor, äußeres (auch äußere Veste, Tor am Furtaller Berg)

Westliches Tor zur Burg und zur Stadt in der äußeren Zwerchmauer. Anlage spätestens 1415 und in den folgenden Jahren, Abbruch ab 1767. Erhalten vielleicht noch Teile im so genannten Rottmoserkeller.

  • Burgtor, mittleres

Tor am Eingang zur Vorburg. Anlage spätestens 1415 und in den folgenden Jahren, Abbruch 1809-11.

  • Burgeingang vom Weberzipfel aus

Eingang östlich des mittleren Burgtors, vor 1615 angelegt.

  • Zipfelbergtor

Eingang von Nordosten in die nordöstliche Ecke der Vorburg, vor 1615 angelegt (Zipfelbergtor 1703).

  • Burgtor im Bereich der Kernburg

Tor innerhalb der Burg neben dem (abgebrochenen) Kaiserturm (Bergfried). Abbruch zwischen 1813 und 1854.

  • Burgtor, unteres

Tor von der Burg zur Stadt. Anlage spätestens 1415 und in den folgenden Jahren, Abbruch bald nach 1813.

  • Graben vor dem unteren Burgtor mit der Hof- oder Hochbrücke

Anlage spätestens 1415 und in den folgenden Jahren, Verfüllung um 1857/58.

  • Brucktor (1415/16 Turm bei dem Fleischhaus, 1703 Inntor)

Neuerrichtung oder Erwähnung 1374, Neubau 1415 und in den folgenden Jahren und 1470. Erweiterungen / Veränderungen der Durchfahrt 1827 und 1929.

  • Tränktor (1415/16 Trencktor mit Trennkturm, auch Fischertor, Ländtor)

Anlage 1415 und in den folgenden Jahren, Abbruch 1874.

  • Schmidtor (auch Bauschreibertor, Bachzahnertor oder Gerbltor, Mittleres Griestor).

In der Nähe des Hauses Nr. 267d Aiblingerplatz. Anlage vermutlich im späteren 15. Jahrhundert, Abbruch um 1878.

  • Rotes Tor (1415 Roter Turm, 1615 Pognertor, 1703 Ratzentor und Hageturm, auch Naglertor, Salztor, Ratdienertor, Göttner-, Liebhard-, Schlachthaus-, Luegingertor).

Anlage vor 1415. 1840 Erweiterung / Veränderung der Durchfahrt.

  • Pfändnerturm (1415 Pfemitter-Turm, 1615 Pfändner-Turm, auch Hungerturm im Hag, Münchsmayer-

Turm). Nördlicher Endturm der inneren Zwerchmauer. Anlage 1415 und in den folgenden Jahren.

  • Gottesackertür / Friedhofstor

Anlage vielleicht bereits 1544 bei der Anlage des ersten Friedhofs, spätestens im Zuge der Erweiterung 1590 (im Plan von 1615 eingezeichnet). 1855/56 Herstellung des bestehenden Portals.

  • Hopfentor

Einbruch 1852 in die Ringmauer im Bereich des Stadtkanals, östlich des Totengräberturms.

  • Totengräberturm (1680, auch Irlacher Turm)

Turm am Ansatz des nördlichen Teils der mittleren Zwerchmauer an der Ringmauer. Anlage 1415 und in den folgenden Jahren, Reste im Haus Bahnhofsplatz 3 erhalten.[54]

  • Alter Pulverturm (Mühlturm?)

Nördlicher Endturm der mittleren Zwerchmauer. Lage etwa im Bereich des Hauses Bahnhofsplatz 2/Knoppermühlweg 2. 1647 durch Blitzschlag zerstört, 1648 durch runde Geschützbastion (‚Rundel‘) ersetzt. 1680 erneut durch Explosion infolge Blitzschlags zerstört, Abbruch zwischen 1703 und 1753. Etwa in der Mitte des 18. Jh. hier Errichtung der Wohnung eines Schoppers.

  • Neuer Pulverturm

Nördlicher Endturm der äußeren Zwerchmauer. Anlage wohl nach 1680 im Bereich einer älteren Mauerauskragung, Nutzung als Pulverturm spätestens 1703 bis zum späten 19. Jahrhundert.

