Grabdenkmal, Nr. 57, Fröschl, 1475: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Historisches Lexikon Wasserburg
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Estermann-Kapelle an der Ostwand des Chores.
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Aktuelle Version vom 4. Dezember 2019, 09:50 Uhr

Autor: Ferdinand Steffan/Redaktion
 

Grabdenkmal, Nr. 57, Fröschl, 1475, Gesamtansicht.

Personen

Peter Fröschl

Standort

Estermann-Kapelle[1] an der Ostwand des Chores.

Früherer Standort

in dasiger Pfarrkirche auf der Epistl Seite des Choraltars in der Unbefleckten Empfängnüss, oder fröschlischen Kapellen an der Mauer[2][3]

Beschreibung

Zwei Drittel des Epitaphs nimmt das Allianzwappen der Fröschl/Zollner ein. Über den beiden Wappen Stechhelm mit Kleinod zwischen Adlerflug, reiche Helmdecke in Distelblattschnitt. Das obere Drittel füllt der fünfzeilige Text, wobei am Ende ein Stück unbearbeitet bleibt. Auffällig ist, dass das Wappen des Verstorbenen heraldisch auf der falschen Seite steht. Dies könnte bedeuten, dass die Witwe das Epitaph in Auftrag gegeben hat und somit jetzt den heraldisch höheren Rang einnimmt.

Material

Rotmarmor.

Maße

Höhe: 230 cm   Breite: 117

Transkription/Übersetzung

Inschrift Original
Hie . ligt . begraben . peter . froeschl
und . ist . Gestorben . alls . man .
zalt . nach . christi . gepurd . m . und .
cccc . und . in . dem lxxv . an Sand
Pauls . bekerum . abend .

Erläuterung

Zuschreibung an Franz Sickinger von Burghausen durch F. Leonhard und Volker Liedke. Das Epitaph sei noch unter der Aufsicht das Matthäus Haldner in München entstanden, ehe sich Sickinger 1475 in Burghausen niederließ.[4] Die Fröschl sind eine aus Marzoll bei Bad Reichenhall stammende Familie (es gibt offensichtlich aber auch eine von der Marzoller Linie abweichende Abstammung; vergleiche Grabdenkmal, Nr. 47, Perkhofer, 1515), die sich in Wasserburg erstmals 1433 mit Simon Fröschl nachweisen lässt. Peter Fröschl ist Simons Sohn, der in Handelsgeschäften unterwegs war. So schreibt er ihm von Salzburg aus wegen Safran und von Regensburg aus wegen weißem Tuch. Zu den Personen: Peter Fröschl war mit einer Afra Zollner verheiratet. Das Stammhaus der Fröschl war am Marienplatz Nr. 22 (später Kopleder = jetzt Schustergasse Nr. 18 = Eckhaus Marienplatz/Schustergasse). Der Sohn Peters, Albrecht Fröschl, erbaut 1483 die Schlosskapelle Penzing (Gedenktafel zur Erlangung von Ablässen anlässlich des Baus; vergleiche Steffan.[5])

Wappen

Rechts Zollner: Kegelhut mit Knauf.
Links Fröschl: Hockender Frosch.

Meister

Franz Sickinger von Burghausen.

Erhaltung

Gut.

Literatur

Lobming, Epitaphien Pfarrkirche S. Jacobi Nr. 91.
Kebinger, Kapellenkranz St. Jakob, Nr. 8.
Bezold, Bezirksämter Traunstein und Wasserburg, 2080.
Lehner, Wasserburger Grabsteinbuch, Nr. 36.
Höckmayr, Friedhöfe und Grabdenkmäler, Nr. 34.
Skrabal, Zwölf alte Ratsbürgergeschlechter, 551.
StadtA Wasserburg a. Inn, I1b769.
Liedke, Burghauser Sepulkralskulptur, 6f, Abbildung 3.
Steffan, Spätgotische Sepulkralplastik zu St. Jakob, 88, 105.
Steffan, Mayerhofer, Kirchen und Kapellen der Pfarrei Babensham.


Empfohlene Zitierweise:

Ferdinand Steffan, Grabdenkmal, Nr. 57, Fröschl, 1475, publiziert am 04.12.2019; in: Historisches Lexikon Wasserburg, URL: https://www.historisches-lexikon-wasserburg.de/Grabdenkmal,_Nr._57,_Fr%C3%B6schl,_1475 (16.12.2019)
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