Schmidzeile

Aus Historisches Lexikon Wasserburg
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Autor: Matthias Haupt
Schmidzeile Straßennamen

Schmidzeile, 2016.

Urkundliche Gewerbebezeichnung nach den früher hier u.a. ansässigen Schmieden, 1381 als Smidzeil erwähnt, als Schmidzeyl in den Kirchenrechnungen der Pfarr- und Frauenkirche 1490. Damit zählt die Schmidzeile zu den sehr früh belegbaren Straßennamen nach dem Wiederaufbau der Stadt nach dem Stadtbrand 1339. An dem Berufs- und Zunfthinweis, der mit dem Straßennamen verbunden ist, wie auch bei anderen frühen Straßennamen der Altstadt, ist abzulesen, dass die ursprünglich gehäufte Ansiedlung der Berufe den Namen der einzelnen Gassen wohl strenger entsprochen haben wird – in der Zeile finden sich ab dem 14. Jahrhundert, Kupferschmiede, Goldschmiede, Silberschmiede, Zinnschmiede und Waffenschmiede (Büchsenmacher). Im Lauf der Zeit, durch Heirat, Gewerbefolge und Besitzwechsel, löste sich die strengere, niemals ausschließlich den Berufen entsprechende Ansiedlung allerdings in der gesamten Stadt auf. Schon die Steuerregister des 16. Jahrhunderts beispielsweise, weisen verschiedenste Berufsgruppen in der Schmidzeile nach. Allein die Zahl von nicht weniger als 33 verschiedenen Metallberufen im 18. Jahrhundert macht zudem deutlich, wie differenziert die berufsständische Ordnung in dieser Zeit gesehen werden muss. Auf dem Stadtplan von 1813 ist nur noch eine Schmiede in dieser Straße verzeichnet. Wie die Schmidzeile, war auch eines der (Steuer-)Viertel der Stadt benannt – das Schmidzeilviertel zu dem die Schmidzeile, der Kirchhof und die Schustergasse zählten.[1]


Empfohlene Zitierweise:
Matthias Haupt, Schmidzeile, publiziert am 09.07.2019; in: Historisches Lexikon Wasserburg, URL: https://www.historisches-lexikon-wasserburg.de/Schmidzeile (23.08.2019)