Wassernutzung Wuhr
Identifikation historischer Nutzbauten an den Gewässern Mühlbach und Wuhrbach im Stadtgebiet Wasserburg
Dieser Artikel wird derzeit erstellt. Die Fertigstellung/Veröffentlichung erfolgt zum 11.09.2022.
-ENTWURFS-BEARBEITUNGSSTAND-
Einführung
Topographie: Der Mühlbach/Wuhrbach von der Gemeindegrenze bis zur Mündung in den Inn
Im Urstromtal der Prien vereinen sich Mühlbach und Schwarzmoosbach am nord-östlichen Rand der Ortschaft Bachmehring (Gemeinde Eiselfing) zum Mühlbach, während ein weiterer Bachlauf von südlich der Dirnecker Straße entspringend (u.a. das Firmengelände Huber verrohrt unterlaufend) bei der Hammerschmiede 1 (Gemeinde Eiselfing) - nun bereits Stadtgebiet Wasserburg - mit dem Mühlbach zusammentrifft. Nördlich heißt der Bach heute bis zum Beginn des Staubereichs (errichtet 1921-1924/25) Mühlbach und ab dort Wuhrbach. Der östliche Abfluss im Anschluss an das Elektrizitätswerk wird weiterhin als Wuhrbach bezeichnet, der westliche Abfluss vom heutigen Staubereich als Mühlbach oder Mühlkanal. Neben zwei Wehren im Stadtbereich Wasserburg sind der Bach bzw. seiner zwei Zeige heute circa zur Hälfte der gesamten Bachstrecke unterirdisch kanalisiert oder überbaut. Die zweite Ableitung vom Wuhrbach oberhalb des Steinmühlwegs 3 (hier noch Überreste der ehemaligen Stauwehranlagen und hier auch gleicherorts wieder mündend - der ehemalige Mühlkanal) wird wieder Mühlbach genannt wird. Dieser verläuft im Grundstücksbereich des Steinmühlwegs 3 an der Straße Steinmühlweg entlang noch offen, im Anschluss großteils überbaut/kanalisiert oder verrohrt bis zum Kapuzinerweg.
Vom Wuhr unterhalb der ehemaligen Stein-oder Wildgrubermühle fließen Mühlbach (westlich) und Wuhrbach (östlich) parallel in Richtung der Rosenheimer Straße. Der Wuhrbach verläuft ab der Rosenheimer Straße kanalisiert (verrohrt seit 1980), macht hier eine deutliche nord-ost Biegung und mündet westlich der Rosenheimer Straße 2, kurz oberhalb der Innbrücke, in den Inn. Der Mühlbach verläuft ab dem Abzweig vom Wuhrbach entlang des Steinmühlwegs und ist dort sowie im Bereich des Kapuzinerwegs teilweise noch als freies Gerinne sichtbar, bevor er die Bruckmühle erreicht und nördlich davon kanalisiert/verrohrt in den Inn mündet.
Die differenzierte Bezeichnung bzw. Unterscheidung zwischen Wuhrbach und Mühlbach ist für den Verlauf im Stadtgebiet Wasserburg im Sprachgebrauch nicht immer gegeben. Die Bezeichnung Wuhrbach wird heute häufig auch auf den Verlauf des Mühlbachs übertragen. Das mag an solchen, den Wuhrbach begleitenden, weiteren geografischen Namen (Wuhrtal, Straßennamen Wuhrweg und am Wuhrbach) liegen, die zugunsten der Wuhrbezeichnung beitragen. Im BayernAtlas fehlt die Ausweiung des Mühlbachs für das Stadtgebiet Wasserburg gänzlich. Außerdem ist die historische Funktion des Mühlbachs - im Stadtgebiet Wasserburg der Mühlkanal, welcher den Mühlen zugeführt wurde - verloren gegangen. Die Bezeichnungsgeschichte fällt im Vergleich zu heute zugunsten der Mühlbachbezeichnung aus: Vor dem Bau des Wuhrwerkes (ab 1920) fehlt in der Regel die Bezeichnung Wuhrbach. So weisen ältere Plannwerke (Grundriss 1615/Vermessungsplan 1813/1854) die Bezeichnung Mühlbach für beide Bachläufe - für den die Mühlen antreibenden Mühlkanal einerseits und das heute als Wuhrbach bezeichnete Gewässer andererseits aus. Dass die Bezeichnung Mühlbach für das Gewässer älter ist, als die Bezeichnung Wuhr, lässt sich auch funktional erklären: Der Begriff Wuhr bedeutet Wehr. Es ist anzunehmen, dass Bachssperren, - also wasserbauliche Eingriffe am durch das Wuhrtal fließenden Mühlbach - die dazu dienten, den Wasserstand zu regulieren (Wasser stauen/Wasser ablassen) seit mindestens 1480 (veränderlich) vorhanden waren und mit den Wehrbauten auch der Begriff des Wuhrbachs verknüpft ist (am Wuhr der Reitter-Benefiziumstiftung)[2]
Situation vor 1920: Die Stauung des Wuhrbachs und somit der Staubereich (als Wuhrweiher bezeichnet) hat sich mit dem Stauwerkbau (ab 1920/1924) nach Südosten verlagert und lag davor oberhalb der ehemaligen Stein- und Walkmühle. Die Ableitung eines Mühlkanals (und weiterer kleinerer Ableitungen und Mühlzuläufe) vom Bachlauf im oberen Wuhrtal bis zur Mündung bei der Kleinmühle in den Inn war freilich schon vor 1920 vorhanden und zum Betrieb der nachfolgend beschriebenen Mühlen und Gewerke essentiell.
Weitere historische Bezeichnungen für den Wuhrbach bzw. den Mühlbach resp. die Mühlkanalableitungen waren:
Bachmehringer Bach für den Bachlauf im Gebeiet der ehemaligen Gemeinde Bachmehring (heute Eiselfing) bis zur Hammerschmiede/Gemeindegrenze
Fehlbach (z.B. 1808) als Bezeichnung für den Teilungsverlauf unterhalb der Hammerschmiede[3]
Bewertung des Stadtbereichs im Kommunalen Denkmalkonzept
Mühlbach:
Das Kommunale Denkmalkonzept bezeichnet den Mühlbach im Bereich des Kapuzinerwegs als Historisches Gewässer, da dieser teilweise sichtbar in einem engen Gerinne von der Ableitung des Wuhrbachs bis zum Inn verläuft und im Kontext zum Bach auch noch einzelne Gebäude bestehen.[4]
Wuhrbach:
Die Geschäftsbauten entlang des kanalisierten Wuhrbachs im Bereich Rosenheimer Straße stellen laut Kommunalem Denkmalkonzept eine starke Überformung dieses Stadtbereichs dar.[5]
Bewertung: Die in der Achatz-Vorstadt ehemals ansässige kleinteilige Struktur aus Handwerkerhäuschen, Mühlenstandorten und kanalisiertem Mühlbach ist angesichts der flächenhaften Gebäude (Penny-Markt, Getränkemarkt, Geschäftshaus, Parkhaus) kaum mehr nachvollziehbar. Allein der kanalisierte Bach und einige zum Teil denkmalgeschützte Bauten erinnern an die ehemalige historische Struktur.[6] Die historischen Gewässer Mühlbach und Wuhrbach sind gemäß Kommunalem Denkmalkonzept dennoch als Elemente der historisch-städtebaulichen Grundstruktur im Stadt-Quartier südliche Innvorstadt klassifiziert. Bei zukünftigen baulichen Entwicklungen (Neubau/Sanierung/Umstrukturierung) sollten die unterschiedlichen und historisch gewachsenen Charakteristika und Prägungen erhalten und berücksichtigt werden. Insbesondere sollte der Mühlbach als historisches Kulturlandschaftselement und als offenes Gerinne eine Stärkung erfahren. Hier wäre auch eine Aufwertung der Freiraumqualitäten anzustreben.[7]
Wasserkraftnutzung in der Geschichte
Bis in das Jahr 1405 lässt sich das Mühlwesen Wasserburgs am städtischen Archivgut zurück verfolgen. Die überlieferten Urkunden des Spätmittelalters geben hauptsächlich Auskünfte zu besitz- und lehensrechtlichen Angelegenheiten der Mühlen. Im Jahr 1463 erteilte Herzog Ludwig IX. von Bayern-Landshut (* 23. Februar 1417, † 18. Januar 1479) dem Heilig-Geist-Spital die Erlaubnis auf dem Gries einen Mühlschlag zu errichten. Ebenfalls Lehen des Herzogs waren die Obermühle und Untermühle in Bachmehring[8]. Die Lehensgüter waren seit dem 15. Jahrhundert beim Spital oder bei der Stadt. In Folge der Vergabe der Nutzungsrechte an die Grunduntertanen bezogen die Lehensträger Geld- und Naturalabgaben (Gilten) aus dem Mühlbetrieb. Vor allem Mehl wurde freilich zur Verpflegung der Pfründner des Spitals benötigt. Auch drei Schiffsmühlen am Inn gehörten dem Spital. Die Wechsel der Lehensträgerschaft zwischen Stadt und Spital sind noch nicht weitergehend erforscht, jedenfalls wurde die Obermühle ab 1736 regelmäßig als Stadteigentum geführt, ab 1803 das ehemalige Lehensgut in der Regel zu Eigentum überlassen. Der bauliche Unterhalt der Mühlen lag ebenso beim Spital oder bei der Stadt.
