Am Gries

Aus Historisches Lexikon Wasserburg
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Autor: Matthias Haupt

Am Gries Straßennamen

1408 erscheint der beschreibende Flurname Gries erstmals in einer Ewiggeldverschreibung, 1414 die Mühle und der Mühlschlag im Gries, die Lehen des verstorbenen Herzogs Stephan waren. 1615 als Auffm Gries im ersten Grundriss-Plan der Stadt von Tobias Volckhmer (Grundriss 1615) nachzuweisen.

Gries - Schwemmlandbereich von Ost nach West fotografiert, um 1900.

Kurzzeitig (bis 1927) als Ahornallee bezeichnet, danach mit amtlicher Festsetzung Am Gries und um 1938 Schulstraße. In dieser Zeit wurde der Name Gries nicht an anderer Stelle verwendet, bevor mit der Neufestsetzung der Straßennamen 1949/1950 die Bezeichnung (für nur einen Straßenzug – traditionsbewahrend) wieder in Erinnerung gerufen wurde. Nach mhd. griez – Sand, Kies, bezeichnet der Wasserburger Gries die Aufschwemmung bzw. Landgewinnung durch den Schwemmsand des Inn. Der Gries war Stapelplatz, Viehmarkt, Hinrichtungsstätte (letzte Hinrichtung 1827) und Schießstätte; hier befanden sich u.a. der Salzstadl, der Baustadl und der bürgerliche Getreidekasten. Durch ständig fortschreitende Anschwemmung des vom Inn mitgetragenen Materials ist der Gries über die Jahrhunderte beträchtlich gewachsen. In der Vergangenheit ist die heutige Straßenbezeichnung Am Gries als Orts- oder Flurbezeichnung für das viel umfangreichere Gebiet zu verstehen, welches die Umgebung der Landwehrstraße mit Max-Emanuel-Platz, Kaspar-Aiblinger-Platz und Heisererplatz außerhalb der Stadtmauer/Ringmauer umfasste.[1]


Empfohlene Zitierweise:
Matthias Haupt, Am Gries, publiziert am 29.05.2019; in: Historisches Lexikon Wasserburg, URL: https://www.historisches-lexikon-wasserburg.de/Am_Gries (20.09.2019)