Grabdenkmal, Nr. 51, Kaudt, 1674: Unterschied zwischen den Versionen

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Estermann-Kapelle an der nördlichen Schmalseite.
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Estermann-Kapelle<ref>[[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Kebinger, Kapellenkranz St. Jakob|Kebinger, Kapellenkranz St. Jakob]], Nr. 7.</ref> an der nördlichen Schmalseite.
  
 
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Version vom 4. Dezember 2019, 09:46 Uhr

Autor: Ferdinand Steffan/Redaktion
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Grabdenkmal, Nr. 51, Kaudt, 1674, Gesamtansicht.

Personen

Johann Kaudt/Kaut, Kastner († 22.11.1674)
Christina Anna Kaudt, geb. Mendt zu Pöring (Ehefrau, † 22.11.1675)

Standort

Estermann-Kapelle[1] an der nördlichen Schmalseite.

Früherer Standort

in dasiger Pfarrkirche ist auf der Epistl Seite des Chor Altars ausserhalb zwischen der Maria Hülf und Paumgartner Kapellen [= zwischen Kapelle 12 und 13[2]] dieser Grabstein[3]

Beschreibung

Gut erhaltener Rotmarmorstein mit Allianzwappen in der oberen Hälfte Allianzwappen in flacher Rundbogennische mit seitlichen Voluten. In den Zwickeln Totengebein. Über dem Allianzwappen Engelskopf mit charakteristischem Heiligenschein und gespreiztem Gefieder. Vom Hals Granatapfel hängend. Wappen mit Helm und Helmzier. Zwischen den Wappen Sanduhr, seitlich Totenköpfe. Schriftfeld in Rollwerkrahmen. Wappen und Buchstaben in Gold hervorgehoben. Keine Signatur.

Material

Rotmarmor.

Maße

Höhe: 122 cm   Breite: 70 cm

Transkription/Übersetzung

Inschrift Original
Anno 1674 den 22. 9bris starben die Edl
Gestrenge Herr Johann Kaudt zu Wol
fesing, Churfrtl. Rat und Kastner allhier und
Anno 1675 den 22. 9bris dessen Ehefrau
Christina Anna, geborne Mendtin Zu
Pöring, Deren Seelen Gott genadig
und Barmherzig sein wolle.
Aet. 76. Amen. Aet. 68.

Erläuterung

Zu den Personen: Johann Kaudt(Kaut) war Kriegszahlmeister und Commissarius sowie des Kriegswesens erfahren und von 1633 – 1674 Kastner in Wasserburg. Er berichtet 1630, dass er schon im böhmischen Feldzug 1620 bei der kaiserlichen Armada gestanden, nunmehr aber im 7. Jahr als wirklicher Commissarius und Kriegszahlmeister angestellt sei und deshalb samt allen ehelichen Leibeserben in den Stand des Adels gesetzt wurde und dass auch sein Schwiegervater schon 1603 geadelt wurde und dessen Gattin ebenfalls von adeligen Eltern herkomme. Johann Kaudt bat dann 1633 noch als Kriegszahlmeister und Commissarius von Burghausen aus um das Kastenamt Wasserburg. Er berichtet 1634, dass seine Eltern "durch das jetzige Kriegswesen mit ihren Kindern ganz veramt" seien. Er hatte 1636 auch die Verwaltung des Regensburgischen Amtes Hohenburg übernommen, das er aber 1637 wieder abgeben musste. Er hatte nämlich in diesem Jahre "in Kriegskommission" wieder abzugehen, während welcher Zeit der Pfleger mit dem Kastengegenschreiber (Gerichtsschreiber) das Kastenamt versehen sollte. 1650 und 1652 hatte Kaudt auch die Pflegsverwaltung Kling interimistisch zu vertreten und 1673 bis 1674 auch die Pflegsverrichtungen in Wasserburg selbst. 1658 sind seine "Behausung und Stallung in Wolfesing abgebrannt". 1669 wird er Rat genannt. Er starb im 77. Jahre seines Lebens und hat "in die 50 Dienstjahre, darunter im Kriegsdienst über 40 Jahre". Seine Gattin Maria Anna (lt. Inschrift Christina Anna!), geb. Mendt starb 1675.[4]
Der Sitz Johann Kaudts war Wolfesing bzw. Pöring, Gde. Zorneding, Landkreis Ebersberg. Zur Familie Kaudt gehören auch: Dr. Mathias Kaudt, Regimentsrat von Burghausen, 1643 nach Straubing versetzt, gestorben als Regierungskanzler in Amberg 1664. Propst Alexander Kaudt, Propst des Augustiner-Chorherrenstifts Au am Inn von 1650/51 bis 21.12.1689/1690.

Wappen

Rechts: Kaudt/Kaut = springendes Roß nach rechts auf Dreiberg; als Helmzier Wiederholung zwischen gespreizten Adlerschwingen.
Links: Wendt = dreizipflige Fahne; als Helmzier Meerkatze auf Kissen.

Erhaltung

Gut.

Literatur

Kebinger, Kapellenkranz St. Jakob, Nr. 12, 13.
Lobming, Epitaphien Pfarrkirche S. Jacobi Nr. 76.
Ferchl, Behörden und Beamte 2, 1262.
Bezold, Bezirksämter Traunstein und Wasserburg, 2081.
Lehner, Wasserburger Grabsteinbuch, Nr. 52.
Höckmayr, Friedhöfe und Grabdenkmäler, Nr. 33.
Steffan, Inscriptiones Augienses, 67 - 69.

Empfohlene Zitierweise:

Ferdinand Steffan, Grabdenkmal, Nr. 51, Kaudt, 1674, publiziert am 04.12.2019; in: Historisches Lexikon Wasserburg, URL: https://www.historisches-lexikon-wasserburg.de/Grabdenkmal,_Nr._51,_Kaudt,_1674 (16.12.2019)
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