"Vor der Innbrücke", befanden sich die Stein- und Schleifmühlen, welche durch die Wasserkraft des Mühlbachs und dessen Abzweigen (Mühlkanälen) angetrieben wurden. Vermutlich im Umfeld des hier gelegenen, sogenannten Schleifangers sollte im Jahr 1610 eine weitere Mühle - eine Mahlmühle - errichtet werden. In der hierzu überlieferten Archivakte (Stadtarchiv Wasserburg, I1b207) befinden sich einige schöne Konstruktionszeichnungen und Baupläne sowie ein Baukostenanschlag zum Bau dieser Mühle.
(Quelle: Zusammenfassend Meta/A./AdM)
Voraussetzung für den Mühlbetrieb waren die dem Wuhrbach den Namen gebenden Wehre am Mühlbach - eine Bachssperre, die dazu diente, den Wasserstand zu regulieren (Wasser zu stauen/Wasser abzulassen) war bereits 1480 vorhanden und geht wohl noch viel weiter in die Vergangenheit zurück (am Wuhr der Reitter-Benefiziumstiftung).[9] Wehre waren auch die Voraussetzung dafür, künstliche Wassergraben abzuzweigen, die heute als Mühlbach bezeichnet werden. Die Mühlkanäle dienten dem Betrieb mehrerer Mühlen, bzw. der Unabhängigkeit dieser vom Wasserverbrauch oberhalb liegender Mühlen.
Abwassereinleitung in der Geschichte
Die einzelnen historischen Gewerbe bachabwärts
am Mühlbach (Mühlbachkanal)
Grundstücksbereich Wuhrweg 18/20 (Mühlbach) bzw. östlich der heute bestehenden Wohnhäuser, Stadt Wasserburg a. Inn (Alte Hausnummer 310)
Frühere Bezeichnungen
Schleifmihl vor der Ihnpruckhen (1710)[10]
Underthail der Schleifmihl (Weisgärber) (1710)[11]
Schleif Mühl und Weisgerber Walch/Glassur Mühle (1808)[12]
Unterreiner (Unterauer) Georg. Schleifer(1796-1824)[13]
310 Wildgruber Martin, darauf folgend 310 Furtner Georg sowie Abteilung 310a (1856)[14]
310 Furtner Georg sowie Teilbesitz 310 1/3 noch bei Wildgruber Martin (1897)[15]
Lage
Klassifikation des Gebäudes
Schleifmühle
Weißgerberwalk
Glasurmühle
Art der Gewässernutzung
Antrieb der Mühlen (z.B. des Stockgetriebes der Schleifmühle) durch Wasserkraft
Nutzungshistorie/Beschreibung
Die ehemalige Schleifmühle war die nächstfolgende Mühle unterhalb der Bachmehringer Mühlen (Obermühle/Mittermühle/Untermühle/Hammerschmiede). Zwei urkundliche Erwähnungen der Schleifmühle legen nahe, dass dieses Gewerbe hier am Mühlbach mindestens bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Die Vormünder von Andree und Ursula Lel verkauften deren Schleifmühle vor der Innbrücke am 22. August 1560 an Hanns Wolfganng. Nur kurze Zeit später - im November desselben Jahres - wurde die Schleifmühle vor der Innbrücke an die Stadt Wasserburg übertragen.[16] Als Leibgeding ist die Schleifmühle fortan in den Kammerrechnungen nachzuverfolgen. Der Mühlbetrieb bestand 1808 aus drei Gebäuden: Der obere Teil war die Schleif Mühl, der untere Teil die Weisgerber Walch sowie an einem nördlichen Bachabzweig angesiedelt - eine kleinere Glasurmühle (Keramikproduktion), die jedoch weiterhin nicht belegbar ist.[17] Anfang des 19. Jahrhunderts erfolgte eine Wert-Schätzung der Schleifmühle - deren Name sich mit der Bezeichnung Schleifergraben auch auf die Mühlbachableitungen zu den hier angesiedelten Mühlen bzw. auf den Verlauf bis zur unterhalb liegenden Steinmühle übertragen hatte. Zur Bestimmung der Laudemialabgabe Anfang des 19. Jahrhunderts wurde anlässlich der Leibgedingverleihung der Schleifmühle an Georg Unterreiner auf eine ältere Verleihung der Schleifmühle an Joseph und Ursula Landman 1759 rekurriert.[18] Ursprünglich war die Schleifmühle mit dem Wohnhaus des bürgerlichen Mssserschmids und Schleifers Georg Unterrainer verbunden, wurde jedoch nach einem Wasserschaden 1807 im Jahr 1809 verlegt und somit vom Haus getrennt. Hierfür wurde dem Schleifer städtischer Grund am oberen Mühlkanal überlassen. 1823-1824 erfolgte nochmals ein Neubau der Schleifmühle auf benachbarten Grund des königlichen Rentamts.[19] Um 1856 war die (ehem.) Schleifmühle (das Haus 310) und damit wohl verbundene Wasserrechte am Mühlbach in das Eigentum Martin Wildgrubers übergegangen, der unterhalb eine Mühle betrieb.[20] Die Schleifmühle wurde seitdem offensichtlich nicht oder nicht mehr lange weiterbetrieben, jedoch waren die erweiterten Besitzrechte Wildgrubers am Bachlauf auch entscheidend für den Ausbau seiner unterhalb gelegenen Mühle und den späteren Bau des Stau- und Wuhrwerkes[21] oberhalb der ehemaligen Schleifmühle. Das ehemalige Schleifmühlgebäude wurde zwar noch im 19. Jahrhundert von Wildgruber wieder veräußert, jedoch fortan - das kann aus den Berufsbezeichnungen der Eigentümer geschlossen werden - nur noch zu Wohn- bzw. Werkstattzwecken genutzt. Die althergebrachte Bezeichnung beim Schleifer hielt sich im Sprachgebrauch der Wasserburger trotzdem noch bis mindestens in die Nachkriegszeit.[22] Am ehemaligen Schleifmühlenanger - ebenfalls eine mit der historischen Nutzung verbundene Grund- oder Flurbezeichnung - wurde seit 1943 eine Behelfsheim-Siedlung für Luftkriegsbetroffene durch das Deutsche Wohnungshilfswerk geplant (heute in etwa der Stadtbereich Wuhrweg 1a-11).[23]
Galerie: hist. Ansichten, Pläne, Dokumente
Steinmühlweg 3, 10 / 12, 14 (Mühlbach), Stadt Wasserburg a. Inn (Alte Hausnummern 314 / 313 (312))
Frühere Bezeichnungen
Steinmühle (heute: Steinmühlweg 14/Alte Hausnummer 313)
und Walch (heute: Steinmühlweg 3/Alte Hausnummer 314) (1796)[24]
313 Thomaschütz, Müller
und 314 Schußer, Walker (1813)[25]
312/313 Wildgruber Mühler
sowie als letzter Betreiber der Walch - 314 Unterauer, Walker - auf diesen folgend Kobler Windmühlmacher (Umnutzung) (1856)[26]
Steinmüller-Anwesen 313 mit Drahlmühle und Sägmühle (1907)[27]
Wildgruber-Mühle: Steinmühler Wildgruber/Kunstmühle mit Mahlmühle, unterhalb liegender Sägmühle (1894/1928)[28]
Lage
Klassifikation der Gebäude
Ehem. Steinmühle, ehem. Drahlmühle (Drahtmühle), ehem. Getreidemühle
sowie ehem. Walch (Walkmühle),
seit 1894 Kunstmühle (Getreidemühle) (=ehem. Mühlenensemble, bestehend aus Getreide- und Sägemühle, Wehr- und Bachleitungsbauten mit Nebengebäuden sowie unmittelbar unterhalb folgender Walkmühle samt Nebengebäuden)
'Nur' der zur ehemaligen Walkmühle gehörende Stadl, das Gebäude Steinmühlweg 10, ist als Baudenkmal in der Denkmalliste eingetragen: Wohnhaus, zweigeschossiger Traufseitbau, wohl Mitte 19. Jh.; Bundwerkstadel, Mitte 19. Jh.[29] Die Gebäudezusammenhänge des 'Steinmühlensembles' sowie des 'Walkmühlensembles' werden in der Denkmalliste nicht benannt oder erkannt.
