Grabdenkmal, Nr. 71, Mandl, 1647: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Historisches Lexikon Wasserburg
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Der Stein ist wegen der Wölbung des länglich ovalen Schriftfeldes stark abgetreten, sodass Teile der Inschrift schon bei Lobming nicht mehr lesbar waren. Daher gibt es erhebliche Abweichungen in der Lesung. Zur Person: Eine handschriftliche Ergänzung auf der Karteikarte von Lehner gibt die Daten zu Hans Augustin von Mandl an: * 27.8.1642, † 3.3.1647. Höckmayr<ref>[[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Höckmayr, Friedhöfe und Grabdenkmäler|Höckmayr, Friedhöfe und Grabdenkmäler]], Nr. 39.</ref> führt neben diesen Daten an, Hans Augustin sei hier an Kindsblattern gestorben. Zusammen mit der Angabe bei Lobming, dass Hans Augustin aus München vor dem Feind – gemeint ist wohl die Seuche, kaum eine Kampfhandlug am Ende des 30-jährigen Krieges – geflohen sei, ergibt sich die Frage, wie das Kind (mit oder ohne Eltern) nach Wasserburg kam. Der Vater Johann von Mandl hatte jedenfalls keine amtliche Funktion in der Stadt. Zu Johann von Mandl gibt es biographische Notizen bei Geiß.<ref>[[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Geiß, Tandern - Schloß und Hofmark|Geiß, Tandern - Schloß und Hofmark]], 244 – 254.</ref> Nach einer steilen Karriere fiel er am Ende in Ungnade, wobei ihm auch der Titel aberkannt wurde. Johann von Mandl starb am 2.8.1666. Eine Nachfahrin des Johann von Mandl war Gattin des Philipp Graf Arco (siehe Epitaph Nr. 73). Zuschreibung an Gregor Pichler<ref>Gregor Pichler - Bildhauer in Wasserburg, vgl. [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Steffan, Bildhauer des Barock|Steffan, Bildhauer des Barock]], 75.</ref> wegen der Knorpelvoluten und der Sterbedaten denkbar.
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Der Stein ist wegen der Wölbung des länglich ovalen Schriftfeldes stark abgetreten, sodass Teile der Inschrift schon bei Lobming nicht mehr lesbar waren. Daher gibt es erhebliche Abweichungen in der Lesung. Zur Person: Eine handschriftliche Ergänzung auf der Karteikarte von Lehner gibt die Daten zu Hans Augustin von Mandl an: * 27.8.1642, † 3.3.1647. Höckmayr<ref>[[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Höckmayr, Friedhöfe und Grabdenkmäler|Höckmayr, Friedhöfe und Grabdenkmäler]], Nr. 39.</ref> führt neben diesen Daten an, Hans Augustin sei hier an Kindsblattern gestorben. Zusammen mit der Angabe bei Lobming, dass Hans Augustin aus München vor dem Feind – gemeint ist wohl die Seuche, kaum eine Kampfhandlug am Ende des 30-jährigen Krieges – geflohen sei, ergibt sich die Frage, wie das Kind (mit oder ohne Eltern) nach Wasserburg kam. Der Vater Johann von Mandl hatte jedenfalls keine amtliche Funktion in der Stadt. Zu Johann von Mandl gibt es biographische Notizen bei Geiß.<ref>[[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Geiß, Tandern - Schloß und Hofmark|Geiß, Tandern - Schloß und Hofmark]], 244 – 254.</ref> Nach einer steilen Karriere fiel er am Ende in Ungnade, wobei ihm auch der Titel aberkannt wurde. Johann von Mandl starb am 2.8.1666. Eine Nachfahrin des Johann von Mandl war Gattin des Philipp Graf Arco (siehe Grabdenkmal, Nr. 73, Arco, 1743). Zuschreibung an Gregor Pichler<ref>Gregor Pichler - Bildhauer in Wasserburg, vgl. [[Quellen-_und_Literaturverzeichnis#Steffan, Bildhauer des Barock|Steffan, Bildhauer des Barock]], 75.</ref> wegen der Knorpelvoluten und der Sterbedaten denkbar.
  
 
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Version vom 3. Dezember 2019, 15:38 Uhr

Autor: Ferdinand Steffan/Redaktion
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Grabdenkmal, Nr. 71, Mandl, 1647, Gesamtansicht.
Grabdenkmal, Nr. 71, Mandl, 1647, Skizze Lobming.

Personen

Hans Augustin Mandl zu Deutenhofen (Kind)
Johann Mandl (Mändl) zu Deutenhofen, Münchdorf, Wolfsegg und Tandern (Vater)
Anna Christ(in)a Mandl, etc., geborene Kefer (Mutter)

Standort

Als Bodenbelag in der Estermann-Kapelle verlegt.

