Grabdenkmal, Nr. 1, Von Grimming, 1775

Aus Historisches Lexikon Wasserburg
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Autor: Ferdinand Steffan/Redaktion
 

Grabdenkmal, Nr. 1, Von Grimming, 1775, Gesamtansicht.
Grabdenkmal, Nr. 1, Von Grimming, 1775 Gesamtansicht.

Personen

Maria Franziska von Grimming auf Niederrain, geb. von Plank auf Haidenkofen.

(Felix von Grimming auf Niederrain).

Funktion

Grabdenkmal.

Standort

Westseite von St. Jakob, links vom Hauptportal.

Früherer Standort

In der Gruftkirche an der Mauer links beim Eingang.[1]

Beschreibung

In spätbarocker Manier, oberer Abschluss geschwungen, unten gerader Abschluss. Schriftteil in der unteren Hälfte sich verbreiternd und einziehend. Allianzwappen als Bekrönung separat aufgesetzt (anderes Material). Ursprünglich mit Sockel, Weihbrunnbecken in Form eines Totenkopfes, seitlich und als Bekrönung Draperie mit drei Putten, die Todessymbole halten.

Material

Grauer Marmor für den Schriftteil[2], weißer Marmor für die Wappen.

Maße

Höhe: 112 cm   Breite: 58 cm   Tiefe: 9,5 cm

Transkription/Übersetzung

Inschrift Original
Hier liegt begraben
Die wohlgebohrne Frau Maria Franciska
gebohrne von Plank auf Haidenkofen des
wohlgebohrnen Herrn Felix von Grim̅ing
auf Niederrain St. Churfrtl. Drlt. in Baiern
wirklichen Hofkam̅er Raths, dann Pfleg und
Kastenamts Kom̅issair zu Wasserburg geweste
Ehefrau seelig gebohren den 30. Xber. 1753 vermahlt
den 10. August 1772 und nach einem 14. Wochen
angedaurten schmerzhaften Krankenlager in einer
Abzöhrung gestorben den 25. Oct:
1775.


Wer findet wohl ein starkes Weib Eccles. hier liegt sie jung von Jahren
War allen gut, hart ihrem Leib wie Rachl und Sara waren.
Der Eltern Trost des Ehegatts Freud. steh Leser und schik Ihr zu
Den seelen wunsch, sonst hilft kein Leid, gott geb ihr die ewig Ruh.

Erläuterung

Maria Franziska von Plank, * 30.10.1753, † 25.10.1775, war Tochter des Geheimen Rates und Hofkammervizedirektors Joseph Hermann von Plank (später Generallandesdirektionsdirektor, gest. 1801). Dieser erhielt 1772 die Pflege zu Wasserburg. Joseph Hermann von Plank hatte 12 Kinder. Er starb 1804. Felix von Grimming (geb. aus Salzburg[3], Studium der Rechte, Einsatz in Wolfratshausen und Landau) erhielt die Pflege und Kastenamtsverwaltung in Wasserburg durch Heirat. War von 1779 bis 1786 Stadtrichter mit Blutbann, 1779 wirklicher Kastner. Heiratete nach dem Tod von Maria Franziska die Walburga von Paur[4]. War von 1799-1803 Landrichter (Auflösung des Pflegamts), 1803 pensioniert, 1804 Kirchenadministrationsrat in München, Klosteraufhebungskommissar für Attel (früher Lehrer von Abt Dominikus II. Weinberger in Verwaltungsangelegenheiten), gest. 1806 in München.

Niederrain, Gde. Mariapfarr, Bez. Tamsweg, Land Salzburg, Stammsitz der Grimming. Haidenkofen, Ldkr. Regensburg, Reg.bez. Oberpfalz, zwischen Sünching und Aufhausen, Stammsitz der Plank.

Die in kleinen Buchstaben angegebene Bibelstelle Eccles. (Ecclesiasticus=Prediger) ist falsch. Das Zitat findet sich im Buch der Sprüche Kap. 31, Vers 10. Die Wiedergabe von Eccles. als Ecce bei Höckmayr[5] gibt zwar einen Sinn, ist aber definitiv falsch.

Wappen

Von Grimming:
quadriert; 1/4 eigentlich drei rote Pfähle überdeckt von einem schwarzen Balken auf silbernem Grund.[6] Am Epitaph ist nur der schwarze Balken erkennbar. 2/3 abgewinkelter Arm einen Streitkolben haltend, zwei Spangenhelme mit Adlerflug und Wiederholung der Bilder.

Von Plank:
halb gespalten und halb geteilt; oben rechts in Halbfigur Ritter mit erhobenem Schwert und links Ritter in Halbfigur mit Feder; unten Zaun/Gatter. Spangenhelm bekrönt mit Straußenfedern.

Erhaltung

Schriftteil fleckig, Rostspuren durch die Eisenklammern am Schriftteil und auf den Wappen.

Literatur

Lobming, Epitaphien Pfarrkirche S. Jacobi, Nr. 136.
Lehner, Wasserburger Grabsteinbuch, Nr. 38.
Höckmayr, Friedhöfe und Grabdenkmäler, 16, Nr. 2.
Zu Personen:
Ferchl, Behörden und Beamte 2, 1252 f.; 1265.
Steffan, Schlacht Hohenlinden, 208-210.
Schinagl, Die Abtei Attel, (hier zahlreiche Erwähnungen, vgl. Register, 425).


Empfohlene Zitierweise:
Ferdinand Steffan, Grabdenkmal, Nr. 1, Von Grimming, 1775, publiziert am 13.11.2019; in: Historisches Lexikon Wasserburg, URL: https://www.historisches-lexikon-wasserburg.de/Grabdenkmal,_Nr._1,_Von_Grimming,_1775 (18.11.2019)
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  1. nach Lobming, Epitaphien Pfarrkirche S. Jacobi, Nr. 136.
  2. Bei Lehner, Wasserburger Grabsteinbuch, Nr. 38 hellroter Marmor in anderer Schrift hinzugefügt.
  3. Lehner, Wasserburger Grabsteinbuch, Nr. 38.
  4. Steffan, Schlacht Hohenlinden, 208-210.
  5. Höckmayr, Friedhöfe und Grabdenkmäler, 16, Nr. 2.
  6. Die Tinkturen bei Springer, Zeichnung, in: StadtA Wasserburg a. Inn, VI1943, Nr. 33 sind ebenfalls unkorrekt.