Art der Gewässernutzung
Nutzung der Wasserkraft zum Mühlenantrieb
Die Kunstmühle Wildgruber war seit 1920 auch mit dem Bau des oberhalb liegenden Stau- und Elektrizitätswerk verknüpft. Der dort durch Wasserkraft erzeugte Strom sollte die elektrischen Triebwerke der Mühle antreiben.
Nutzungshistorie/Beschreibung
1796 sind die am Mühlbach gelegenen und unmittelbar benachbarten Mühlbetriebe (samt ihrer jeweils zugehörigen Nebengebäude) unabhängig voneinander als Steinmühle (oberhalb) und als Walch (Walkmühle) (unterhalb) im Häuserverzeichnis eingetragen.[30]
Das gesamte 19. Jahrhundert hindurch, jedoch wohl auch schon in der Zeit davor, waren die zum Steinmühlbetrieb sowie die zum Walkmühlbetrieb gehörigen Gebäude durchwegs in unterschiedlicher Eigentümerhand.
Seit 1851 bis 1928 gehörten die ehemalige Stein- bzw. Drahlmühle (seit 1894 erneuerte Kunstmühle/Getreidemühle) und die an diese damals noch unmittelbar anschließende Sägemühle der Müllerfamilie Martin Wildgruber, während die direkt unterhalb liegende Walkmühle zwar zunächst noch weiterbetrieben, im Verlauf des 19. Jahrhunderts jedoch umgenutzt bzw. als Walch aufgelassen wurde. Im Jahr 1925 erwarb Martin Wildgruber das mit dieser ehemaligen Mühle noch in Verbindung stehende Wasserrecht, die zu dieser Zeit im Eigentum eines Tabakfabrikanten war.[31]
Im Mittelpunkt der Betrachtung steht im Folgenden das Herzstück des Mühlbetriebs Wildgruber (die Mühle, Steinmühlweg 14): Zum Steinmülleranwesen (Hausnummer 313) gehörten gemäß einem Auszug aus dem Grundsteuerkataster vom 16. Januar 1907[32] u.a.:
- Wohnhaus mit Stadl und Stallung, Zubauhäusl mit Schweinestall, Drahlmühle, Sägmühle
- Stadl mit Zimmererwerkstätte; Remise
- Badeanstalt auf der Bachwiese (Gebäude im Eigentum der Stadtgemeinde)
- Verschiedene Grundstücke und damit verbundene Rechte, u.a.: Grasgärtl, Hausgärtl, Baumgarten, Hopfengarten, Bachwiesen, Hausweg, Wuhrwiese mit Mühlbach Wasser, Holzlagerplatz, Dirneckerwiese, Hammerleiten, Viehtrieb neben dem Mühlbach, verschiedene (Acker-)Anger.
Im Fall der Bezeichnung der Drahlmühle muss es sich um eine im Grundsteuerkataster enthaltene oder belassene ältere Bezeichnung der Mühle handeln, so wie diese vor 1894 gestaltet oder genutzt war: Denn die ehemalige Stein- oder spätere Drahlmühle wurde seit 1894 als Getreidemühle technisch modernisiert und ausgebaut. Fortan als Kunstmühle des Kleinunternehmers Martin Wildgruber bezeichnet, verfügte sie seitdem über ein modernes Walzwerk.[33] Nach der Baumaßnahme 1894 gehörten neben der Getreidemühle die damals im ursprünglichen Zustand belassene Sägmühle zum Betrieb - ein Holzgebäude -, welches vermutlich beim Hochwasser 1920 zerstört wurde.
Im ehemaligen Staubereich der Wuhr oberhalb des Wehres östlich der Walkmühle (zur Lage des Staubereichs vgl. den Ausschnitt aus dem Grundsteuerkatatasterplan) betrieb die Stadt im 19. Jahrhundert mehrfach veränderte und erneuerte Wuhrbäder: 1848 wurde auf Anregung des Magistrats oberhalb der Steinmühle erstmals ein offenes kaltes Bad errichtet.[34] Dieses wurde 1861 erneuert, war aber schon 1882 erneut baufällig geworden. Alle Bäder waren vom Bach durchflossen und befanden sich auf dem Grund des Besitzers der Steinmühle - Martin Wildgruber - der die jeweiligen Nutzungen gegen Entgelt gestattete:
Das Schwimmbad in der Wuhr ist ruinös und muss über kurz oder lang durch ein vollständig neues ersetzt werden. Schon eine gründliche Reparatur, die unabweisbar ist, kostet erhebliches und vermag die Anstalt nur auf kurze Zeit zu fristen. Für jeden Fall bedarf es jährlich beträchtlicher Unterhaltungskosten. Man wird daher das Wuhrbad vollständig aufgeben und oberhalb der Steinmühle ein Schwimmbadebassin in 2 Abteilungen graben, nachdem der dortige Besitzer annehmbare Bedingungen stellt.[35]
Im Jahr 1920 war Martin Wildgruber gerade in Begriff die Wuhr zur Elektrizitätsgewinnung für seinen Mühlenbetrieb auszubauen (vgl. hierzu ausführlicher das Kapitel Elektrizitätswerk), als ihn eine Hochwasser-Katastrophe im September schwer schädigte:
Es regnete jeglichen Tag seit Wochen, heute besonders arg. Der Innpegel zeigte allerdings erst 3,50 m an. Aber die Wuhr! Mit unheimlicher Schnelle begann und vollendete sie ein nie geschautes Vernichtungswerk. Dort, wo schon vor kurzem die zum Ausweichen gezwungenen Wasser sich ein tiefes Rinnsal von der oberen zur unteren Wuhr gegraben, fand der Wasserschwall auch diesmal den schwächsten Punkt und riß, Bäume entwurzelnd, ein Loch, das wohl die Vorstellungskraft der meisten beschämt. Der Schaden, der dem Mühlbesitzer Wildgruber [...] entstand, geht in die Hunderttausende. Die entwaldeten Hänge der Wuhr machte den Fruchtigkeitsüberschuß lebendig; an zahlreichen Stellen rutschte die Oberdecke ab. Gleiches zeigte sich übrigens auch an zahlreichen anderen Hängen. So am Kellerberg, in der Ponschabau, am Weg zur Landschaft usw. Dadurch, daß die Wuhrwasser ihren Weg durch die untere Wuhr nahmen, blieb der obere Bach ohne Wasser, was vielleicht anderes Übel verhütete, aber der untere Wasserlauf richtete schlimme Verheerungen an, vermurte Wiesen und selbst einige über dem sonstigen Wasserspiegel liegende Gärten, riß den Mühlsteg ab und drang auf der Straße bis zur Lederfabrik Mirring (ehemals Lakenbauer). Auch den oberhalb des Wuhrweihers gelegenen Mühlen und Werkstätten setzte das wilde Wasser bös zu. Unsere Feuerwehr wurde spät abends dorthin zur Sicherung der Holzvorräte berufen.[36]
In Folge dieses Ereignisses erklärte der Stadtrat sich damit einverstanden, daß das Bett des Wuhrbaches durch Gründung einer Wildbachverbauungsgenossenschaft, zu der sämtliche Beteiligte im Sinne des Wassergesetzes herangezogen werden müssen, wieder instand gesetzt wird. Weiterhin befürwortete die Stadt die Fortsetzung bzw. die Wiederaufnahme des Wildgruberschen Projekteszum Ausbau eines Stauwehres.[37]
Es dauerte allerdings bis 1924, dass diese Bautätigkeit im Wuhrtal nennenswert voran kam:
Kunstmühlbesitzer Mart. Wildgruber hat nun den Bau eines eigenen Elektrizitätswerkes neuerdings aufgenommen. Das Wasserschloß in Form einer stumpfen kleine Pyramide beim ehemaligen Schleiferhäusl steht bereits und unterhalb im Talgrund erwächst rasch das Turbinenhaus (Francisturbine)[38]. Die von Ingenieur Max Rothmaier erbaute Wuhrkraftanlage bringt eine wesentliche Besserung des jetzt ziemlich wüsten Landschaftsbildes durch Errichtung einer Stauanlage mit einem neuen Stauweiher, der Aussicht auf ein künftiges Bad gibt.[39]
Das Hauptwerk - das Stauwehr - wurde im Juni 1924 fertig gestellt.'[40]
Der erlittene Hochwasserschaden und die hohen Investitions- und Finanzierungskosten des Kraftwerk und Stauwerkbaus einerseits sowie die im Gefolge der Wirtschaftskrisen seit der Mitte der 1920er Jahre stehenden Belastungen andererseits, führten zu einer Überschuldung des Betriebs. Kunstmühlbesitzer Martin Wildgruber, der bereits 1924/1925 sogenannte Notkredite beziehen musste, war und wurde schließlich gezwungen, sämtlichen Besitz veräußern: Im August 1928 erwarb die Stadtgemeinde, die zuvor die Abnahme von Strom aus dem privaten Elekrizitätswerk Wildgrubers abgelehnt und somit dessen wirtschaftliche Situation noch verschärft hatte:
- das Elektrizitätswerk einschließlich der dazugehörigen Grundstücke
- Wuhrhänge und Grundstücke an der Bachniederung und
- den Wuhrweiher.