Früherer Standort

auf der Evangeliums Seite des Choraltars in der sogenannten Surauer Kapelle auf dem Boden[1][2]

Beschreibung

Rechteckige Platte mit glattem Rand. Dickes Knorpelwerk umgibt seitlich die ovale Inschriftplatte. Oben Engelskopf mit gespreizten Flügeln, unten Engelskopf mit Allianzwappen, seitlich davon jeweils ein Totenkopf auf gekreuztem Gebein. Der Engelskopf trägt einen Schmuckanhänger an einer Kette.

Material

Rotmarmor.

Maße

Höhe: 80 cm   Breite: 115 cm

Transkription/Übersetzung

Inschrift Original
Der Chuerfrtl. Dhl. In Bayern Gehaimen Raths und Hof
Cam̅er Præsidenten Herrn Johann Mändls zu Deitenhoven, Münchs
Dorff, Wolffsegg und Tandern etc. Dann seiner Ehefrauen Anna
Caecilia [nach Lehner[3] Christa, wohl eher Christina]
gebornen Keferin Liebste [nach Lehner Ehelich] Khindt und anders
Hertz Hanns Augus
tin, welcher zu München [den Feindt] geflohen und alhie vom
Todt [ergriffen, nach Lehner erreichet] worden [ist], Alters [...]
[den 3. Monats] Anno 1647 [nach Lobming[4] 1658].
Eintzig [nach Lobming ich war] meiner Lieben Eltern Freudt und Hertz
Der Todt macht mich Ihnen zu Laidt und Schmertz.

Erläuterung

Der Stein ist wegen der Wölbung des länglich ovalen Schriftfeldes stark abgetreten, sodass Teile der Inschrift schon bei Lobming nicht mehr lesbar waren. Daher gibt es erhebliche Abweichungen in der Lesung. Zur Person: Eine handschriftliche Ergänzung auf der Karteikarte von Lehner gibt die Daten zu Hans Augustin von Mandl an: * 27.8.1642, † 3.3.1647. Höckmayr[5] führt neben diesen Daten an, Hans Augustin sei hier an Kindsblattern gestorben. Zusammen mit der Angabe bei Lobming, dass Hans Augustin aus München vor dem Feind – gemeint ist wohl die Seuche, kaum eine Kampfhandlug am Ende des 30-jährigen Krieges – geflohen sei, ergibt sich die Frage, wie das Kind (mit oder ohne Eltern) nach Wasserburg kam. Der Vater Johann von Mandl hatte jedenfalls keine amtliche Funktion in der Stadt. Zu Johann von Mandl gibt es biographische Notizen bei Geiß.[6] Nach einer steilen Karriere fiel er am Ende in Ungnade, wobei ihm auch der Titel aberkannt wurde. Johann von Mandl starb am 2.8.1666. Eine Nachfahrin des Johann von Mandl war Gattin des Philipp Graf Arco (siehe Grabdenkmal, Nr. 73, Arco, 1743). Zuschreibung an Gregor Pichler[7] wegen der Knorpelvoluten und der Sterbedaten denkbar.

Wappen

Unter dem Schriftfeld hält ein Engel das Allianzwappen.
Rechts Wappen der Deutenhofen: Geviertet 1/4 nicht mehr sichtbar, steigender schwarzer Bock auf weißem/silbernem Grund nach links, 2/3 schwarzer Pfahl in weißem/silbernem Feld.
Links Wappen der Kefer: rechter Schrägbalken belegt mit einem Käfer, Silhouette nur noch schwach erkennbar.

Erhaltung

Stark abgetreten.

Literatur

Kebinger, Kapellenkranz St. Jakob, Nr. 4.
Lobming, Epitaphien Pfarrkirche S. Jacobi Nr. 62.
Bezold, Bezirksämter Traunstein und Wasserburg, 2082.
Höckmayr, Friedhöfe und Grabdenkmäler, Nr. 39.
Lehner, Wasserburger Grabsteinbuch, Nr. 67.
Geiß, Tandern - Schloß und Hofmark, 244 – 254.
Steffan, Bildhauer des Barock, 75.



Empfohlene Zitierweise:

Ferdinand Steffan, Grabdenkmal, Nr. 71, Mandl, 1647, publiziert am 03.12.2019; in: Historisches Lexikon Wasserburg, URL: https://www.historisches-lexikon-wasserburg.de/Grabdenkmal,_Nr._71,_Mandl,_1647 (16.12.2019)
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