Weberzipfel

Aus Historisches Lexikon Wasserburg
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Autor: Matthias Haupt
Weberzipfel Straßennamen

Übergang von der Ledererzeile in den Weberzipfel, 2016.

Das Gewerbe der Weber, die hier u.a. ansässig waren, ist jüngerer, kommunikativ geprägter, Namenzusatzgeber (vor 1813, dann kurzzeitig 1914, Webergasse des Zipfels. Bis zum Durchbruch des Zipfels zur Münchner Straße mit dem Bau der Neustraße unterhalb der Burg 1852 war der Weberzipfel eine Sackgasse. Wenn man weiß, dass die Straße an ihrem Ende ursprünglich geschlossen war, wird die alte, immer alleinstehende Bezeichnung, in dem Zyphl, im Zypfl, (Urkunde 1359, Kirchenrechnung Pfarr- und Frauenkirche 1462) von mhd. zipf – spitzes Ende – verständlich. Weber aber sind hier bereits mit den frühesten städtischen Urkunden tatsächlich nachzuweisen: Laut Urkunde vom 14.2.1359, verkauft Johannes der Weber, Bürger in Wasserburg, der Witwe des Choistaus von Hof, die ewige Gilt aus seinem Haus, daz gelegen ist in dem Ziphel an des Schinleins hauz. In dieser ersten Erwähnung des [Weber-]zipfels liegt sicher auch die spätere, vielleicht schon historisierende Zugabe der Weber zum Straßennamen begründet, da das Handwerk hier ansässig war und mit Johannes dem Weber die schriftliche Nachweisbarkeit beginnt. Die Weber in Wasserburg scheinen übrigens sehr früh ständisch organisiert gewesen zu sein, wie eine Urkunde vom 24.6.1365 verdeutlicht. Jacob der Schuster von Lohen, Bürger in Wasserburg, verkaufte damals den Webern in Wasserburg, den meisten in der Zeche und in ihrer Bruderschaft zum Licht, die ewige Gilt aus seinem Haus, das ebenfalls im Weberzipfel (in dem Zipfel) gelegen war.[1]


Empfohlene Zitierweise:
Matthias Haupt, Weberzipfel, publiziert am 10.07.2019; in: Historisches Lexikon Wasserburg, URL: https://www.historisches-lexikon-wasserburg.de/Weberzipfel (23.08.2019)