Die weiterhin von Stadt, Leprosenhausstiftung und Sparkasse erworbenen Gebäude der ehemaligen Kunstmühle Wildgruber waren:
- Wohnhaus mit Stall und Stadel, Stallung
- Nebengebäude mit Werkraum, Schweinsestall
- Mahlmühle mit Maschinenhaus und Hofraum
- Stadel mit Werkstätte, Holzlegen und Schupfen
- Gärten
sowie ein weiteres
- Wohnhaus mit
- Wiese und Stadel.
Der Notzeit entsprechend sollten in der ehemaligen Wildgruber'schen Mühle zunächst Behelfswohnungen für plötzlich obdachlos Gewordene, bedürftige Mieter und Fürsorgeempfänger geschaffen werden; mit Beginn der nationalsozialistischen Zeit – ein Arbeitsdienstlager.[41]
Seit der tatsächlich erfolgten Wohnraumnutzung der ehemaligen Steinmühle ab den 1930er Jahren sowie späterer Teilveräußerungen (ab 1931) des ehemals zusammengehörigen Wildgruber-Besitzes durch die Stadt wurde dieser Stadtbereich durch Gebäudeverdichtung, Abriss und Ersatz von Gebäuden sowie der gewerblichen Nutzung (alter Standort der Sigl-Likörfabrik) stark verändert und überformt. In den 1990er Jahren erfolgte im Umgriff südlich und westlich der ehemaligen Wildgrubermühle - diese einbeziehend bzw. direkt an diese anschließend - das Eigentumswohnungsbauprojekt Wohnnatur Steinmühlweg durch die TBS Gesellschaft für Wohn- und Gewerbebau mbH Schloßberg.[42]Bei einem Schulprojekt der Hauptschule Wasserburg in den Jahren 1995-1997 wurde ein etwa 7 Zentner schwerer Mühlstein aus dem Bachbett hinter dem Stauwehr geborgen und aus dem Bach gezogen.[43]
Heute erinnern vor allem die Gebäude Steinmühlweg 3 und 14 sowie die Überreste von Mühlsteg, Bachabzweig und Wehr noch an die ehemalige Mühlen.
Galerie: hist. Ansichten, Pläne, Dokumente
Steinmühlweg 1 (Mühlbach), Stadt Wasserburg a. Inn (Alte Hausnummer 315)
Frühere Bezeichnungen
Wimmer Bleicher (1796)[44]
Wimmer, Blaicher (1813)[45]
Moser Josef Blaicher (1854/1856)[46]
Wäscherei Scheiel (1949)[47]
Wäscherei Lazarus (in Betrieb bis ca. 1980)[48]
Lage
Klassifikation des Gebäudes
ehem. Bleiche/ehem. Wäscherei mit Wasserschwenke und Bleichplatz
Art der Gewässernutzung
Nutzung des Wassers zum Waschen und Bleichen Wasserversorgung/Wasserentsorgung
Nutzungshistorie/Beschreibung
Wasserburgs spätmittelalterliche/frühneuzeitliche Bleiche war mit entsprechender Platzausdehnung, die eine natürliche Rasen- oder Pfahlbleiche erfordert, im Bereich des Halses der Altstadthalbinsel vor der Stichmauer, die den Hag schützte, angesiedelt.
Die beiden Bleichen am Mühlbach mit jeweils kleineren Bleichplätzen waren jüngere Einrichtungen und zugleich auch Wäschereien. Die Einrichtungen hier gehen wohl auf das späte 18. Jahrhundert zurück.
Im Jahr 1864 erweiterte der Bleicher Joseph Moser sein hier bereits bestehende Gebäude.[49]
Ein Bauplan aus dem Jahr 1949 zeigt die Nutzung des Hauses als Wäscherei auf (Wäscherei Rosina Scheiel).[50]
Als ältere, heute nicht mehr gebräuchliche Weg- und Flurbezeichnungen, die mit der früheren Nutzung und dem Gewerbe in Verbindung stehen, lassen sich für diesen Stadtbereich u.a. die Namen Bleicherweg und Bleicher-Anger nachweisen.[51]
Aus Erinnerungen und Befragungen zum Betrieb der Wäscherei Lazarus bzw. der Vorgängerbetriebe ermittelt wurde 1995/1997 in einem Schulprojekt festgehalten und dokumentiert:
Die Wäscherei hieß vorher Scheierl, noch früher Moser-Bleiche. Die Wäscherei Lazarus war noch bis ca. 1980 in Betrieb. Auch Gasthäuser und Hotels brachten ihre Wäsche. Nach dem Waschen im Kessel wurde früher die Wäsche zunächst im Wuhrkanal [sic: 'durch das Haus' lief der Mühlbach, östlich am Gebäude vorbei der Wuhrbach], der durch das Haus fließt ausgespült. Die Frauen knieten dabei auf Brettern, die über den Bach gelegt waren. Die Wäsche wurde anschließend in einer mechanischen Kurbelschleuder geschleudert und entweder daheim oder auf der Bleiche unterhalb der Wäscherei zum Trocknen aufgehängt. Für die große Schleuder zahlte man 30Pf[52], für die kleine 10Pf pro Füllung. In ganz alten Zeiten wachte ein Wärter in einem Häuschen darüber, dass keine Wäsche gestohlen wurde.[53]
Das hier besprochene Gebäude wurde 2022 abgerissen. Auf dem Gelände sollen nun, stark verdichtet, 24 Stadtwohnungen entstehen.[54]
Galerie: hist. Ansichten, Pläne, Dokumente
Steinmühlweg 4 (Mühlbach), Stadt Wasserburg a. Inn (Alte Hausnummer 316)
Frühere Bezeichnungen
Niedl Bleicher (1796)[55]
Niedl, Blaicher (1813)[56]
Schaefler Leopold Blaicher (1854/1856), später Stechl Christoph[57]
Breuherr Karl (1950)[58]
Lage
Klassifikation des Gebäudes
ehem. Bleiche mit kleinem Bleichplatz/Weberei/Waschanstalt
Wasserschwenke
Art der Gewässernutzung
Nutzung des Wassers zum Waschen und Bleichen Wasserversorgung/Wasserentsorgung
Nutzungshistorie/Beschreibung
Vgl. Steinmühlweg 1
Eigentümer Leopold Schäffler der 1864 im Alter von 73 Jahren verstarb, wird im Zusammenhang seiner Todesanzeige als bürgerlicher Bleicher und Webermeister bezeichnet.[59]
Der 1876 geborene und gelernte Müller Karl Breuherr (†1959) übernahm den Gewerbebau im Jahr 1916. Fortan wird er als Waschanstaltbesitzer bezeichnet.[60]
Galerie: hist. Ansichten, Pläne, Dokumente
Kapuzinerweg 2 (Mühlbach), Stadt Wasserburg a. Inn (ursprünglich Nebengebäude zur Alten Hausnummer 321)
Frühere Bezeichnungen
Stainmull, Walch unnd ferbhaus[61]
Unterauer Färber (1796)[62]
Unterauer Färber mit Alter Hausnummer 321 1/2 (1813)[63]
Lage
Klassifikation des Gebäudes
Das Gebäude ist als Baudenkmal in der Denkmalliste eingetragen: Ehem. Färberei, zweigeschossiger Flachsatteldachbau mit Mezzanin, Erdgeschoss mit Gewölben, Umbau und Aufstockung 1882, im Kern älter.[64] Zuvor (2017) im Kommunalen Denkmalkonzept als ortsbildprägendes Gebäude herausgestellt.[65]
Art der Gewässernutzung
Nutzungshistorie/Beschreibung
In mehreren Rechnungen des 16. Jahrhunderts werden Stainmull, Walch unnd ferbhaus als zusammengehörige Einheit von den zur Rechnungsführung vom Rat der Stadt bestellten Walchmaisterngeführt.[66] Das ursprüngliche Färbhaus (Alte Hausnummer 321, heute Rosenheimer Straße 6) am Mühlbach ist schon 1594 erwähnt.[67] Zu diesem Zeitpunkt war es jedoch nicht direkt mit dem Gewässer verbunden.