Weiterführende Literatur

  • Kaspar Brunhuber, Wasserburgs frühere Stadtbefestigung, in: Einstmals am Inn. Ein Wasserburger Heimatbuch (Programm, Führer u. Heimatbuch f. d. Besucher der landwirtsch. Bezirksschau) 1925?, 25-30.
  • Maximilian B. von Chlingensperg, Das Königreich Bayern in seinen alterthümlichen, geschichtlichen, artistischen und malerischen Schönheiten: enthaltend in einer Reihe von Stahlstichen die interessantesten Gegenden, Städte, Kirchen, Klöster, Burgen, Bäder und sonstige Baudenkmale mit begleitendem Texte, Bd. 2, 1846, 355-364.
  • Matthias Haupt, Die Stadt- und Zwerchmauer, Manuskript 25.5.2009. Mit mehreren Fotos der Zwerchmauer zwischen Rotem Tor und Pfendnerturm nach dem Abbruch des Schlachthauses.
  • Christoph Schnepf? (Friedrich Dempf?), Die stadtgeschichtliche Sammlung in Wasserburg am Inn, 1898, 6.
  • Ferdinand Steffan, Wasserburger Details. Der Heimatpfleger stellt kleine und unbeachtete Kostbarkeiten vor, in: ‚Wasserburger Zeitung‘, 16.6.1977. Zur Tür des neuen Pulverturms.
  • Wasserburger Ansichten aus vier Jahrhunderten, 1980.

Für die Untersuchung ausgewertete Quellen

Quellen im Stadtarchiv Wasserburg am Inn

  • Kopialbuch der Stadtrechte, StadtA Wasserburg a. Inn, I1c1 (Altsignatur Kasten A, Fach 19, Nr. 32).
  • Urkunde vom 14. 10. 1402, Herzog Stephan von Bayern übergibt der Stadt Wasserburg die Burg und den mittleren Turm, damit die Stadt seinen Neffen Ernst und Wilhelm den Zugang zu Burg und Stadt verwehrt, StadtA Wasserburg a. Inn, I1a455.
  • 11. 4. 1439, Urkunde Herzog Ludwigs zur Überlassung des Scheibenpfennigs für Baumaßnahmen an Mauern und Toren, StadtA Wasserburg a. Inn, I1a360; Abdruck nach Martin Geiger, Wasserburg am Inn 1980 (Heimat am Inn).
  • 1455, Stadtkammerrechnung, zu Baumaßnahmen am Turm im Haag. Nicht vorhanden, erwähnt in Die Kunstdenkmale des Königreichs Bayern (Oberbayern, Bd. 2), 1902.
  • Bürgermeister und Rat der Stadt Wasserburg verkaufen Lienhart Mülperger zum Bau der St. Jakobskirche 11 Schilling Pfennige Ewiggilt auf unser Frauen Bad bei der kleinen Tür an der Ringmauer für 27 Pfund Pfennige, 22. 10. 1456, StadtA Wasserburg a. Inn, I1a194.
  • 24. 11. 1466, Abschrift der Urkunde vom 11. 4. 1439, StadtA Wasserburg a. Inn, I1a360.
  • 1470, Stadtkammerrechnung, zum Neubau des Bruckturms, StadtA Wasserburg a. Inn, I1c428.
  • 30. 6. 1476, Christian und Conrad Hoffperger verkaufen Hainrich Hainrichsperger und seiner Frau Agnes 1 Pfund Pfennige Ewiggilt von ihrem Haus am mitteren Gries an der Ringmauer für 20 Pfund Pfennige, StadtA Wasserburg a. Inn, I1a289.
  • 11. 4. 1477, Christian und Conrad Hoffperger verkaufen Hainrich Hainrichsperger und seiner Frau Agnes 1 Pfund Pfennige Ewiggilt von ihrem Haus in der Bäckerzeile bei der Ringmauer, StadtA Wasserburg a. Inn, I1a306.
  • 1504-1508, Landshuter Erbfolgekrieg. Darin: Bericht über die Übergabe und Besetzung der Stadt, StadtA Wasserburg a. Inn, I1b84.
  • 1546-1629, Verzeichnis von Baumängeln, Besichtigung von Häusern und Türmen in der Stadtmauer, StadtA Wasserburg a. Inn, I1b212.
  • 1619-1634, Kriegslasten des Dreißigjährigen Krieges. Darin: Hilfe beim Ausbau der Befestigungsanlagen 1633, StadtA Wasserburg a. Inn, I1b70. Umfangreicher Akt, fast ausschließlich zu Einquartierungen.
  • 1655, Wiederaufbau Ringmauer, StadtA Wasserburg a. Inn, I2b94.
  • Baubuch des Wasserburger Baustadelknecht Jakob Philipp Khornmesser, 1674-1686. 142 Blätter, StadtA Wasserburg a. Inn, I1c867.
  • 1749, Rechnung über die Kosten des Österreichischen Erbfolgekrieges 1742-1745 für die Stadt Wasserburg. Mit Renner am Ende (fol. 674v - 685r), StadtA Wasserburg, I1c187.
  • 8. 6. 1748, Maximilian Joseph, Herzog von Bayern, gibt Hofrat Johann Benno Hochenädl einen Garten des Bruderhauses am Berg an der Stadtmauer gelegen zu Lehen, StadtA Wasserburg a. Inn, I2a201.
  • 24. 3. 1800, Maximilian Joseph, Herzog von Bayern, bestätigt die Verleihung des Gartens am Berg an der Stadtmauer an die Bruderhausstiftung nach Hauptlehenfall, StadtA Wasserburg a. Inn, I2a295.
  • 31. 1. 1803, Maximilian Joseph, Herzog von Bayern, übereignet den Garten am Berg an der Stadtmauer an die Bruderhausstiftung, StadtA Wasserburg a. Inn, I2a296.
  • 1825-1926, Die Ringmauer, StadtA Wasserburg a. Inn, IIVC4.
  • 1830-1844, Kriegswesen und Kriegsgeschichte der Stadt Wasserburg. Darin: Belagerung der Stadt Wasserburg 1422; militärische Prüfung des Inns und der Stadt Wasserburg durch das Generalquartiermeisteramt, StadtA Wasserburg a. Inn, I1b605.
  • Stadtgeschichtliche Forschungen von Joseph Heiserer.Darin: Die Thore der Stadt Wasserburg am Inn, 6 Bögen, 27. 3. 1857, Stadtarchiv Wasserburg a. Inn, II170.
  • 1825-1933 Erweiterung des Brucktores, Baufälle 1827 und 1929 erwähnt. 1827/28 Erweiterung der Durchfahrt. 1929 Zerstörung der Innbrücke durch Eisstoß. Daraufhin Anpassung des Brucktors an die neue Innbrücke. Verbreiterung der Durchfahrt von 3,80 auf 5,05 bzw. 4,75 m (Stadtseite), neues Betongewölbe, Anlage der seitlichen Fußgängerdurchgänge, Pflasterung der Durchfahrt, Instandsetzung der Fassadenbemalung. Umfangreiches Planmaterial zur Erweiterung 1929, StadtA Wasserburg a. Inn, II962.
  • Joseph Heiserer, Stadtgeschichtliche Forschungen, 1698-1867.Unterakt „Im Allgemeinen …“, Darin: Abschrift einer summarischen Aufstellung der Kriegs- (und Bau-) Kosten 1648 und der vorhergehenden Jahre, StadtA Wasserburg a. Inn, I1b789.
  • 1855-1910, Der öffentliche Weg an der Friedhofsmauer, StadtA Wasserburg a. Inn, II397.
  • Hausakt Im Hag 4 (Pfändnerturm, alte Hausnummer 294), 1834-1944. Darin nur Plan zur Erhöhung der angebauten Altane 1912, StadtA Wasserburg a. Inn, II543.

