Friedhofstiege: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Sogenannte Friedhofstiege an der ehem. Michaelskapelle (Schmidzeile 28)'''
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Version vom 1. Juli 2020, 12:26 Uhr

Autor: Gerald Dobler

Sogenannte Freidhof(er)- oder Friedhofstiege an der ehem. Michaelskapelle (Schmidzeile 28)

Einführung

Friedhofstiege, Ansicht von Nordosten.

Die sogenannte Friedhofstiege an der Nordseite der ehem. Michaelskapelle führt von der Schmidzeile, dem Weg von der Burg in die Stadt, in den tiefergelegenen Kirchhofplatz, den ehemaligen Friedhof der Stadtpfarrkirche St. Jakob hinab, von dem sie ihren Namen erhalten hat.

Geschichte / Baugeschichte

Ein erster Bau der Michaelskirche, einer doppelstöckigen Karnerkapelle mit einem Beinhaus im Untergeschoss und der eigentlichen Kapelle im Obergeschoss, erfolgte durch die Stadt Wasserburg 1378.[1]

Es ist anzunehmen, dass die Stiege in erster Linie als Verbindung zwischen der Kapelle und dem Beinhaus diente und somit als Bestandteil der Michaelskapelle bereits mit derem ersten Bau errichtet wurde und die Verbindung zwischen Burgweg und Friedhof sozusagen nur einen Nebeneffekt der Treppe darstellte.[2]

Zusammen mit der Michaelskirche gehörte die Stiege zur Stadtpfarrkirche St. Jakob. Mit dem Neubau der Michaelskirche 1501/02 durch Wolfgang Wiser ist auch eine Erneuerung der Treppe anzunehmen.

1624 erfolgte eine weitere Erneuerung.[3]

Plan der Michaelskapelle mit der Friedhofstiege von Maurermeister Geisberger von 1810.

Ein Plan der Michaelskirche von 1810 zeigt die Stiege am heutigen Ort, jedoch bog sie im unteren Teil nach Norden ab, sie war nur im oberen Teil entlang der Kirche gewölbt und überdacht.[4]

Bauplan von Millinger zum Neubau der Friedhofstiege von 1819.

1818 befand sich die Stiege in einsturzgefährdetem Zustand und wurde bis zum folgenden Jahr im Zuge der Anlage des Gartens des Pfarrhofes in der heutigen geraden Form neuerrichtet. Sie erhielt ein Schindeldach.[5]

Der untere Lauf der Treppe befand sich zuvor an der Terrassenmauer innerhalb des heutigen Pfarrgarten, der bei seiner Anlage stark in den Kirchhofplatz ausgedehnt wurde.

Zwischen 1845 und 1858 erfolgte eine Neueindeckung der Treppe.[6] 1861 wurden aufgrund von kleineren Baufälligkeiten erneut Renovierungsmaßnahmen notwendig,[7] 1878 erhielt die Stiege ein Blechdach.[8]

Quellen

StadtA Wasserburg a. Inn, II402.
StadtA Wasserburg a. Inn, V1671.
Nadler, Jakobskirche.
Haupt, Friedhofstiege.

Literatur

Heiserer, Geschichte Wasserburg, 272.

Empfohlene Zitierweise:
Gerald Dobler, Friedhofstiege, publiziert am 01.07.2020 [=Tag der letzten Änderung(en) an dieser Seite]; in: Historisches Lexikon Wasserburg, URL: https://www.historisches-lexikon-wasserburg.de/Friedhofstiege (02.07.2020)


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  1. Haupt, Friedhofstiege, 2; Heiserer, Geschichte Wasserburg, 272.
  2. Haupt, Friedhofstiege, 2; bei mittelalterlichen Karnerkapellen gibt es regelmäßig keine Verbindung zwischen den Geschossen im Inneren, allenfalls eine Sichtverbindung wie im Karner von Perschen bei Nabburg in der Oberpfalz.
  3. Nadler, Jakobskirche, 123, unter Berufung auf StadtA Wasserburg a. Inn, KR 1624. Im Stadtplan von 1615 ist nur der Übergang von der Burg zur Kirche, jedoch nicht die Treppe erkennbar.
  4. Abgewinkelte Form ebenso bereits im Stadtplan von 1803 (StadtA Wasserburg a. Inn, V55), ähnlich auch im Vermessungsplan von 1813 (StadtA Wasserburg a. Inn, VDep.1-0341). Der untere Lauf ist hier sehr lang, der obere ist nicht erkennbar.
  5. Haupt, Friedhofstiege, 2, 7; StadtA Wasserburg a. Inn, II402, Kostenvoranschlag vom 22.6.1818.
  6. Haupt, Friedhofstiege, 2.
  7. Haupt, Friedhofstiege, 5.
  8. StadtA Wasserburg a. Inn, II402, Kostenvoranschlag vom 6.5.1878.