Galerie: hist. Ansichten, Pläne, Dokumente
Bruckmühlweg 1 (Mühlbach), Stadt Wasserburg a. Inn (Alte Hausnummer 319)
Frühere Bezeichnungen
Stainmull, Walch unnd ferbhaus[68]
Stain Mühl und Walch (1615)[69]
Bruckmühl (1796)[70]
319 Schredl, Müller/Schredlmühle (1813)[71]
(Übernahme der unterhalb der Schredlmühle liegenden Kleinmühle durch Johann Schredl und Neubau einer Mahlmühle (1852)) [72]
319/320 Schredl, Johann [später (=überschrieben)] Josef (1856), gemeinsames Eigentum mit Bruckmühlweg 5/7 (320)[73]
319 Schredl, Josef (1897), weiterhin gemeinsames Eigentum mit Bruckmühlweg 5/7 (320)[74]
Schreibermühle (seit 1931) [75]
weiterhin zusammengehörig mit Bruckmühlweg 5/7 Schreiber, Franz/Schreibermühle (1950)[76]
Lage
Klassifikation des Gebäudes
Ehem. Steinmühle und Walch (Walkmühle)
Ehem. Getreidemühle/Kunstmühle
Im Kommunalen Denkmalkonzept als ortsbildprägendes Gebäude herausgestellt: Ehemaliges Mühlengebäude, mehrgeschossig über quadratischem Grundriss.[77]
Art der Gewässernutzung
Antrieb der drei (1615) bzw. zwei (1813/1854) Mühlräder durch Wasserkraft
später Verstromung der Wasserkraft zum Betrieb der Triebwerke der Kunstmühle
Nutzungshistorie/Beschreibung
Die Steinmühle vor der Innbrücke lässt sich urkundlich bis 1519/1521/1527 zurück verfolgen.[78] 1559 verkaufte Herzog Albrecht V. diese Steinmühle dem Handwerk der Tuchmacher,[79] so dass sie entsprechend der daraus zu folgernden Funktionserweiterung zur Walkmühle und mit der damit einhergehenden Bezeichnung im Grundriss 1615 als Stain Mühl und Walch auch örtlich eindeutig zugeordnet werden kann. [80]
In mehreren Rechnungen des 16. Jahrhunderts werden Stainmull, Walch unnd ferbhaus als zusammengehörige Einheit bezeichnet und von den zur Rechnungsführung vom Rat der Stadt bestellten Walchmaistern verwaltet.[81]
Mit dem städtischen Lehnsgut erzielte die Stadtkammer regelmäßige Einnahmen. Aus den Kammerrechnungen 1710 geht beispielsweise hervor, dass der Gemainer Statt Stainmichl vnnd Färber Haus Geörg Hueber iezig Stainmihler vnnd Leibgedings Ihnhaber Jährlichen Stifft zahlt sowie Bernhard Plass Burger vnnd Tuechmacher auch walcher, von der Walch je Quartals ebenfalls Abgaben leistete.[82]
Spätestens seit 1780 wurde in der Steinmühle Korn gemahlen.[83]
Seit dem 19. Jahrhundert (nachweisbar ab 1813) war die ehemalige Stein- und Walkmühle im Eigentum der Müllerfamilie Schredl, die hier weiterhin ausschließlich Getreide verarbeitete. Im Jahr 1822 wollte Joseph Schrödl, Bruckmüller für seine Mahlmühle einen Getreidereinigungs- oder Koppgang errichten, um alle drei Mahlgänge seiner Mühle ununterbrochen für alle zu verarbeitenden Getreide zu nutzen. Dies, so gab Schredl beim Magistrat zu Protokoll, weil ein Mahlgang bisher, vor allem während der Sudzeit der Brauererein ausschließlich zum Malzschroten/Malzbrechen verwendet werde und daher - nicht voll ausgelastet - zwischenzeitlich ungenutzt still stehe. Das Vorhaben lehnte die Stadt ab mit der Begründung, dass der Wasserstand des Mühlbaches ohnehin nur den gleichzeitigen Betrieb von zwei Mahlgängen erlaube.[84] Diese Feststellung war freilich auch für den Betrieb der unterhalb liegenden - und zu diesem Zeitpunkt noch eigenständigen - Kleinmühle relevant, die von einem ausreichenden Wasserstand abhängig war.
1841 erfolgte eine Erneuerung, Vergrößerung sowie Erhöhung des Mühlgebäudes, wovon ein Bauplan erhalten blieb. Neben der Mühle betrieb die Familie auch eine Landwirtschaft mit Schweine- (seit 1849) und Rindviehbestand (spätestens seit 1899) [85] sowie eine Mehlhandlung in der Färbergasse.[86]
1852 konnte Schredl seinen Besitz um die unmittelbar unterhalb folgende Kleinmühle erweitern,[87] deren historischer Name Prugg Mühl fortan auf die Schredl- und spätere Schreibermühle übertragen wurde. Der Müllermeister gehörte zu dieser Zeit der Vorstandschaft der Müllerzunft an.[88]
1858 erfolgte mit dem Bau einer Schneid- oder Sägmühle ein Erweiterungsbau und somit nochmals eine Vergrößerung des Betriebs. Im Jahr 1927 wird dieser Bau bereits als ehemaliges Säggebäude bezeichnet, dass nun zu Wohnzwecken umgebaut werden sollte.[89]
Weiterhin wurde der Familienname Schredl im Sprachgebrauch auch auf die ursprünglich zur Brugmaister-Mühle gehörigen Fluren (Prugg Anger/Prugg-Mühl-Anger, ab 1796 Grundstück 320) übertragen. Der dann Schredl-Anger genannte Grund, aus dem Schredl schon einige Jahre vorher ein Teilstück zur Verbesserung seiner Zufahrt ausgelöst hatte, beherbergte in der kurzen Phase der Dampfschifffahrt auf dem Inn (1854-1860) eine Kohlenhütte, die 1862 abgebrochen wurde.[90]
In der Eigentümerschaft Schredl wurde die Mühle technisch modernisiert und nochmals vergrößert, weshalb man sie in Folge dessen - ebenso wie im Fall der Wildgruber Mühle - auch als Kunstmühle bezeichnete. Bemerkenswerterweise fehlen die Baunterlagen zu diesen Maßnahmen, die daher bisher nicht genau datiert werden können, jedoch mit Blick auf Fotografien dieser Zeit als um 1900 abgeschlossen angesetzt werden können.[91] Spätestens in diese Zeit fällt auch die Umnutzung der unterhalb liegenden Mühle als Sägemühle, die mit Hilfe eines Holzkanals über den Hof betrieben wurde.[92]
Der Strombedarf für die dann (jedoch erst später explizit erwähnten) elektrisch betriebenen Triebwerke wurde (zu einem großen Teil) durch Verstromung der Wasserkraft selbst erzeugt, weshalb für städtisch verursachte Ausfallzeiten (Wartungen am Bachlauf/Umleitung des Wassers über den Wuhrbach) kostenlos Ersatzstrom geliefert wurde.[93] Der Mühlbach wurde im Bereich der Schredlmühle zu dieser Zeit auch als Schredlmühlbach bezeichnet.
1931 verkaufte der letzte Inhaber der Kunstmühle Josef Schredl den Besitz samt der Kleinmühle an Franz Schreiber,[94] woraufhin sich in Wasserburg bald die Schreibermühle als Bezeichnung der vormaligen Schredlmühle einstellte. Das Wasserrecht hatte die Mühle nach einer Befragung der Betreiberfamilie ab dem Stauwehr bei der Wildgruber-Mühle bzw. dem Abzweig des Mühlkanals hier,[95] was auch durch die Bezeichnung als Wehr Schredl (1921) Bestätigung findet.[96]
Im Jahr 1934 erfolgte oberhalb der Mühle eine neue Betonfassung des Mühlbachs, unterhalb der Mühle, nach dem Durchfluss durch diese, eine Kanalisierung in Betonrohren. 1936/1937 wurde ein Getreidesilo[97] und eine Turbine neu gebaut. Diese Turbine (Schluckvermögen: 280 l/sek, 4 Schaufeln, 287 Umdrehungen/min, 13,5 Kilowatt Stromerzeugung pro Stunde, Wasserfallhöhe: 6m) trieb noch nach der Umnutzung des Gebäudes zu Wohnzwecken eine Wirbelstrommaschine an, in der Öl durch ständiges Verquirlen erhitzt und zur Heizung der Wohnung genutzt wird.[98]
1938 versuchte Schreiber beim Stadtbauamt zu erreichen, die im Zuge der Steinmühlstraße (heute: Steinmühlweg) durch die Stadtgemeinde hergestellte Verrohrung verbessern zu lassen, da diese nach Meinung des Bruckmüllers den Wasserdurchfluss bei seinem Triebwerk verringere, hingegen diese zu engen Rohre bei der oberhalb liegenden Wäscherei Scheiel zu Rückstauungen führen, so dass man dort das Wasser im Hause hat. Ein Rückbau solle nun dem Wasser wieder freien Lauf zu seinem Triebwerke geben.[99] Die Stadt hielt entgegen, dass Ursache des Rückstaus keineswegs die städtische Verrohrung, sondern der nicht geräumte Bach unterhalb des Durchlasses sei,[100] dessen Unterhalt und Reinigung in der Verantwortung des Bruckmüllers war.
