Max-Emanuel-Platz

Aus Historisches Lexikon Wasserburg
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Autor: Matthias Haupt
Max-Emanuel-Platz Straßennamen

Max-Emanuel-Platz, 1902.

Ursprünglich eindeutig die Niderleggassen, (1578, Kirchenrechnung Pfarr- und Frauenkirche) im Bereich des ehemaligen Brauereieingangs Fletzinger, da diese in Richtung der 1874 zerstörten Niederlage (innerhalb der Ringmauer anschließend an das Tränktor untergebracht) führte. Teil des Gries. Die spätere Straßenbenennung erfolgte sinnstiftend bzw. gebäudebezogen nach der, dem Bayerischen Kurfürsten Max Emanuel II. (regierte 1679-1726) gewidmeten Max-Emanuel-Kapelle. Nach dem Spanischen Erbfolgekrieg bekam Max Emanuel II. im Rastatter Frieden sein Kurfürstentum zurück; in Wasserburg, allen voran Stadtzimmer- und Baumeister Wolf Obermüller, teilte man die Freude über die zurückerlangte Souveränität. Zum Bau einer Kapelle, die dem Landesherrn gewidmet sein sollte, sammelte Obermüller ab 1715 Gelder, die Stadtkammer besorgte die Ziegel und das Holz, 1719 konnte in dem gerade errichteten Kirchlein die erste Messe gehalten werden. Schon das erste größere Hochwasser aber zerstörte die Kapelle 1786. Aus Spenden der Wasserburger Frauen und Jungfrauen finanziert, errichtete man 1856 an der Stelle der zerstörten Max-Emanuel-Kapelle eine Mariensäule (Simon Geigenberger). Als Bezeichnung des Ortes wurde in Erinnerung an das Kirchlein schon 1841 der Max-Emanuel-Platz eingeführt und etabliert (zuvor, für den Platz und den Straßenzug hier, der Gries, für den Straßenteil Fletzinger, im Sprachgebrauch erloschene Bezeichnung Niderleggassen). Spender, vor allem die Maurer, Steinmetze und Kaminkehrer, konnten das Kirchlein zwischen 1862 und 1863 im neugotischen Stil (wohl auch nach Plänen Simon Geigenbergers) wiedererrichten. Zu umfangreichen und notwendigen Restaurierungs- und Instandsetzungsarbeiten und der damit verbundenen Übergabe des Maurerkirchls von der Stadt an die Maurer- und Steinmetzzunft, die bis heute eine ihrer vordringlichen Aufgaben in der Renovierung und Erhaltung der Max-Emanuel-Kapelle am Gries sieht, kam es 1962.[1]


Empfohlene Zitierweise:
Matthias Haupt, Max-Emanuel-Platz, publiziert am 07.06.2019; in: Historisches Lexikon Wasserburg, URL: https://www.historisches-lexikon-wasserburg.de/Max-Emanuel-Platz (23.08.2019)