Quellen für vertiefende Recherchen, nicht ausgewertet

  • 1589-1628, Rechnungen des Wacht- und Ewiggelds. Darin: Wacht- und Ewiggeld-Rechnungen; Wachtbuch der Stadt Wasserburg, StadtA Wasserburg a. Inn, I1b665.
  • Erhöhung der Ringmauer, handschriftliches Bauregister, 1590, StadtA Wasserburg a. Inn, I2c723. Derzeit zur Schimmelbehandlung in Leipzig, voraussichtlich erst im September 2018 wieder zurück.
  • Stadtgeschichtliche Forschungen von Joseph Heiserer, StadtA Wasserburg a. Inn, II170. Darin: Die Herstellung des zur Stadtkammer gehörigen sogenannten Göttnerthurms und Thores betr. ao 1839/40.; Die Thore der Stadt Wasserburg am Inn. Abschriften von J. Heiserer Stadtschr. daselbst. Enthält Schriftverkehr zur Renovierung des Brucktors 1858; Entwurf zu Joseph Heiserer, ‚Die Decoration des Bruckthors in Wasserburg‘, 1857. Enhält Einlagen zum Akt Brucktor darunter auch Erneuerung Uhr 1936.
  • Erweiterung des Brucktores 1824-1930, StadtA Wasserburg a. Inn, II2728.
  • Spitalkirche 1828-1933, StadtA Wasserburg a. Inn, II780. Darin: Restaurierung des Dreifaltigkeitsbildes.
  • Bau von Abwasserkanälen, 1862-1864, StadtA Wasserburg a. Inn, II1066. Darin: Erhöhung der Durchfahrt des Tränktores wegen des Kanalbaus.
  • Kanalisierung der Stadt Wasserburg 1872-1893, StadtA Wasserburg a. Inn, II992. Darin: 1872, Erhöhung des Daches.
  • Der Pulverturm in Wasserburg, 1913, StadtA Wasserburg a. Inn, Reg. Verz. Teil2-VIIID13.