Im Jahr 1954 enden (bisher) die aktenmäßigen Archivnachweise zur Franz Schreiber Bruckmühle im Stadtarchiv: Für die elektrisch angetriebene Mühle stellte der Betrieb der Stadt damals eine Rechnung für zusätzlichen Strombedarf während einiger Instandsetzungsarbeiten am Bachufer, welche die Gemeinde veranlasst hatte.[101]
Erst 1978 wurde die Mühle zu Wohnzwecken umgebaut. Sie war damit neben der Wäscherei Lazarus, das am längsten mit Hilfe des Wassers betriebene Gewerbe am Mühlbach.
Galerie: hist. Ansichten, Pläne, Dokumente
Bruckmühlweg 5 (heute mit 7) (Mühlbach), Stadt Wasserburg a. Inn (Alte Hausnummer 320)
Frühere Bezeichnungen
Brugmaister-Mühle(1473)[102]
Prugg Mühl (1615)[103]
Kleinmühl (1796)[104]
320 Huber, Müller (1813)[105]
Die dem Franz Hagen gehörige Kleinmühle (1852) [106]
Übernahme der Kleinmühle durch Johann Schredl und Neubau einer Mahlmühle (1852) [107]
319/320 Schredl, Johann/später (=überschrieben) Josef (1856), gemeinsames Eigentum mit Bruckmühlweg 1 (319)[108]
320 Schredl, Josef (1897), weiterhin gemeinsames Eigentum mit Bruckmühlweg 1 (319)[109]
Sägemühle[110]
weiterhin zusammengehörig mit Bruckmühlweg 1 Schreiber, Franz/Schreibermühle (1950)[111]
Lage
Klassifikation des Gebäudes
ehem. Getreidemühle
ehem. Sägemühle
Im Kommunalen Denkmalkonzept als ortsbildprägendes Gebäude herausgestellt: Ehemaliges Mühlengebäude, mehrgeschossig über quadratischem Grundriss.[112]
Art der Gewässernutzung
Antrieb der zwei (1615) Mühlräder bzw. von einem Mühlrad (1813/1852) durch Wasserkraft
Nutzungshistorie/Beschreibung
Der Bezeichnung Prugg Mühl im Grundriss 1615 nachgehend, [113] könnte das hier zu verortende historische Gebäude bereits mit einer Mühlenerwähnung des Jahres 1473 in Verbindung gebracht werden: Damals stiftete Albrecht Lambfridsheimer vier Schilling Pfennige Ewiggilt von seinem Haus jenseits der Brücke bei der Brugmaister-Mühle, zur Pfarrkirche St. Jakob.[114] Nächst der Mühle war der Prugg Anger angesiedelt. Das Grundstück gehörte auch in den folgenden Jahrhunderten zur Mühle (Im 19. Jahrhundert: Grundstück(e) zur Hausnummer 320).
Seit spätestens 1796 wurde die Mühle als Kleinmühle bezeichnet. 1832 drohte ein Brand beim Kleinmühler vor der Brücke das Gebäude zu zerstören, wurde aber wohl noch rechtzeitig gelöscht, so dass keine größeren Zerstörungen zu verzeichnen waren.[115] Im Jahr 1852 wurde die Baufälligkeit der Kleinmühle von Franz Hagen durch den Magistrat festgestellt. Zu dieser Zeit sei das gesamte Gebäude ganz von Holz und verfault gewesen und konnte nicht weiterbetrieben werden.[116] Da die verarmten Müller einen Neubau finanziell nicht stemmen konnten, wurde der Besitz schließlich zwangsversteigert. Der benachbarte Müller Schredl übernahm das Eigentum an der Kleinmühle samt beanchbarten Anger und widmete sich der Aufgabe des notwendigen Neubaus. Ein für den Neubau einer Mahlmühle gefertigter Bauplan stammt noch aus dem Übernahmejahr.[117]
Um 1900 war die Mühle Sägemühle genutzt, die mit Hilfe eines Holzkanals über den Hof betrieben wurde.[118]
Zeitgleich mit dem Umbau der ehemaligen Schreibermühle zu Wohnzwecken ab 1978 erfolgte die Renovierung des 1852 errichteten Mühlbaus, womit zumindest die äußere Hülle des historischen Gebäudes (durch einen modernen Anbau erweitert = Bruckmühlweg 7) bis heute erhalten ist.
Galerie: hist. Ansichten, Pläne, Dokumente
am Wuhrbach
Städtisches Elektrizitätswerk mit Staubereich des Wuhrbachs, ohne Adresse, Stadt Wasserburg a. Inn
Frühere Bezeichnungen
Für das Kraftwerk:
Wasserkraftanlage Wildgruber (1920-1928)[119]
Elektrizitätswerk/Wasserkraftwerk an der Wuhr (ab 1928)[120]
Heute: Wasserkraftwerk an der Wuhr (Bezeichnung der Stadtwerke Wasserburg, 2022)[121]
Für den Staubereich:
Staudamm/ Staudämme/ Stauweiher (1927)[122]
Wuhrweiher (Sprachgebrauch)
Wuhrbad/Wuhr-Schwimmbad/Schwimmbad an der Wuhr
Lage
Klassifikation
Wasserkraftwerk zur Stromerzeugung
Staudamm
ehem. Schwimmbad
Art der Gewässernutzung
Stromerzeugung durch Wasserkraft
Nutzungshistorie/Beschreibung[123]
Die Wasserkraftanlage Wildgruber wurde ab 1920 geplant und in den Jahren 1921 bis 1924 vor allem für den Strombedarf des bachabwärts liegenden Mühlbetriebs Martin Wildgruber in privater Bauträgerschaft errichtet. Das begonnene bzw. gerade in Vorbereitung befindliche Projekt wurde durch die Hochwasserschäden 1920 unterbrochen, 1921 wieder aufgegriffen sowie 1924/25 vollendet und in Betrieb genommen.[124] Im Jahr 1928 übernahm die Stadt das Stauwehr und das Elektrizitätswerk zusammen mit dem Mühlbesitz des überschuldeten Betreibers.
Das Kraftwerk sollte einerseits das zeitgleich zur Planung und Ausführungsvorbereitung im Jahr 1920 durch Hochwasser geschädigte Triebwerk zur Stromerzeugung bei der Wildgrubermühle ersetzen. Diese Stromerzeugungsanlage der Kunstmühle hatte bisher nur dem Eigenbedarf gedient. Andererseits wäre das neue Kraftwerk auch für eine Stromabgabe an Dritte geeignet gewesen: Bei Errichtung wohl noch zugesagt, verwehrte aber die Stadt dem privaten Errichter bis 1928 die Stromabnahme, was dessen Bankrott und die Übernahme der Anlagen durch die Stadt beschleunigte. Der Ablehnungsentscheidung lag ein Gutachten vom 9. September 1925 zu Grunde. Dies riet der Stadt davon ab,
elektrische Arbeit aus dem Wildgruber'sehen Kraftwerk in das Netz des städtischen Elektrizitätswerks zu übernehmen. Es stützte sich auf mehrere Gründe: Da waren die Erfahrungen mit dem Strombezug aus dem 'Kraftwerk Hagen'. Da gab es technische Probleme, weil die Stromeinspeisung nicht unmittelbar bei der Zentrale, sondern am Südende des Netzes erfolgen musste. Da war ein vertragsrechtliches Problem, weil die 'Obüz' darauf bestand, daß die Stadt ihren gesamten Strombedarf aus dem Netz der 'Obüz' zu decken hatte. Da war die Abhängigkeit der elektrischen Leistung von der Unregelmäßigkeit der Wasserführung der Wuhr. Da war ein Angebot zu einem Strompreis, welcher höher war als der Strompreis bei Bezug von der 'Obüz'. Am 17. März 1925 hat es der Stadtrat abgelehnt, einen Stromlieferungsvertrag zu vereinbaren.[125]
Der Entwurf für das Wildgruber'sche Wuhrkraftwerk, den der Ingenieur Rothmaier im Dezember 1920/21 gefertigt hatte, sah vor, dass dieses je nach der Zahl der jährlichen Betriebsstunden eine elektrische Jahresarbeit zwischen 109.000 und 150.000 Kilowattstunden erreichen sollte.[126] Die tatsächlich erbrachte Leistung lag im Jahr vor der Sanierung des Werkes 2022 mit 111.500 Kilowattstunden Stromerzeugung, (womit ca. 20-30 Haushalte versorgt werden können) voll im Rahmen der rund 100 Jahre alten Planungsberechnung.[127]
Damit sei aber der Erwerb des Kleinkraftwerks an der Wuhr schon im Erwerbsjahr 1928 ein ziemlich bescheidenes Ergebnis der jahrelangen städtischen Bemühungen gewesen, die eigene Stromversorgung auf die Ausnutzung von Wasserkraft zu stützen.[128] Dennoch: Das Wuhrkraftwerk wurde und wird bis heute von den Stadtwerken Wasserburg weiterbetrieben. Die Stadt hat die historische Technik über die Jahre hinweg gepflegt und betriebsfähig erhalten. Das Kraftwerk wird derzeit (2022) grundsaniert und erneuert.
