Im Hag

Aus Historisches Lexikon Wasserburg
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Autor: Matthias Haupt
Im Hag Straßennamen

Im Haag und das Bruderhaus Im Haag im Ausschnitt des Stadtplans von Tobias Volckmer d. J. von 1615 mit Hervorhebung der Befestigungsanlagen.

Flurname nach mhd. hac – Gebüsch, Umzäunung, Gehege, Umfriedung. Ursprünglich nicht nur die Straßenbezeichnung, sondern das gesamte eingehegte Gebiet nördlich der Ringmauer bis zum Inn und zwischen den beiden Zwerchmauern (vom Roten Turm Richtung Inn/vom Weberzipfel Richtung Inn). Erste Erwähnung 1468 in der Heilig-Geist-Spitalrechnung: ausgeben von des werichs wegen in dem Hag ob der mül. Hier lagen die bürgerlichen Krautgärten, später auch Hopfengärten (Hopfenanbau in Wasserburg zwischen 1800 und 1905), die Bleiche (Grundriss 1615, In der Plaichen) und das Bruderhaus (Bruderhausstiftung – Krankenversorgung). Zwischenzeitlich (bis 1927) als Krankenhausstraße, nach dem alten städtischen Krankenhaus (1712) bezeichnet. Die Ursprünge der städtischen Krankenversorgung liegen jedoch bereits in den Einrichtungen der verschiedenen frühneuzeitlichen Stiftungen: Beispielsweise in der Rechnung 1658 der Corporis Christi Bruderschaft, kann man die ausgab auf arme kranckhe und haußnottdürftige persohnen, was denselben nit absonderlich an gelt geraicht, sondern auf iretwegen herren doctori, appodeckhern und padern für gehabte einherwalltung medicin und arznei, noch nachvollziehen. Seit 1927 traditionsbewahrende Rückbenennung mit der Verwendung des historischen Flurnamens Im Haag (Grundriss 1615) als Straßenbezeichnung.[1]


Empfohlene Zitierweise:
Matthias Haupt, Im Hag, publiziert am 06.06.2019; in: Historisches Lexikon Wasserburg, URL: https://www.historisches-lexikon-wasserburg.de/Im_Hag (23.08.2019)