Burganlage Wasserburg: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Historisches Lexikon Wasserburg
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==Einführung==
 
 
Die Burg Wasserburg befindet sich auf einem Hügelrücken in Ost-West-Ausrichtung oberhalb der Stadt auf der durch eine Schleife des Inns gebildeten Halbinsel.
 
 
Als Keimzelle der Burganlage ist die '''1085''' erstmals erwähnte ''Wazzerburch''<ref>Eine Schenkungsurkunde dieses Jahres des Klosters St. Emmeram bei Regensburg nennt einen ''"nobilis homo de Wazzerburch, nomine Dietrich"''. Edition der Urkunde bei [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Wittmann, Schenkungsbücher bayerischer Klöster|Wittmann, Schenkungsbücher bayerischer Klöster]], 46 [https://archive.org/details/quellenunderrt01baye/page/46/mode/2up Digitalisat].</ref> aufzufassen, die zu Beginn des 12. Jahrhunderts zum Stammsitz der Grafen von Wasserburg ausgebaut wurde. Die erste Bebauung ist im Bereich des heutigen Schlosses zu verorten, an der höchsten Stelle im Osten des Hügelrückens. Diese Kernburg erfuhr im Laufe der Jahrhunderte nach Westen Erweiterungen in Form eines Vorburgbereichs mit Wirtschafts- und Verwaltungsgebäuden. Entlang der Umfassungsmauer bildeten sie schließlich einen geschlossenen Hof. Markantestes Gebäude dieses Bereichs ist heute der ehemalige herzogliche Getreidekasten.
 
 
Basierend auf der Disposition der Grafenburg ist die heutige Anlage in erster Linie durch die baulichen Veränderungen unter den Wittelsbachern geprägt, die die Burg '''1247''' in Besitz nahmen. Erste umfassende Baumaßnahmen lassen sich ab dem 15. Jahrhundert unter Ludwig VII. ‚dem Bärtigen‘ von Bayern-Ingolstadt (um 1368–1447) nachweisen. Die umfangreichste Bautätigkeit fand unter Herzog Wilhelm IV. (1493–1550) von Bayern-München in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts statt.
 
 
===Vorgeschichte / Entstehungskontext===
 
 
Untrennbar mit der Entwicklung von Burg und Stadt sind die Handelswege verbunden, die sich hier kreuzten. Der Inn bildete dabei den entscheidenden Faktor. Auf dem ehedem einzig durchgängig schiffbaren bayerischen Fluss, der von Süden zur Donau führt, konnten Waren und Personen bequemer, schneller und in größerem Umfang transportiert werden als auf dem Landweg. Zudem stellte der Inn, mit Ursprung in der Schweiz und Einmündung in die Donau in Passau sozusagen eine internationale Fernstraßenverbindung zwischen Alpen und Schwarzem Meer dar. Die Fernwege 61, 62 und 63 nach Schwarz sind ausschlaggebend, um die Entwicklung bei Wasserburg nachzuvollziehen (Abb.).
 
 
Die Innüberquerung, Knotenpunkt von Wasser- und Landwegen, war Ausgangspunkt für die daran angeschlossene Siedlung sowie den Ansitz der den Übergang kontrollierenden Herrschaft. Frühester und südlichster der sich auf Wasserburg beziehenden Innübergänge war die Fährstelle auf Höhe Altenhohenau-Attel, die schon im 7. Jahrhundert nachweisbar ist. Der Gründung des Klosters Attel ging der Grafensitz Limburg auf dem gleichen den Fluss überblickenden Höhenzug am Westufer des Inns voraus. In den folgenden Jahrhunderten wurde der Hauptübergang als Teil der Straße im Sinne einer strata legitima etappenweise weiter nördlich verlegt, der Übergang bei Attel blieb aber weiterhin in Gebrauch. Die letzte Station bildete Wasserburg, erst hier wurde eine Brücke errichtet.Der Inn hat sich hier tief in den Kies eingegraben, wodurch steile Prallhänge entlang des Ostufers der Schleife gegenüber der Stadt entstanden sind. Wasserburg liegt daher bis zu 70 m tiefer als die umgebende Landschaft, ist damit von der Ferne nicht einsehbar und auf drei Seiten durch den Fluss geschützt. (Abb.)
 
 
Mit dem Flussübergang wurde auch der Sitz der Grafen von Limburg nach Wasserburg verlegt, was zum Ausbau des dort bereits bestehenden Ansitzes zur gräflichen Stammburg führte. So ist die Errichtung der erst 1204 schriftlich erwähnten Brücke bereits in Verbindung mit der bereits 1085 erstmals genannten „Wazzerburch“ im 11. Jahrhundert und spätestens mit der Stammsitzgründung zu Beginn des 12. Jahrhunderts anzunehmen. „Nachdem mit Brücke, Zollstelle, Markt und Burg ein der Zeit angemessener Flussübergang mit erhöhter Kapazität geschaffen worden“ war, verlief die Haupthandelsroute direkt durch Wasserburg. Sie verband Wasserburg nach Westen mit dem „1158 eingerichteten Isar-Übergang in München“ und nach Osten über Traunstein mit Reichenhall etwa entsprechend dem Verlauf der heutigen Bundesstraße B304. Durch die Nadelöhrsituation bestens kontrollier- und sicherbar und ideal für die Erhebung von Zöllen stellte die Brücke einen immensen Vorteil und Machtfaktor dar.F F Ähnlich wie die Brücke dürfte der erst 1192 dokumentierteF F Zoll jedoch „wesentlich älter sein“Fa F. (Spätestens) mit der Stammsitzgründung der Grafen von Wasserburg ist daher auch von einem von ihnen kontrollierten Flussübergang bzw. Brücke mit Kontrollstation auszugehen.
 
  
  

Aktuelle Version vom 5. August 2020, 13:55 Uhr

Autor: Magdalena März

Zur Geschichte der Gebäude der Burganlage in Wasserburg
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Quellen- und Literaturverzeichnis

Abbildungsbeispiel:

Blick auf das noch weitgehend unbebaute Burgerfeld und in die Ponschabau, um 1917.

Literaturangabe: Kirmayer, Chronik, Eintrag 1835, 27. Januar.

Anmerkung:[1]

Zur Burg Wasserburg gehörige/besprochene Gebäude:

Burganlage Wasserburg:
Burgkapelle St. Ägidius
Getreidekasten
Schloss Wasserburg



Empfohlene Zitierweise:

Magdalena März, Burganlage Wasserburg, publiziert am 05.08.2020 [=Tag der letzten Änderung(en) an dieser Seite]; in: Historisches Lexikon Wasserburg, URL: https://www.historisches-lexikon-wasserburg.de/Burganlage_Wasserburg (08.12.2021)
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