Außerdem könnten die Stadtkammerrechnungen und die Baubücher (Baurechnungen) der Stadt herangezogen werden, die nur beispielhaft punktuell ausgewertet wurden. Stadtkammerrechnungen erhalten ab 1447 bis 1809. Seit 1567 mit Register, ab 1581 am Beginn der Rechnung, fehlt ab 1630er Jahre wieder, ab 1659 am Ende der Rechnung, ab 1703 als Renner beigelegt. Bauausgaben ziemlich am Ende der Ausgaben. Fehlende Rechnungen: 1449-52, 1454-57, 1460-61, 1464-66, 1469, 1472, 1474-75, 1478, 1484, 1486-87, 1489-90, 1492-97, 1499, 1502-03, 1506, 1512, 1516-17, 1521-22, 1538, 1547, 1552, 1569, 1589-90, 1600-1607, 1627, 1704, 1715, 1741-42, 1751. Baubücher erhalten ab 1532 bis 1696, mit Lücken.

Quellen im Staatsarchiv München

Bestand Regierungsakten

  • 1811-1815, Ueber die Erweiterung der Passage zu Wasserburg mittels Abbrechung des Burgthor-Bogens, StAM, RA 1704/3.
  • Register zu Bd. 7: Rechnungswesen, Bezriksamt (BezA) 535.

Bestand Antiquar-Registratur

  • 1805, Die gemauerten Torbögen zu Wasserburg bezw. deren Abtragung wegen Aus- und Eingangs des Fuhrwerks, StAM, AR Fasz. 1152, Nr. 233.
  • Der Eingang zur Bruckturmwohnung über die Spitaltreppe, 1818, Fasz. 1999, Nr. 236.

Bestand Rentamt Wasserburg (Rentämter Nr.)

  • 3513, Verkauf des sogenannten Hundszwingers am Schloßberg an den Silberarbeiter Daumann in Wasserburg, mit Zeichnung, 1799-1805, 1823. Rechtsstreit um Mauerdurchbruch.Der ‚Hundszwinger‘ befindet sich nördlich der Hochbrücke von der Stadt zur Burg, im Bereich des früheren Gangs zur Pfarrkirche. Grundriss mit Angabe des Gangs und der umliegenden Gebäude von Millinger in Schreiben vom 7.9.1823.
  • 3504, Die Verwendung des ärarialischen Pulverturms zur Aufbewahrung des Pulvers a) für die hiesige Garnison b) für die hiesigen Handelshäuser, 1844-1845.
  • 3520, ‚Die Ländplätze am Inn, deren Occupierung und Veräußerung‘, 1819-1847. Zahlreiche Grundrisse der Grundstücke in Wasserburg, 1. Hälfte 19. Jh., darunter 3 Grundrisse mit Mauerstücken, 1 Grundriss des sogenannten Neugries am Pulverturm, 1803-1811.
  • 3540, Die Wiederverpachtung des ärar. Pulverturms zu Wasserburg, 1850-1862.

Bestand Pfleggericht Wasserburg

  • Reparierung der Torwärtlwohnung und Wachstuben beim oberen Tor der Stadt Wasserburg, 1704, Pfleggericht Wasserburg A 100 12613.
  • Inventurbücher ab 1672.

Bestand Baupläne Wasserburg

Zu Baumaßnahmen an einzelnen Mauerabschnitten (in Privathäusern), Toren und Türmen ab Mitte 19. Jh. Vgl. auch Bestand Antiquar-Registratur. Baupläne Wasserburg ab Mitte 19. Jh., 1020-1193, Repertorium S. 286ff.