Mit der Übernahme des Werkes 1928 wurden der neuen Betreiberin umfangreiche Pflichten für die mit dem Stauwehr verbundenen Gefahren am Wuhrbach übertragen. U.a. heißt es in einem bezirksamtlichen Beschluss zum Betrieb der Wasserkraftanlage vom 8. März 1927:
[...] 3. Die gesamten wasserbautechnischen Teile der Anlage sind in gutem Zustande zu erhalten, insbesondere der Erhalung der Staudämme die grösste Sorgfalt angedeiehen zu lassen. [...] 5. Die Unterhaltung des Stauweihers des Mühlober- und Unterwasserkanals und des Flutbaches vom Wehr bis zur Wiedereinmündung des Mühlbaches[129] obliegt dem Unternehmer. [...] 7. Der Unternehmer haftet für alle Schäden, die gegebenfalls Dritten aus dem Bestand und Betrieb der Anlage entstehen.[130]
Mit dem Bau des Stauwerkes waren auch Änderungen des Wuhrbach- und Mühlbachverlaufs bis zur Wehranlage Schredl (beim Steinmühlweg 3) verbunden: Unterhalb des Auslaufs vom Kraftwerk war eine Bachverlegung (in den Planzeichnungen der 1920er Jahre als Fehlbach bezeichnet) des Wuhrbachs notwendig. Der Oberwasserkanal wurde vom Stauwerk weg in Rohrleitungen kanalisiert sowie kurz oberhalb der ehemaligen Steinmühle mittels Wasserschloss oder Wasserstuhl zum heutigen Gebäude Wuhrweg 6 herabgeführt und danach wieder dem Wuhrbach zugeleitet. Der alte Oberkanal ab diesem neuen Übergabepunkt nur etwas oberhalb der ehem. Steinmühle, der diese ehemals bediente und als offenes Gerinne von dort entlang des heutigen Wuhrwegs bis zur Wildgruber-Mühle führte, wurde aufgelassen.[131]
Schwimmbad: Der Wunsch, das alte Schwimmbad oberhalb des Stauwehrs der Wildgrubermühle zum hier neu entstehenden Staubereich der Wuhr zu verlegen, wurde schon in der Planungs- bzw. Bauzeit diskutiert: Die von Ingenieur Max Rothmaier erbaute Wuhrkraftanlage bringt eine wesentliche Besserung des jetzt ziemlich wüsten Landschaftsbildes durch Errichtung einer Stauanlage mit einem neuen Stauweiher, der Aussicht auf ein künftiges Bad gibt.[132] Die Einrichtung des Wuhrbades erfolgte dann ab 1930, gleichzeitig wurde das seit 1912 in Betrieb befindliche städtische Schwimmbad im Eck zwischen Steinmühlweg und Rosenheimer Straße betrieben.[133] Der Ausbau des Wuhrbades zur Badeanstalt erfolgte in den Jahren 1940/41 und wurde am 22. Juni 1941 eröffnet. Das Schwimmbad wurde maßgeblich durch französische Kriegsgefangene errichtet.[134] Das obere Wuhrbad wurde 1956 geschlossen, das untere städtische Schwimmbad an der Rosenheimer Straße schloss 1973.
Am Wuhrbach 8 (Wuhrbach), Stadt Wasserburg a. Inn
Frühere Bezeichnungen
Lage
Klassifikation des Gebäudes
Art der Gewässernutzung
Nutzungshistorie/Beschreibung
Galerie: hist. Ansichten, Pläne, Dokumente
Am Wuhrbach 6 (Wuhrbach), Stadt Wasserburg a. Inn
Frühere Bezeichnungen
Lage
Klassifikation des Gebäudes
Art der Gewässernutzung
Nutzungshistorie/Beschreibung
Galerie: hist. Ansichten, Pläne, Dokumente
Vorgängerbau zur Rosenheimer Straße 2 (Wuhrbach), Stadt Wasserburg a. Inn (Alte Hausnummer 321c)
Frühere Bezeichnungen
Im Vermessungsplan (1813) noch Wiese im Besitz der Kleinmühle[135]
Im Vermessungsplan (1854) vorhandenes Gebäude 321c Hinterneder, Wolfgang Lederer, später Lakenbauer Martin[136]
Gerberei Lackenbauer geht in das Eigentum des Gerbermeisters Mirring über (1918)[137]
Nach dem Krieg (1950) im Eigentum der Stadtgemeinde[138]
Lage
Klassifikation des Gebäudes
Gerberei, Lederer, Lederfabrik, Kleidungsfabrik
Art der Gewässernutzung
Entsorgung von Gerberei- und Lederherstellungsabwasser
Entsorgung von Abwasser der Lederfabrik
Entsorgung von Abwasser der Kleiderfabrik
Nutzungshistorie/Beschreibung
Galerie: hist. Ansichten, Pläne, Dokumente
Empfohlene Zitierweise:
Matthias Haupt, Wassernutzung Wuhr, publiziert am 26.07.2022 [=Tag der letzten Änderung(en) an dieser Seite]; in: Historisches Lexikon Wasserburg, URL: https://www.historisches-lexikon-wasserburg.de/Wassernutzung_Wuhr (01.06.2026)
Bearbeitungs-, Redaktionsstand!
Jegliche Verwendung bis zur Veröffentlichung am 11.09.2022 ist untersagt.
- ↑ Die Darstellung im Bayern Atlas ist leider recht ungenau, da dieser nur den Wuhrbach explizit ausweist sowie u.a. auch der Gerinneverlauf des Mühlbachs am Kapuzinerweg falsch dargestellt ist.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, I1a332.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, V38. Planzeichner: Georg Stadle[r], Maurermeister.
- ↑ Stadt Wasserburg a. Inn (Hg.), Kommunales Denkmalkonzept, Baudenkmäler und Denkmalwerte, 156.
- ↑ Stadt Wasserburg a. Inn (Hg.), Kommunales Denkmalkonzept, Handlungsbedarf, Leitlinien und Handlungsempfehlungen, 16.
- ↑ Stadt Wasserburg a. Inn (Hg.), Kommunales Denkmalkonzept, Handlungsbedarf, Leitlinien und Handlungsempfehlungen, 16.
- ↑ Stadt Wasserburg a. Inn (Hg.), Kommunales Denkmalkonzept, Handlungsbedarf, Leitlinien und Handlungsempfehlungen, 16, 27, 29.
- ↑ Die Bachmehringer Mühlen sind nicht Gegenstand dieser Abhandlung, wenngleich auch zu diesen, u.a. durch ihre 'Zugehörigkeit' zum Spital schriftliche Quellen vorliegen, die bis in das Spätmittelalter zurückreichen. Insbesondere zur Hammerschmiede liegen im Stadtarchiv auch umfangreiche Bilddokumente vor, die Einblicke ins Innere dieser Schmiede erlauben, was leider zu den im Folgenden genauer vorgestellten Gewerken (mit Ausnahme der gezeigten Planüberlieferungen, welche auch Funktionseinblicke erlauben sowie dem Färberhandwerk, Kapuzinerweg 2) nicht festgestellt werden kann.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, I1a332.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, I1c513, hier zitiert nach Kirmayer, Chronik, 1710, 2. Januar.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, I1c513, hier zitiert nach Kirmayer, Chronik, 1710, 2. Januar.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, V38. Planzeichner: Georg Stadle[r], Maurermeister.
- ↑ Drei Quellen bis 1824, u.a. StadtA Wasserburg a. Inn, I1b31 geben den Schleifmühlbesitzer als Georg Unterreiner an, eine weist den Namen Unterauer aus: StadtA Wasserburg a. Inn, BB 123.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, II473.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, II471.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, I1a2450 und StadtA Wasserburg a. Inn, I1a2451.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, V38. Diese auf dem Plan festgehaltene Situation wurde oder war bereits 1809 wieder verändert, indem der Schleifmühlbau östlich vom Wohnhaus des Schleifers aus diesem herausgelöst und auf Stadtgrund (vgl. unten) wurde. Der Plan entstand aber auch nicht wegen der Schleifmühle, sondern Anlass war ein Bauvorhaben einer weiteren Steinmühle des Steinmühlers am Fuß bzw. nördlich des Leprosenhaus-Bucklangers an der Wuhr. Diese Planung wäre heute im Bereich Wuhrbach 8 anzusiedeln.
