Anton Heilingbrunner

Aus Historisches Lexikon Wasserburg
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Autor: Matthias Haupt


Kurzbiografie Anton Heilingbrunner
GND-Normdatensatz

Lebensdaten

Anton Heilingbrunner, * 25.5.1783 Moosburg[1], † 19.5.1849 Wasserburg a. Inn[2].

Porträt des Anton Heilingbrunner 1822.

Funktionen/Berufstätigkeit

Lehrer, Pädagoge, (Schullehrbuch-)Autor, Komponist und Dichter[3], Stadtpfarrmesner[4].

Kurzbiografie

Ab 1803 wirkte Anton Heilingbrunner als Lehrer an der Volksschule in Wasserburg a. Inn. In den Jahren zuvor galten die Schulverhältnisse als äußerst problematisch, da noch keine allgemeine Schulpflicht bestand und häufige Wechsel des Lehrpersonals zu verzeichnen waren. Heilingbrunners 46-jährige Tätigkeit, welche die Volksschule zu großer Blüte gebracht habe, wird hingegen als kontinuierlich und als segensreich bezeichnet.[5] Aufgrund der beengten Platzverhältnisse (zwei Zimmer für 250 Schülerinnen und Schüler an zwei Standorten) setzte Heilingbrunner sich für den Umbau des ehemaligen Fleischhauses auf der Hofstatt zum Schulgebäude ein, welches mit Unterstützung des Stadtschreibers Joseph Heiserer am 12. Oktober 1821 durch den Magistrat eingeweiht wurde. Anton Heilingbrunner gab mehrere pädagogische Schriften und Schulbücher heraus. Er war zudem Vorstand der Schullehrerkonferenzen der Bezirke Wasserburg und Haag und engagierte sich in wohltätigen Vereinen.[6]

Heilingbrunner entstammte einer alteingesessenen Seilerfamilie aus Moosburg. Selbst zeigte Anton jedoch nie eine Neigung zum Handwerke seines Vaters,[7] umso mehr Freude machte ihm die Schule.[8] Nach dem Abitur sollte Heilingrbunner zunächst Weltpriester werden, wurde aber entsprechend seiner besonderen Vorliebe und Neigung an der im Zuge der Reformen um das bayerische Volksschulwesen von Kurfürst Maximilian IV. 1801 eingerichteten Musterschule für die Ausbildung von Lehrern (später Lehrerseminar Freising) in zwei Jahren zum Lehrer ausgebildet.[9]

Heilingbrunner hatte 13 Kinder, von denen allerdings nur vier das Erwachsenenalter erreichten.[10] Sein Sohn Anton war ebenfalls 38 Jahre lang als Lehrer in Wasserburg tätig. Das Grab Anton Heilingbrunners befindet sich im Altstadtfriedhof im Hag.

Veröffentlichungen

Veröffentlichungen Anton Heilingbrunners.[11]

Ehrungen

Straßenbenennung, 1927
Anton Heilingbrunner ist Namensgeber der staatlichen Realschule in Wasserburg a. Inn.

Empfohlene Zitierweise:
Matthias Haupt, Anton Heilingbrunner, publiziert am 13.11.2020 [=Tag der letzten Änderung(en) an dieser Seite]; in: Historisches Lexikon Wasserburg, URL: https://www.historisches-lexikon-wasserburg.de/Anton_Heilingbrunner (26.11.2020)
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  1. Heilingbrunner, Biographie des Hrn. Ant. Heilingbrunner, 315.
  2. Heilingbrunner, Biographie des Hrn. Ant. Heilingbrunner, 331.
  3. Bayerisches Musiker-Lexikon Online, Anton Heilingbrunner./ Im vom Sohn verfassten Nachruf Heilingbrunners wird zwar dessen schulische, musikalische Ausbildung beschrieben. Ausgeführt wird hier jedoch weiterhin auch, dass er zwar als Dichter zahlreiche Werke verfasste, von denen einige als die Kleinen ansprechende Lieder - nicht durch ihn selbst, sondern durch den Chorregenten Zweckstätter - in Noten gekleidet worden seien, Heilingbrunner, Biographie des Hrn. Ant. Heilingbrunner, 323 (Lieddichtung), 327 (Dichtung).
  4. Heilingbrunner, Biographie des Hrn. Ant. Heilingbrunner, 315.
  5. Kirmayer, Chronik, 1803, 13. Dezember./ Zeitungsausschnitt Anton Heilingbrunner, Wasserburgs verdienter Schulmann, Wasserburger Zeitung (22.5.1951), StadtA Wasserburg a. Inn, V1H-Heil-M1-3.
  6. Heilingbrunner, Biographie des Hrn. Ant. Heilingbrunner, 325-326.
  7. Heilingbrunner, Biographie des Hrn. Ant. Heilingbrunner, 317.
  8. Heilingbrunner, Biographie des Hrn. Ant. Heilingbrunner, 318.
  9. Zeitungsausschnitt Anton Heilingbrunner, Wasserburgs verdienter Schulmann, Wasserburger Zeitung (22.5.1951), StadtA Wasserburg a. Inn, V1H-Heil-M1-3./ Heilingbrunner, Biographie des Hrn. Ant. Heilingbrunner, 320-321.
  10. Heilingbrunner, Biographie des Hrn. Ant. Heilingbrunner, 323.
  11. Nachweise in der Deutschen Digitalen Bibliothek. URL: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/person/gnd/100290558 (9.11.2020).