Quellen im Bayerischen Hauptstaatsarchiv, Abteilung I

Bestand Gerichtsliteralien Faszikel

  • 4395,Unterakt 147, Militaria, 1642-1680, 1745-1779, 1807-1819; Unterakt Festungsbauten in Wasserburg 1642ff.: Arbeiten bei der Katz am obern Burgtor, mit mehr. Zeichnungen, ebenso um 1660. Extrem umfangreicher Schriftverkehr. Kostenvoranschläge von 1642 bis 1661, Rechnungen 1661; Grundriss des Bereichs des oberen Burgtors (Neubauplanung?), ad 11 (Kostenvoranschlag vom 3.1.1643); Ansicht der verfallenen Schanze auf dem Berg Richtung München, mit Neubauplanung, ad 43 (wohl zu einem Schreiben des Kastners und des Mautners an den Kurfürsten vom 10.8.1643); Grundriss eines Vorwerks, ad 42; Grundriss von Vorwerken, zum Schreiben des Kastners und des Mautners an den Kurfürsten vom 12.3.1644; 2 Grundrisse von Vorwerken, in Relation deren Fortifications Pau: vnd selbige Reparation zu Wasserburg betr., München 24.5.1646; Grundriss der Vorwerke Richtung München, in Relation Über mein vnderschribener gehalten Raiß nacher Waßerburg, München 26.6.1646.
  • 4395, Unterakt Rentmeister Oberlands 1, Österreichischer Erbfolgekrieg 1742-1749. Akt nur durchgesehen, nicht ausgewertet. Keine Scans der Zeichnungen bestellt. Diese sind bei einer detaillierteren Untersuchung jedenfalls von großem Interesse.
  • 4372, Bürgerliche Sachen der Stadt Wasserburg.Unterakt 98: Stadtsteuer-Sachen; Unterakt Hofkammer 2: 1648 Baukosten des Rundells u. Explo. d.Pulverturms.Umfangreicher Schriftverkehr zu den Kosten, zur Übernahme eines Kostenanteils durch den Kurfürsten und zu Steuerrückständen / Steuererleichterungen. Der Pulverturm ist im Juli 1647 durch Blitzschlag explodiert.
  • Bau- und Reparationssachen, 1661 - nach 1800, BayHStA, 4359. Hauptsächlich Burg? Darin: 2 Pläne der Kasernen auf der Burg von 1752.
  • (bürgerliche) Bausachen, dann Feuerrequisiten 1678-1681, 1753-1808, Unterakt 90, BayHStA, 4371 Darin: 2 Pläne der Kasernen auf der Burg von 1752.
  • Explosion des Pulverturms und die Liste der geschädigten Häuser 1680, Unterakt 170, BayHStA, 4403.

Quellen im Bayerischen Hauptstaatsarchiv, Abteilung IV, Kriegsarchiv

  • 1703, Grundübersichtsplan der Befestigungsanlagen der Stadt, BayHStA, Kriegsarchiv, Plansammlung Wasserburg 4.
  • 1708, Rechnung der Reparatur der Festung Wasserburg, BayHStA, Kriegsarchiv, C Festungen 76.
  • 1806-1809, Kosten der Reparatur der Kaserne in Wasserburg, BayHStA, Kriegsarchiv, C Festungen 77. Betrifft die Kasernen in der Burg (Schlosskaserne und Freyhauskaserne) und am Gries. Unter anderem durch ein Hochwasser im Jahre 1807 fallen 1808 Reparaturkosten in Höhe von 4.908 Gulden an. Vgl. dazu auch A XX 1064. Die Reparaturen sind erst Anfang 1812 vollendet.
  • 1800-1811, Beschreibung der Militärgebäude zu Wasserburg, BayHStA, Kriegsarchiv, A XX 215.

1811 werden 13 eingesandte Pläne erwähnt. Der Wasserburger Maurermeister Simon Millinger hat davon Pläne der Schloß-, Freihaus- und Grieskaserne gezeichnet.

  • 1807-1816, Gebäude der Garnisons-Kompanie Wasserburg, BayHStA, Kriegsarchiv, A XX 1064. 1807 möchte der Schuhmacher Johann Winkler den Pulverturm erwerben. Das Gesuch wird abgelehnt.
  • 1817-1818, Baumaßnahmen an Gebäuden der Garnisons-Kompanie Wasserburg, BayHStA, Kriegsarchiv, A XX 1065.


Empfohlene Zitierweise:
Gerald Dobler, Baugeschichte der historischen Stadtbefestigung, publiziert am 10.07.2019; in: Historisches Lexikon Wasserburg, URL: https://www.historisches-lexikon-wasserburg.de/Baugeschichte_der_historischen_Stadtbefestigung (09.12.2019)