- ↑ Metadaten/Erschließungsdatenauswertung StadtA Wasserburg a. Inn, Bestand II./ StadtA Wasserburg a. Inn, I1b31.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, II485
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, II473.
- ↑ Hier, etwas westlich der Schleifmühle, waren Wasserschloss und Krafthaus Wildgruber vorgesehen, StAM, Wasserwirtschaftsaemter 304.
- ↑ Kirmayer, Chronik, 1947, 4. Oktober.
- ↑ Metadaten/Erschließungsdatenauswertung StadtA Wasserburg a. Inn, Bestand II.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, BB 123.
- ↑ Vermessungsplan 1813 mit StadtA Wasserburg a. Inn, II472.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, II473.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, VI-Akz.22.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, V1246./ StadtA Wasserburg a. Inn, II820.
- ↑ Landesamt für Denkmalpflege, Baudenkmäler Wasserburg a.Inn (Stand: 02.06.2022), 27.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, BB 123.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, II820./ Nach Erhebungen eines Schulprojektes sei auch die Tabakfabrik noch mit einem Rad betrieben worden, vgl. Baumgartner, Die Wuhr, was jedoch anhand der Unterlagen des Stadtarchivs nicht nachvollzogen werden kann.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, VI-Akz.22.
- ↑ Vgl. den Plan aus dem Jahr 1894, StadtA Wasserburg a. Inn, V1246.
- ↑ Kirmayer, Chronik, 1848, 20. Juni.
- ↑ Kirmayer, Chronik, 1882 c.
- ↑ Kirmayer, Chronik, 1882, 6. September.
- ↑ Kirmayer, Chronik, 1921, 11. Oktober.
- ↑ Zur Planung siehe den Plan zum Einbau einer Francisturbine, 1920, geprüft 1925, StAM, Wasserwirtschaftsaemter 304.
- ↑ Kirmayer, Chronik, 1924, 23. April.
- ↑ Kirmayer, Chronik, 1924, 30. Juni.
- ↑ Gesamter Abschnitt vornehmlich nach StadtA Wasserburg a. Inn, II820 sowie Metadaten/Erschließungsdatenauswertung StadtA Wasserburg a. Inn, Bestand II.
- ↑ TBS Gesellschaft für Wohn- und Gewerbebau mbH Schloßberg, Wohnnatur Steinmühlweg, 1994, in: StadtA Wasserburg a. Inn, Il2-M1-M4.
- ↑ Baumgartner, Die Wuhr.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, BB 123.
- ↑ Vermessungsplan 1813 mit StadtA Wasserburg a. Inn, II472.
- ↑ Vermessungsplan 1854 mit StadtA Wasserburg a. Inn, II473.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, II582.
- ↑ Baumgartner, Die Wuhr.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, II582.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, II582.
- ↑ u.a.: StadtA Wasserburg a. Inn, II582; auch: Kirmayer, Chronik.
- ↑ Wann genau das war ist in den Aufzeichnungen nicht festgehalten.
- ↑ Baumgartner, Die Wuhr.
- ↑ Projekbeschreibung derzeit unter: https://rdecker.de/objekte/wasserburg-am-inn-24-wohnungen-projektierung/, aufgerufen am 21.7.2022.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, BB 123.
- ↑ Vermessungsplan 1813 mit StadtA Wasserburg a. Inn, II472.
- ↑ Vermessungsplan 1854 mit StadtA Wasserburg a. Inn, II473.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, BB 123.
- ↑ Kirmayer, Chronik, 1864, 23. Juni.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, II945-02995.
- ↑ z.B. StadtA Wasserburg a. Inn, I1b386.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, BB 123.
- ↑ Vermessungsplan 1813./StadtA Wasserburg a. Inn, II472.
- ↑ Landesamt für Denkmalpflege, Baudenkmäler Wasserburg a.Inn (Stand: 02.06.2022), 14.
- ↑ Stadt Wasserburg a. Inn (Hg.), Kommunales Denkmalkonzept, Baudenkmäler und Denkmalwerte, 131.
- ↑ z.B. StadtA Wasserburg a. Inn, I1b386.
- ↑ Brunhuber, Kriegsvolk, 11f.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, I1b386.
- ↑ HAAB, Kt 100 Wasser 3 R Ms.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, BB 123.
- ↑ Vermessungsplan 1813./StadtA Wasserburg a. Inn, II472.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, II2102.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, II473.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, II471.
- ↑ Kirmayer, Chronik, 1931, 16. April.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, BB 123.
- ↑ Stadt Wasserburg a. Inn (Hg.), Kommunales Denkmalkonzept, Baudenkmäler und Denkmalwerte, 128.
- ↑ Entscheidend für die Zuordnung hier: StadtA Wasserburg a. Inn, I1a1023.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, I1a1463.
- ↑ HAAB, Kt 100 Wasser 3 R Ms.
- ↑ z.B. StadtA Wasserburg a. Inn, I1b386.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, I1c513, hier zitiert nach Kirmayer, Chronik, 1710, 2. Januar.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, I2c-HLG-251.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, II2102.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, II2102./ Kirmayer, Chronik, 1899, 4. Februar.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, Ib2-3232./ Kirmayer, Chronik, 1920, 8. Januar.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, II2102.
- ↑ Kirmayer, Chronik, 1850, 7. August.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, II2102.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, II2102./ Kirmayer, Chronik, 1862, 15. März.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, II2102.
- ↑ Baumgartner, Die Wuhr.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, II2102.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, II2102./ Kirmayer, Chronik, 1931, 16. April.
- ↑ Baumgartner, Die Wuhr.
- ↑ StAM, Wasserwirtschaftsaemter 304.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, II2102
- ↑ Baumgartner, Die Wuhr.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, II2102.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, II2102.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, II2102.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, I2a348.
- ↑ HAAB, Kt 100 Wasser 3 R Ms.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, BB 123.
- ↑ Vermessungsplan 1813./StadtA Wasserburg a. Inn, II472.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, II2102.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, II2102.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, II473.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, II471.
- ↑ Baumgartner, Die Wuhr./ StadtA Wasserburg a. Inn, Il2-M1-M4.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, BB 123.
- ↑ Stadt Wasserburg a. Inn (Hg.), Kommunales Denkmalkonzept, Baudenkmäler und Denkmalwerte, 128.
- ↑ HAAB, Kt 100 Wasser 3 R Ms.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, I2a348.
- ↑ Kirmayer, Chronik, 1832, 10. September.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, II2102.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, II2102.
- ↑ Baumgartner, Die Wuhr./ StadtA Wasserburg a. Inn, Il2-M1-M4.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, II1671.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, II1671.
- ↑ vgl. ABC der Stadtwerke Wasserburg, unter: https://stadtwerke-wasserburg.de/unternehmen/abc/, aufgerufen am 25.7.2022
- ↑ StAM, Wasserwirtschaftsaemter 304.
- ↑ Im Rahmen dieses Artikels sehr komprimiert zusammengefasst. Eine ausführlichere technikgeschichtliche und auch wasserbaurechtshistorische Betrachtung wäre wünschenswert. Entstehungsgeschichtlich gut zusammengetragen bei Scheidacher, Geschichte der städtischen Versorgungsbetriebe Wasserburg, 199-204.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, II820.
- ↑ Scheidacher, Geschichte der städtischen Versorgungsbetriebe Wasserburg, 200-201.
- ↑ Scheidacher, Geschichte der städtischen Versorgungsbetriebe Wasserburg, 199.
- ↑ vgl. ABC der Stadtwerke Wasserburg, unter: https://stadtwerke-wasserburg.de/unternehmen/abc/, aufgerufen am 25.7.2022.
- ↑ Scheidacher, Geschichte der städtischen Versorgungsbetriebe Wasserburg, 204.
- ↑ [=Bei der ehemaligen Wildgruber-Mühle]/[ab hier (in den Plänen der Planungszeit nun als Wehr Schredl bezeichnet) lag die Sicherungspflicht/lagen die Gefahren bei Schredl?/Schredl-Nachfolgern?].
- ↑ StAM, Wasserwirtschaftsaemter 304.
- ↑ StAM, Wasserwirtschaftsaemter 304.
- ↑ Kirmayer, Chronik, 1924, 23. April.
- ↑ Kirmayer, Chronik, 1930, 26. Oktober.
- ↑ Haupt, NS-Zwangsarbeit in der Stadt, 317-321.
- ↑ Vermessungsplan 1813./StadtA Wasserburg a. Inn, II472.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, II473.
- ↑ Kirmayer, Chronik, 1918, 20. August.
- ↑ StadtA Wasserburg a. Inn, BB 123.