Sedlmeiergasse

Aus Historisches Lexikon Wasserburg
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Autor: Matthias Haupt
Sedlmeiergasse Straßennamen

Interaktiogener Hausname – seit 1804/1813 Sedlmair-Gassl – nach dem Sedlmaierbäck(er), der am Eingang der Gasse wohnte und hier sein Geschäft betrieb (Salzsenderzeile 13). Zuvor und auch parallel in den Quellen – nach der landwirtschaftlichen Nutzung – als Hennen- oder Kuhgässl belegt (z.B. 1833, im Plan zur Einteilung der Stadt). Heute noch im Sprachgebrauch der Wasserburger gebräuchlich – das Henagassl. 1972 wurde dem Stadtrat die Umbenennung der Sedlmaiergasse in Hennagaßl durch die Bayernpartei auf Grund der historischen Belege des Straßennamens vorgeschlagen, unter gleichzeitiger Negierung einer größeren, geschichtlichen Bedeutung der hier ansässigen Bäckerfamilie. Nach Protesten der Anwohner lehnte der Stadtrat die Umbenennung jedoch ab, woraufhin der damalige Heimathausleiter, Willi Ernst, eine stadtgeschichtliche Darstellung zum Straßennamen in der Wasserburger Zeitung veröffentlichte (s.u.). Dass sich der Name Sedlmeiergase als Straßenbezeichnung durchsetzte, ist wohl tatsächlich mit der zeitgenössischen Sprachverwendung um 1813 zu verstehen, die – wie heute auch noch üblich – Ortsangaben mit Besitzern von Häusern umschreibt. Da es sich hier um einen gut frequentierten Bäckereibetrieb handelte, kann man von einer häufig kommunizierten Beschreibung der Gasse beim Sedlmeier durch die Bürger ausgehen, die dann in dem ersten Vermessungsplan Wasserburgs 1813, eine nicht zu unterschätzende Manifestierung erfahren hat.[1]


Empfohlene Zitierweise:
Matthias Haupt, Sedlmeiergasse, publiziert am 11.06.2019; in: Historisches Lexikon Wasserburg, URL: https://www.historisches-lexikon-wasserburg.de/Sedlmeiergasse (15.06.2019)