  1. Dieser Beitrag fußt auf Gerald Dobler, Archivalienforschung zur Geschichte und Baugeschichte der historischen Befestigung der Stadt Wasserburg a. Inn. Unveröffentlichtes Manuskript, Auftraggeber: Stadt Wasserburg a. Inn, Durchführung: Dr. Gerald Dobler, August 2018. StadtA Wasserburg a. Inn, Präsenzbibliothek, Bav8106, ergänzt durch Barthel & Maus (Christian Kayser/Tommy Ewender/Daniel Weber), Wasserburg am Inn, Stadtmauer, Abschnitt Nord, Gutachten zur Baugeschichte, zum statisch-konstruktiven Zustand und notwendigen Instandsetzungsmaßnahmen. Unveröffentlichtes Manuskript, Auftraggeber: Stadt Wasserburg a. Inn, November 2018, Präsenzbibliothek, Bav8177.
  2. Dobler, Archivalienforschung (wie Anmerkung 1); Barthel & Maus, Bauforschung (wie Anmerkung 1). Für die Archivalienforschung wurde zudem eine Zusammenstellung der erreichbaren wesentlichen Quellen in digitaler Form angestrebt.
  3. Rupert Pritz, Entwicklung einer Stadtlandschaft - Entwicklung und Veränderung einer mittelalterlichen Stadt am Beispiel der Stadt Wasserburg am Inn, 1976, 16. Erwähnung eines Dietrich von Wazzerburch 1085/88 im Traditionskodex von St. Emmeram in Regensburg; Nach Martin Geiger, Wasserburg a. Inn, 1980 (Heimat am Inn), 14f. erwähnt Hallgraf Engelberg in der [wohl zu Beginn des 13. Jahrhunderts gefälschten] Urkunde von '1137'[Datierung Mitterwieser] (MB Bd. I, 266 Nr. 1) den festen Platz Wasserburg. Es wird vermutet, dass in Wasserburg ein römisches Kastell bestanden haben könnte, jedoch fehlen dafür bislang Beweise. Bemerkenswert erscheint in diesem Zusammenhang der annähernd quadratische Umriss der Häuserblöcke, die von Herrengasse und Ledererzeile und Salzsenderzeile/Hofstatt und Schustergasse begrenzt werden und die einen Hinweis auf ein solches Kastell darstellen könnten. Bislang nicht gedeutete große Quader kamen bei Erdarbeiten am unteren südlichen Ende der Schmidzeile zutage (freundliche Hinweise von Ferdinand Steffan).
  4. Ferdinand Steffan, Vergessene Türme der Stadtbefestigung in Wasserburg. Pulver- und Totengräberturm, 1992 (Heimat am Inn), 159. Geiger, Wasserburg a. Inn (wie Anm.3), 56 gibt um 1120 an. Kirmayer, Chronik, hier zum Jahr 1338: 1220 ist Wasserburg, d. h. die alte Ansiedlung um die Burg, schon mit Mauern, Graben und Toren bewehrt.
  5. Georg Dehio, München und Oberbayern (Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV), 2006, 1353-1360, hier 1355.
  6. So auch die Einschätzung von Ferdinand Steffan.
  7. Zeno Felix Korbinian Hippke, Die Stadt Wasserburg am Inn im Spiegel des spätmittelalterlichen ‚Kopialbuches der Stadtrechte‘ im Stadtarchiv Wasserburg, Diplomarbeit 2010, 8.; Kopialbuch der Stadtrechte, StadtA Wasserburg a. Inn BBFO 154/BBFO-Digitalisat-13, StadtA Wasserburg a. Inn, I1c1.
  8. Dehio, München und Oberbayern (wie Anm. 5) 1355.
  9. Barthel & Maus, Bauforschung (wie Anm. 1) 11-15. Das Fehlen von Ziegeln im Mauerwerk und das Fehlen von Türmen sind typisch für Befestigungen dieser Zeit. Barthel & Maus vermutet aufgrund des über 3 m unter Niveau reichende Mauerwerk eine mindestens 2 m tief reichende Gründung aufgrund der geforderten Stabilität am Flussufer und der vermuteten Zusatzfunktion der Mauer als Hochwasserschutz. Jedoch befand sich der 2013 im Bereich des Fletzingerareals ergrabene Mauerzug mindestens des 9. Jahrhunderts ebenfalls in mehr als 3 m Tiefe, sodass wohl von einem deutlichen Geländeanstieg auszugehen ist.
  10. Die Ledererzeile könnte im östlichen Teil in der nördlichen Straßenfront noch eine ältere rundliche Form des Stadtumrisses bewahren, vielleicht ein Hinweis auf eine erste Befestigung mit nach Westen geringerer Ausdehnung. Die Lage der Ringmauer ist jeweils in unmittelbarer Nähe des Flussufers anzunehmen. Vgl. Pritz, Entwicklung einer Stadtlandschaft (wie Anm. 3), 28. Hier ist die Ausdehnung der Halbinsel um 1000 und um 1200 in Richtung Norden vermutlich annähernd richtig dargestellt, in Richtung Osten jedoch zu gering, wie die ältesten Grabungsfunde 2013 im Bereich des Fletzinger-Areals erbrachten, die wohl zwischen 4. und 9. Jahrhundert zu datieren sind (Bericht zur Grabung liegt noch nicht vor). Vgl. auch Pritz, Entwicklung einer Stadtlandschaft (wie Anm. 3), 29-32.
  11. Kirmayer, Chronik, hier zum Jahr 1841; Kirmayer, Chronik, hier zum Jahr 1338. In Urkunden im StadtA Wasserburg a. Inn vom 24.8.1338 und vom 17.9.1338 wird nur die Brücke erwähnt. Das Tor wird somit aus der Existenz der Brücke abgeleitet.
  12. Joseph Heiserer, Topographische Geschichte der Stadt Wasserburg am Inn, in: Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte, Bd. 19, Heft 3 (1860), 251-299, hier 262.
  13. Heiserer, Topographische Geschichte der Stadt Wasserburg (wie Anm. 10) 1860, 262.
  14. Barthel & Maus, Bauforschung (wie Anm. 1) 16-17.
  15. Steffan, Vergessene Türme der Stadtbefestigung (wie Anm. 4) 159.
  16. Barthel & Maus, Bauforschung (wie Anm. 1) 16 lokalisiert den Hochwasserschaden dagegen im Bereich des Altstadtfriedhofs.
  17. Ferdinand Steffan vermutet die Spitalmühle ebenfalls in diesem Bereich. Die Spitalmühle könnte theoretisch auch eine Schiffsmühle am Gries oder im Haag sein. Vgl. Heiserer Topographische Geschichte der Stadt Wasserburg (wie Anm. 11), 267.
  18. Barthel & Maus, Bauforschung (wie Anm. 1) 14, 16.
  19. Barthel & Maus, Bauforschung (wie Anm. 1) 18 vermutet die Herstellung der obersten Lage der Mauern (Wehrgang aus Ziegelmauerwerk) eventuell erst im Zuge einer überlieferten Erhöhung 1590.
  20. Heiserer, Topographische Geschichte der Stadt Wasserburg (wie Anm. 11), 262.
  21. StadtA Wasserburg a. Inn, I1b357 (= KAKAF2/22 Ratsverwaltung mit Stadtgericht, I.1.b= Altes Archiv, Kommunalarchiv, Akten, u.a.: Aufforderung Herzog Georgs an die Stadt Wasserburg sich für Krieg zu rüsten 1494; Befehl Herzog Georgs an die Stadt Wasserburg, Fußsoldaten nach Rattenberg zu schicken 1487; Verzeichnis der an Herzog Georg geschickten Fußsoldaten 1488; Wasserburger Musterungsliste 1477-1478; Kriegsordnung Herzog Ludwigs IX. 1462; Befehl der Herzöge Wilhelm IV. und Ludwig X. an die Stadt Wasserburg zwei Viertel auszuschicken 1522; Liste der im Scheibenviertel vorhandenen Harnische (o.D.) 1462, 1522), nach Repertorium.
  22. Heiserer, Topographische Entwicklung der Stadt Wasserburg (wie Anm. 11) 280.
  23. Nach Geiger, Wasserburg a. Inn (wie Anm. 3) 58 durch Christoph Schwarz und Johann Bocksberger.
  24. StadtA Wasserburg a. Inn, I1b334(= KAKAF1 A 7, Teil 1, Ratsverwaltung mit Stadtgericht, I.1.b= Altes Archiv, Kommunalarchiv, Akten Landesfürstliche Befehle und Anordnungen u.a.: Anordnungen zur Bekämpfung von Wilderei und Verteuerung des Getreides, zum Münzwesen, zum Handel, zum Verbot reformatorischer Schriften, zum Steuerwesen; Befehl an Stadt Wasserburg, sich für Kriegsfall zu rüsten 1588; Verbot sich fremden Kriegsheeren anzuschließen 1536, 1527, 1598), nach Repertorium.
  25. Martin Wildgruber, Die feste Stadt Wasserburg im Dreißigjährigen Krieg 1632-1634, 1986, 23, unter Berufung auf das Ratsprotokoll vom 14.4.1632.
  26. Wildgruber, Die feste Stadt Wasserburg (wie Anm. 20) 74ff.; Schwanse, Dreißigjähriger Krieg Wasserburg, 34.
  27. Wildgruber, Die feste Stadt Wasserburg (wie Anm. 20) 142, unter Berufung auf das Ratsprotokoll vom 31.7.1634.
  28. Schwanse, Dreißigjähriger Krieg Wasserburg, 43.
  29. Christoph Schnepf, Eine Pulver-Katastrophe im Jahr 1654, in: Wasserburger Anzeiger 1887, Nr. 80. Dazu offenbar umfangreicher Schriftverkehr der Hofkammer in München vorhanden. Schnepf vermutete die Lage des Turmes in der Nähe des Bräuwinkel-Sägeanwesens.
  30. Steffan, Vergessene Türme der Stadtbefestigung (wie Anm. 4), 184.
  31. Der Vischerbräu ist Haus 149 1/2 (Bachmaier).
  32. Das Mauerwerk besteht jeweils aus Ziegeln, die Mauer war vor dem Ansetzen des Turmes bereits verputzt.
  33. Heiserer, Topographische Geschichte der Stadt Wasserburg (wie Anm. 11), 262.
  34. Kaspar Brunhuber (Hg.), Das Baubuch des Baustadelknechts Khornmesser in Wasserburg 1674-1686, Programm der K. Realschule Wasserburg am Inn 1914, 1914, 10f. Der Berg ist nach den zeitweiligen Besitzern von Schloss Weikertsham benannt. Freundliche Auskunft von Ferdinand Steffan.
  35. StadtA Wasserburg a. Inn, Baubuch Khornmesser 1674-1686 zum Jahr 1685, Transkription von Brunhuber, Das Baubuch (wie Anm. 28), 17: Die 27. Wochen zu ankhonfft Ihro Churfrtl: Drtl: vnd deren Drtl: Herrschafften von dem Churfrtl. oberzeughaus vf der Pürg vnd gem: Statt Zeughaus 15 stuck gross geschüz, halb Carthaunen vnd Feldtschlangen, wie auch alle stuckh vnd Dopelhaggen sambt allen zuegehören auf die Lochen ob dem Magdalena Angerperg aufgefiehrt, zue ankhonfft Salue abgeprendt worden. Vgl. zu entsprechenden Ereignissen auch Brunhuber, Das Baubuch (wie Anm. 28) 16 (1684) und 20 (1686). Lochen ist wohl am ehesten als die innere und äußere Lohe Richtung Penzing zu interpretieren (freundliche Auskunft von Ferdinand Steffan).
  36. Steffan, Vergessene Türme der Stadtbefestigung (wie Anm. 4), 165.
  37. Geiger, Wasserburg a. Inn (wie Anm. 3), 58.
  38. Nach Geiger, Wasserburg a. Inn (wie Anm. 3), 58 fand in diesem Jahr der letzte bayerische Kreistag in Wasserburg statt. Die Jahreszahl könnte somit auch an dieses Ereignis erinnern.
  39. Heiserer, Topographische Geschichte der Stadt Wasserburg (wie Anm. 11), 268.
  40. Heiserer, Topographische Geschichte der Stadt Wasserburg (wie Anm. 11), 270.
  41. Kirmayer, Chronik, hier zum Jahr 1841.
  42. Heiserer, Topographische Geschichte der Stadt Wasserburg (wie Anm. 11), 280.
  43. Heiserer, Topographische Geschichte der Stadt Wasserburg (wie Anm. 11), 274.
  44. Heiserer, Topographische Geschichte der Stadt Wasserburg (wie Anm. 11), 258.
  45. Kirmayer, Chronik, hier zum Jahr 1864.
  46. Kirmayer, Chronik, hier zum Jahr 1874.
  47. Kirmayer, Chronik, hier zum Jahr 1803, 1877, gibt 1876/77 an. Jedoch existiert noch ein Plan von 1878 im Staatsarchiv München (StAM), Bpl. Wasserburg 1878/201.
  48. Kirmayer, Chronik, hier zum Jahr 1339.
  49. Die beiden Freskenreste hatten nach Auskunft des früheren Museumsleiters, Herrn Ferdinand Steffan, durch schlechte Lagerung ihre Malschicht vollständig eingebüßt und wurden deshalb nach Rücksprache mit Restauratoren und dem damaligen Bürgermeister Dr. Geiger entsorgt (E-Mail vom 16.7.2018).
  50. Die Kunstdenkmale des Königreichs Bayern, 1902 (Oberbayern Bd. 2). So bereits Heiserer, Die topographische Geschichte der Stadt Wasserburg (wie Anm. 11), 258 allgemein zur Höhe der erhaltenen (im oberen Teil abgetragenen) Mauern.
  51. ‚Wasserburger Zeitung‘ vom 11.9.2010.
  52. ‚Wasserburger Zeitung‘ vom 11.9.2010.
  53. Freundlicher Hinweis von Ferdinand Steffan. Ihm zufolge wurde die Stadtmauer auch etwas weiter östlich beim Bau der Tiefgarage für die Polizei nachgewiesen. Zu dem Mauerabschnitt östlich des Roten Tors siehe Herbert Hagn/Ferdinand Steffan, Model und keramische Ausformungen aus der Hofstatt 11 in Wasserburg (Heimat am Inn 20/21), 2003, 233-353, mit Planzeichnungen auf S. 236, 238 und 239.
  54. Steffan, Vergessene Türme der Stadtbefestigung (wie Anm. 4), 167.